NEWS 2008/1

 

 
NEWS Jan 2008 - März 2008
09.März

Redundant Pipe Organ : eine wunderschöne 12 Register/II.Man+Ped mech. aus 1880, unsere Bezeichnung M0117, aus Stocksbridge Methodist Church in Manchester, ist zu verkaufen.

 

Kein Mensch weiß mehr, wie es zu den Mensurenbezeichnungen bei Walcker um 1925-1940 kam, als man Mahrenholz, Jahnn und Walcker- Bezeichnungen miteinander in den Büchern vermischte. Dies wird auch wahrscheinlich kaum noch auffindbar sein. Aber anhand der Walcker-Orgel im Bukarester Atheneum wäre zumindest denkbar, dass man hier einige der Schemata anhand vorhandenen Pfeifenmaterials wieder rekonstruieren kann und mindestens eindeutige Bezeichnungen aus dem Opusbuch mit bestehendem Pfeifenmaterial in Einklang bringen kann. Dieses Ziel haben wir uns gesetzt. Ein erster Schritt ist die hier veröffentlichte Liste auf unserem Walcker-Blog, wo es nur so von Mahrenholz- und Jahnn-Mensuren wimmelt. http://blog.walckerorgel.de/2008/03/09/von-mahrenholz-und-jahnn-mensuren/ 

Es ist also in den nächsten Wochen mit erweiterter Berichtigung von unserer Seite aus zu rechnen.

Wer hierzu bereits Erfahrungen gesammelt hat oder sonstiges Wissen in der Sache besitzt, ist herzlich aufgerufen bei der Aufarbeitung mitzumachen.

 

Zur Freien Kombination und Setzer haben wir gerade eine kleine Diskussion, wobei ich hier meinen Standpunkt erläutere:   die Deutschen Kombinationen, wie sie im anglo-amerik.- Ausland genannt werden, sind etwas konsequent Unökonomisches. Wenn man 4-5-6 oder mehr Schalter einbaut zur Einschaltung ein und derselben Funktion, dann ist etwas mit der Logik nicht in Ordnung. Das hat schon Albert Schweitzer  völlig richtig um 1905 erkannt und gegeißelt, den Spieltisch als ästhetisches Monstrum, vergleichbar einem Stellwerkhäuschen einer Weichenstellanlage. Die Deutschen sind hier in eine technische Gotik hineingetappt, die heute für mich ausschließlich einen historischen Reiz hat, wie eben die Neugotik, aber vom technischen Standpunkt, der ja auf Logik aufbaut, ist das falsch. Über die Ästhetik hingegen können wir uns nicht streiten. 

Dazu kommt, dass die Registrierung mit den Freien und Festen Kombinationen, worunter auch die Walze gehört, Piano Pedal, und natürlich Handregister mit HR ab ein völlig anderes System sind, das sich nicht mit den Setzern vereinbaren lässt – auch wenn man diese Systeme zusammen zwingt (Hr ab und Setzerkombination ist einfach Quatsch, weil man beim Setzer sich an die Bewegung der Registertasten gewöhnt hat und keine "stillen" Funktionen hinter den Registereinstellmagneten mehr wahrnimmt - bei den Deutschen Kombinationen bewegt sich eben nichts außer dem Walzeanzeiger). Gerade dieses Zusammenzwingen bewirkt oft völlige Hilflosigkeit unvoreingenommener Organisten vor solchen hybriden Spieltischen.

Man muss ja immer die vielen Knöpfe, die unkommentiert da eingebaut sind, sehen, und nun soll man erahnen, was da für Funktionen dahinter stecken. Also, meine Predigt, klare und einfache Systeme, deutsch oder amerikanisch, beides zusammen nur dann, wenn es historisch erforderlich ist. Damit sollte jeder leben können.

(gerade halte ich ein kleines Steuergerätchen in der Hand in der Größe eines Handys mit 4! Taster, mit denen ich alle 650 Magnete in unserer Orgel ansteuern kann - das ist Ökonomie! Während mir Spieltische mit hunderten von smartiesbunten Schaltern zum Steuern von 25 Register wie täppische Zirkuselefanten vorkommen, deren behäbige Tanzshow ich mir ersparen kann)

07.März
  Bukarest Web02: wir können es nicht lassen und müssen hier noch einmal ein paar sehr gewichtige Bilder aus Bukarest vorstellen, aus einer Stadt, wo man sich den schwarzen Hintergrund dazu denken muss (so wird es auf dieser Seite gesagt). Es ist unheimlich schwer aus dieser Stadt immer neue Bilder zu fabrizieren und zu zeigen, nicht weil diese Stadt eintönig oder gar langweilig wäre, nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Die Schwierigkeiten liegen darin, dass man seinen Respekt vor diesem in unheimlichen, dunklen Strudel getauchten Bukarest bewahrt.

Video-Feedback: unser TV-Video vom Bukarester Fernsehen hat erhebliches feedback ausgelöst und einige interessante Fragen an uns herangetragen, die aber meist technischer Natur waren. So hat ein Orgelbauer sich nach der Steuerungsanlage genau erkundigt, die er an anderer Stelle einbauen will. Ein anderer wollte wissen, wie man alleine solch eine Orgel stimmen kann. Aber die interessanteste Frage kam von einem Organisten aus Südamerika, der mich fragte, ob wir hier unsere Vorstellungen, die ich in meinem Vortrag "Die Orgel im Informationszeitalter" (fast auf den Tag genau vor 10 Jahren gehalten) vorgestellt habe, endlich auch realisieren würden? In jedem Falle werde ich die Idee dem Direktorium vortragen, nämlich dass wir eine Konzertveranstaltung vorschlagen, in dem 6-8 Organisten aus New York, Bogota, Tokio, Syndney, Berlin, Stockholm, Paris, Madrid etc., via Internet an den Spieltisch angeschlossen werden und gemeinsam ein Konzert geben. Die Midi-Schnittstelle ist hier das kleinste Problem, sondern hier wird das "timing" und die Programmierung des Datenflusses eine Sache sein, während die Zuschaltung der Gastorganisten über welches Gerät auch immer?, eine andere Frage ist. Grundsätzlich sehe ich keine Probleme, weil wir hier auch gute Programmierer haben - ich denke, dass das Publikum solch eine "globale Orgelidee" grundsätzlich begrüßen würde.

 
03.März
JSBachs Gesicht rekonstruiert. Wie mir gestern ein Musiker erzählt hat, habe man das Gesicht JSB's nun naturgetreu rekonstruiert, - ja und - was folgern wir daraus?..... -- genau! ,dass unser Beitrag "Zurück in die Zukunft" der ganz exakt diese Methode als zukünftige Weltgestaltung skizziert und weitergedacht hat, vor zwei Jahren!!, an Hand des Beispieles Johann Sebastian Bachs, auf der richtigen Spur liegt. Für alle Zweifler sei noch gesagt, es kommt überhaupt nicht darauf an, ob man exakte Merkmale konstruiert und findet, sondern es kommt auf die Glaubwürdigkeit an (auf den Glauben, würde ein Lutheraner sagen). Dieser spielerische Tanz mit "Wissenschaftlichkeit" kann weder als gut noch als ausgesucht böse einsortiert werden. Aber es zeichnet sich etwas ab, was wir von der Zukunft erwarten können: eine virtuelle Kopie der Vergangenheit! Und genau dadurch hofft man aus der Zeitlichkeit in die Unendlichkeit zu springen. Ein faustischer Gedanke, eine Morgendämmerung. http://www.spiegel.de/video/video-28037.html
01.März
 

TV Beitrag zur Restaurierung der Walcker-Orgel in Bukarest Atheneum. Dieser TV-Beitrag des Rumänischen Fernsehens in deutscher Sprache wurde von mir aufs Web etwas umgestaltet. Wir haben daraus einen 12 minütigen Zusammenschnitt gemacht, und somit ist Bukrest.wmv ist 65MB  das bisher umfassendste Video-Dokument über unsere Arbeiten dort. Außerdem ist eine Orgeleinlage von Nicolae Licaret aus dem Jahr 2003 zu hören, wo auch die klanglichen Mängel der Orgel in Erscheinung treten.

Neues aus San José - Costa Rica, Cathedral - heute abend wurde mir der Auftrag zur Spielbarmachung der Schyven-Orgel in der Kathedrale von San José  vom Domkapitular übermittelt. Damit bleiben wir weiterhin als global player international in sehr guten Verbindungen. Eine große Aufgabe ist es, die mit Sicherheit nicht einfach ist, an die wir aber viele weitere Aufträge und Hoffnungen im Orgelbau in Mittel- und Südamerika knüpfen.

 

Wieviel Welt verkraften wir, wieviel Welt sollen wir hereinlassen? Diese großartige Frage eines stillen aber ausgezeichneten Philosophen Rüdiger Safranski in einem Interview, möchte ich an ungewohnter Stelle aufwerfen und weiter werfen. Ich empfehle Jedermann jede Minute Fernsehen und jede Minute Internetsurfen täglich exakt in einer Tabelle zu erfassen und den kleinen Erfolg von zehn oder fünfzehn Minuten Reduzierung mit einem Fest zu feiern - oder was viel erfolgreicher wäre, dass man die frei gewordene Zeit investiert und beginnt damit ein Tagebuch zu schreiben, dass man als späten Roman im Alter als Lesestoff zur Verfügung hat. Eine geistige Altersversorgung gewissermaßen. Wer einmal erkannt hat, dass einesteils die Fernsehnachrichten fast nur negativen Seelenmüll produzieren, andererseits Information nur dann im Inneren segensreich aufblühen kann, wenn ihr wie einem Eichenbaum ausreichend Platz zur Verfügung gestellt wird, der wird nie mehr die Masse und Menge an Informationen und noch weniger die Regelmäßigkeit des Informationsempfanges als wichtigstes Kriterium anbeten.

Gestaltungsunterlagen von Eberhard Friedrich Walcker Welche Unterlagen haben die alten Meister besessen, welche haben für sie Bedeutung gehabt. Hierzu habe ich mich nicht sehr lange umsehen müssen um eines der ganz großen Architekturbücher in der Bibliothek der Firma Walcker zu finden, dass vom Druckdatum (1765) her in Frage kam. Es handelt sich um das seinerzeit weltberühmte Buch "Vignola - die fünf Säulenordnungen" Das komplette Buch aus 1765 mit rund 35 Kupferstichen ist unter diesem Link erreichbar und einsehbar, ausdruckbar.

Die Orgel danach.... und andere Ideen  haben wir auf diesen Internetseiten vor einem für Internetverhältnisse riesigen Zeitintervall einmal angesprochen und gezeigt. Hier nun wollen wir über ein paar wichtige Themen eine Übersicht geben:
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Die Orgel danach

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Walckers 100JahrFeier im Jahre 1920

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Konzertsaalorgeln

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Mensurbuch1906

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Musterbuch Walcker 1870-1905

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Jahnn und Oscar  Walcker

neu aufgefrischt unsere Bildersammlung "Engel mit Orgel" in der 57 alte Grafiken mit Orgeldarstellungen und Engeln oder Cäcilia gezeigt werden. Für die einen Kitsch, für die andern "letzte Hoffnung".

 

 
28.Feb.

Die Arbeiten an der Walcker-Orgel im Atheneum sind nun im GEO-Heft März schön dokumentiert. Leider hat der Fotograf sich zuviel mit meiner Person beschäftigt, anstatt noch weitere Mitarbeiter mit einzubinden. Dennoch haben wir ein paar schöne Bilder und einen ansprechenden Text, der demnächst ins Deutsche übersetzt wird. Auf der Internetseite http://geomagazin.ro wird ebenfalls mit schönem Bild auf diesen Artikel aufmerksam gemacht. Im Laufe der Woche werden wir noch unsere TV-Vorstellung  im Rumänischen Fernsehen in Form eines Videos zeigen. Der 20minütige Beitrag wurde vergangenen Donnerstag ausgestrahlt. Hier ist der komplette GEO-Artikel als PDF

Saarwellingen: die bei dem Grubenbeben im Saarland am Sonntag schwer beschädigte Kirche St. Blasius in Saarwellingen beherbergt eine klangschöne Walcker-Orgel, die auch Pfeifenmaterial aus der Haerpfer-Orgel besitzt. Orgelportrait Saarwellingen das auch deswegen empfohlen werden kann, weil es dieses bereits seit 8 Jahren auf diesen Interseiten gibt, und wohl kaum noch einer auf normalem Wege findet....

 

also gestern abend so gegen 16Uhr hat eine Leiter mir ihre Dienste versagt, so dass ich aus einer Höhe von glatten zwei Metern auf dem Granitboden aufgeschlagen bin. Meinem Herrn danke ich, dass der Aufprall nur zu zwei geschwollenen Armen geführt hat, die allerdings in der Folge des heutigen Tags mehr und mehr wie Hefeteig aufgegangen sind. So ich also Gedanken hege, wieder zum "Schamanen" einzukehren. Gelegenheit an eine alte Geschichte zu erinnern, die mir zu Beginn unserer Arbeit in Bukarest geschehen ist.  DER SCHAMANE - Sanatorio Bukarest (PDF)

 

zu Resultanten und Teiltönen gibt es immer irgendwo Diskussionen und Fragen, die ein wesentliches Element außer Acht lassen. Resultierende Grundtöne, die aus Teiltönen aufgebaut sind, sind physikalisch nicht nachweisbar. Es handelt sich hier entweder um psychosomatische oder um psychische Erscheinungen, die man nicht eindeutig belegen kann. Dass es diese aber gibt in der menschlichen Hörwelt ist eindeutig, da vor allem alle bedeutenden Orgelbauer in der Romantik diese Entdeckung von Vogler benutzt haben. Auch Helmholtz hat sich damit befasst. Physikalisch wird aus zwei benachbarten 2. und 3.Teiltönen der 1. Teilton erschaffen. Es könnte sein, dass der Mensch, der die beiden Teiltöne 2 und 3 hört sich unbewusst den ersten dazu schafft. In der Orgelbaupraxis geschah dies vor allem zur kostengünstigen Erstellung von 32'Tönen. Denn 32/2 = 16, 32/3= 10 2/3, sprich, mit den Pfeifen 16 und 10 2/3 wird der fehlende Grundton 32 dazugehört. Das kann man vielleicht noch mit einem synthetischen 16 Fuß machen, aber kein Mensch wird doch erzählen wollen, dass 2 2/3' und 4' einen real hörbaren 8' ergeben - denn dann wären ja alle diese "Neobarokkos" ungemein grundtönig. siehe auch Tabelle Teiltöne (gwm)

 

Nocheinmal China: Lieber Herr Walcker, die Olympischen Spiele 2008 rücken näher.  Während der Gastgeber sich dann von der Welt als modernes, tolerantes, weltoffenes Land feiern lassen möchte, werden in China täglich die Menschenrechte verletzt. Amnesty International hat zu diesem Thema eine Internetseite eingerichtet: http://www.goldfuermenschenrechte.de/ Es wäre großartig, wenn Sie dort beispielsweise die Online-Petition an den chinesischen Ministerpräsidenten mit der Forderung zur Einhaltung der Menschenrechte unterschreiben würden. Danke! Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen DZ

25.Feb.

immer wieder Sonntags, gibt es ein paar Sätze von Gelegenheitsbesuchern, die unsere Seite hier in einem Rutsch durchlesen, dabei aber außer Acht lassen, dass diese Texte in zwei Monaten entstanden sind. Da sind also unterschiedlichste Einflüsse und Gelegenheiten die auf den Schreiber eingewirkt haben und hin und wieder kommen auch einige durchwachsene Widersprüche heraus - besonders wenn man von 2006 rückwärts liest. So gesehen ist das Ganze nicht eine monotone Stellungnahme über irgendwelche Orgeln und Situationen, sondern es ist vielmehr ein Ringen um Standpunkte. Dabei kann man durchaus einmal in falsche Richtungen gehen, das schadet der Sache nie, ist eher eine Art Trumpfkarte subjektiver Weltanschauung, die den Anspruch auf Objektivität überhaupt nicht stellt. Perspektivwechsel mit Erinnerung und so ermöglichtem Lerneffekt, das allein wäre schon sehr viel, das man bei solch einer Methode gewinnen könnte. Vielleicht, unser zentrales Thema dieses Jahr.

Orgelkonzert-Termine 2008 auf www.orgelkalender.de Vielen Orgelkonzertbesuchern sind sie eine wertvolle Information zum Besuch schöner Orgelkonzerte auch gerade in den kleineren Kirchen und Gemeinden, deren Bekanntheit nicht an die Veranstaltungen in den großen Kathedralen heranreicht, die oft genug aber ebenso bekannte Künstler und klangschöne Instrumente präsentieren.  Selbstverständlich können Sie auch weiterhin aktuelle Konzerttermine für 2008 in den Online-Kalender eintragen. Wenn Sie auf www.orgelkalender.de einen Benutzernamen anlegen, können Sie Ihre eigenen Konzerte jederzeit bearbeiten oder löschen. Natürlich ist auch weiterhin die Eintragung ohne Benutzernamen möglich, diese Termine sind aber später nicht mehr änderbar.

23.Feb.

filarmonica heisst unser neuester Video mit rund 10 MB, der den Konzertbetrieb im Bukarester Atheneum vorstellt. Es gibt hier zwei Perspektiven, eine als normaler Konzertbesucher, der von Beginn an die Walcker-Orgel sieht und eine zweite Perspektive, wo von der Orgel heraus auf die konzertierenden Musiker gesehen wird. Das Konzert fand gestern Abend statt, wo als Dirigent  Kriss Russmann tätig war, und eine herausragende Solistin am Klavier, Beata Bilinska zu hören war. Ein ganz aussergewöhnlich gutes Stück stellte für mich Peteris Vasks "Musica dolorosa" dar.

Seit mehreren Wochen hören wir so die Bukarester Philharmoniker auf zwei Arten, einmal während den Proben in der Orgel, und dann zum Wochenausklang eben am Freitag Abend im Konzert. Die Atmosphäre in diesem runden, recht intimen Saal, ist umwerfend. Ein begeisterungsfähiges Publikum und bisher nur beste Dirigenten, die eine hervorragende Mannschaft an Musikern antreffen. Die Klangeigenschaften dieses Raumens, der mit üppigen Polstern ausgestattet ist, werden so mehr und mehr bewusst. Und wir wissen schon, dass die Bässe hier gewaltig verschluckt werden, während einzelne hohe Frequenzen ausgesuchte Priorität haben.

 

wir suchen ständig alte Filme, Bilder, Einspielungen besonders historische und Geschichten rund um Walcker-Orgeln, die wir gut und gerne honorieren.

20.Feb.

in Auftrag zu verkaufen: komplette Giessanlage für Orgelpfeifenbleche, inklusive Gießofen, Zinnhobelmaschine, Legierungstisch. PDF-Angebot ist mit Bilder und Preisen.

18.Feb.

Anatomie der Orgel aus dem Jahre 1969 Was Hitchcocks "Vögel" für die einen, das ist der Filmklassiker "Anatomie des Orgelbaus" für die anderen. Also für die Orgelfreunde gibt es hier die Offenbarung der Orgelwelt der sechziger Jahre. Gedreht vom Österreichischen Rundfunk in Zusammenarbeit mit der Firma Walcker stellt dieses wichtige Filmdokument eine höchst interessante Perspektive aus der damaligen Zeit dar. Wir sehen hier nicht nur alle spezifischen Arbeiten des damaligen Orgelbaus, sondern es wird mit verschiedenen Klangaufführungen auch die Auffassung dieser neobarocken Hörweise von Prof. Alois Forer grundlegend erläutert. Es kann einem wie in einem alter Edgar Wallace-Film vorkommen, wo man mit Schaudern und Grausen die verzimbelten Mixturorgeln mit tiefstem Schrecken in den Knochen realisiert. Hinzu kommt, dass man speziell im Falle Walcker, die Firma hatte zu diesem Zeitpunkt ihre größte Ausdehnung und Mannschaft beieinander, den Industrialisierungseffekt bestmöglichst serviert bekommt. Wir sehen Salzburg Mozarteum und die Orgel für Guntramsdorf liegt komplett auseinandergebaut vor der Filmkamera. Am Ende des Films wird noch eine ganz ansprechende Geschichte der Orgelentwicklung  auch am Beispiel der römischen Orgel aus Aquincum gezeigt. Es wird gezeigt, wie das Instrument mit wenigen Handgriffen auseinander- und zusammengebaut wird. Diesen Film muss man einfach gesehen haben. Wir haben den kompletten Film digitalisiert und in drei Paketen auf unserem WalckerBlog a 100 MB, also insgesamt mit 280 MB sind es rund 50 min Video, hochgeladen.

 

Hallo Herr Walcker, ich habe mehrfach versucht diese dicken Filmpakete herunterzuziehen, klappt nicht, muss was falsch sein. Helfen Sie mir... G.R.

Antwort: Die "Dicken" wurden bis heute morgen mehr als hundert Mal heruntergezogen. Ich empfehle aber dringend, besorgen Sie sich den kostenlosen FREE DOWNLOAD MANAGER. Damit können Sie alle drei Filmpakete auf einen Rutsch herunterziehen, --- geht viel schneller, zuverlässiger, in deutsch, und sogar bei Stromausfall beginnt er an der Abbruchstelle weiter mit dem Download. gwm

 

wie es ausschaut haben wir die letzte kalte Nacht mit -15`C hinter uns, den Frühling vor uns. Da empfahl sich sehr früh schon bei aufkommendem Verkehrslärm, Mendelssohns Klavierkonzert No.1, 2ter Satz eingemischt zu haben, sehr andante, als streiche der Geigenbogen vorsichtig uns die Schulter, was unser Plattenbau-Apartment mit der aufkommenden roten Morgensonne, die sich am Buckel des ockerfarbigen Theatermonuments wärmend niederließ, sehr dezent ausgeleuchtet hat. - Nun wieder die Sirenen der Rettungswagen und unfröhliche Hupkonzerte - der Alltag zieht wieder ein in Bukarest. Kein Montagsdämmern, weil alles hier Montag ist. Alles beginnt, nur der Sonntag endet. Das eben ist Osten.

 

unsere Charts Februar: auf und davon. Mit einem Tagesdurchschnitt von rund 3000 Zugriffen pro Tag und einigen Zulauf aus Asien und Amerika sind wir sicher, dass unsere Aktivitäten rund um Walcker auch ihre Verbreitung finden.

 

Pfeifen, ...nichts als Pfeifen.. ist unser neuester Video auf unserem aeolineBlog. Dort enthalten sind eine Pfeife von Andreas Silbermann, ein Nachbau der römischen Aquincumpfeife, eine durchlagende Clarinette von Weigle und andere Feinheiten. Mit diesem Video wollen wir einen Reigen an Videos über Pfeifen der Bukarester Walcker-Orgel einläuten. Die Pfeifen werden per Mund angeblasen und es wird auf ihre Eigenheiten dezidiert eingegangen. Also......, es ist in der Regel daran gedacht interessierten Laien einen Einblick in die Vielfalt der Orgelpfeifen zu geben. (den Fachleuten empfehlen wir in eine der vielen anderen Quellen im Internet einzutauchen) Pfeifen…. nichts als Pfeifen - Start zur Serie

15.Feb.

Der Abrissbirne entflohen: Die Heilig Geist Kirche im Hamburg Barmbek wird derzeit abgerissen. Es dürfte die erste Kirche in Hamburg sein, der dieses Schicksal widerfuhr. Die daraus entflohene Walcker-Orgel mit der Opus 3870 (23-II-1959) spielt demnächst in Portugal.

 

unser Pfeifenmacher Zoltán aus Ungarn wird hin und wieder mit ganz ausgefallenen Arbeiten im Atheneum betraut. So hat er diesmal eine römische Pfeife, ein Nachbau aus den Funden in Aquincum zum Nachlöten bekommen. Das haben wir ganz schnell in ein noch schnelleres Video von 1,6MB verpackt, mit der klagenden und versunkenen Stimme aus der Antike: aquinc.wmv

 

aus einigen Zuschriften eine kleine Klarstellung: was unsere Zeit von beispielsweise der der Gotik unterscheidet, das ist keineswegs allein der Umstand, dass wir heute etwas mehr Technik haben und damals aus gebogenen und glaslosen Fenstern zum Himmel gesehen wurde. Es ist wesentlich die Tatsache, dass der Gotiker "das Werk" nicht beredete, sondern es ohne Rede tat. Der behauene Stein hatte Gültigkeit und nicht die Rede darüber. Der Schreiber waren ohnehin nur wenige. Daraus entwickelte sich eine Form der Askese, die als Sinn des Lebens "die gute Tat" sah. Bis Luther kam, der den Lebenssinn im Glauben wiederentdeckte. Die Askese wurde aufgelöst. Nur wer glaubt, kann gerecht sein, war dann die Devise. Wir heute kennen nur "die Rede" nicht aber die Tat. Das wird durch alle Medien, die heute erfolgreich tätig sind, forciert. Forciert und Überbetont, sagt uns auch, dass es vor einem Ende steht, was geschichtlich nachgewiesen werden kann. Daher meine Schlussfolgerung, dass wir sowohl im Kopieren, im Reden, in Theorie, im Begaffen von Jesus Christus und im Zitieren seiner großen Worte (ohne jemals daraus eine Lebenspraxis  abgehandelt zu haben) an einem Ende stehen. All dieses abstrakte Wetterleuchten am Schwafelhimmel der Wissenschaften und populärmedialen Schein-Weisen werden wir morgen nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Das ist einesteils ein Trost, andererseits öffnet es Raum für neue Ängste, weil wir nicht wissen was dann kommt. Daher lachen wir jeden aus, der die Gegenwart (erfolgreich) kritisiert. Zöge man eine geschichtliche Gerade, wäre man verleitet zu sagen, dass morgen potenzierte Barbarei auf dem Programm stände. Aber auch das kleine (historische) Griechenland und das kleine Israel waren von Barbaren umgeben, und sind letztendlich die Wiege großer Kultur gewesen. Von der man, wie schon gesagt, heute nur noch redet. (gwm)

13.Feb.

REDUNDANT PIPE ORGAN M113 hier handelt es sich um eine Daniels aus 1970 mit 23-II

 

Wir werfen den Chinesen vor, dass sie dieses Produkt und jenes Markenzeichen kopieren und sie damit unsere Wirtschaft erheblich gefährden würden. Nichts anderes wird im Orgelbau gemacht, wo seit über 100 Jahren nur noch kopiert und Ideenklau betrieben wird,-- ja was noch viel schlimmer ist als die "chinesische Krankheit". Weil wir nämlich genauso stolz darauf sind, jenen "Silbermann" oder "Cavaillé" besonders gut getroffen zu haben. Dass ein Chinese zwischen diesem und jenem "Kopieren" keinen Unterschied sieht, ist mir jedenfalls völlig einleuchtend. Nur hierzulande muss man dazulernen, dass Wirtschaftsklau etwas anderes ist als Kulturklau, der über größere Zeiträume hinweg getan wird. Im Orgelbau kommen noch weitere Gründe hinzu. Einer davon ist, dass bei Orgelmusik kein Mensch mehr auf die Idee kommen würde, selbst schöpferisch tätig zu werden. Die vollkommen kreativlosen Blattabspieler sind dem Orgelbauer seine Klientel, sprich "auf diesen Gründen kann überhaupt nie ein lebendiger Orgelbau aufblühen, wie auf einer toten Insel nicht morgen ein Paradies sein kann. Diese trostlose Aussicht muss man dem Orgelbauer zu gute halten. Wir können das zwar nicht ändern, aber wir können es einmal deutlich zur Sprache bringen.

11.Feb

neue Orgel für Coronado. Gestern konnte ich mich endlich diesem wichtigen Orgelprojekt widmen und habe eine schnelle, einfache Skizze erstellt. Prompt kam positive Rückantwort aus Costa Rica. Ich denke wir werden Ende des Jahres diese Orgel dort einbauen. Richtig ist, dass für solch eine Kathedrale ein kapitales Instrument her gehört, aber diese Orgel ist mit 16 Reg auf II Manuale (mit 3 x16Füsser,  7x Achtfüsser, und 3x Vierfüsser, Mixtur und 2Fuß gibt es auch noch) immerhin noch über doppelt so groß als das bisherige Werkelchen. Und "Kapital" ist heutzutage im Orgelbau ein schwieriges "Kapitel".

 

die neue elektrische Anlage der Walcker-Orgel im Bukarester Atheneum besteht im Kern aus einer SPS-Anlage die über ihre Module 30 Millionen I/Os pro Sekunde vermittelt. Diese digitalen Module treiben die Magnete mit kurzschlussfesten Ausgängen mit bis zu 2 Ampére pro Ausgang. In einem Schaltkasten finden sich alle diese Einheiten konzentriert zusammengefasst. Zwischen Spieltisch und Schaltkasten wird nur noch ein Buskabel geklemmt. Am Spieltisch selbst hat der Organist auch die Möglichkeit über eine USB-Buchse seine Registrierung abzuspeichern, was am Laptop editiert werden kann. Wem das alles zuviel Theorie ist, der sollte sich das 6minütigen Video über die elektrische Anlage auf unserem WalckerBlog ansehen. Hier wird mit einer Widorschen Untermalung die Theorie aufpoliert.  Die elektrische Anlage in der Walcker-Orgel Bukarest Atheneum (30MB)

09.Feb

 

ganz. ganz selten trifft man auf einen Orgelmenschen, der weitaus mehr in Sachen Orgel  erlebt hat, als das bei tausenden von Organisten je der Fall sein wird. Aber wenn es dann noch dazu einer ist, der das auch schriftstellerisch so verarbeiten kann, dass man diesen Text in einem Zug durchlesen kann, weil es eben spannend und aussagekräftig formuliert wird, -- ja dann, dann haben wir wirklich Glück gehabt. Hans-Dieter Voss ist solch ein Phänomen. Geboren 1932 in Lauenburg, orgelmässig in Rostock aufgewachsen, um dann im  Württembergischen mit Walcker- und Weigle- Orgeln der neobarokko-Phase II in Berührung zu kommen. Seine verschiedenen erstaunlichen Bemerkungen zu einzelnen Passagen unserer Internetseiten haben mich veranlasst ihn darum zu bitten, etwas aus seinem Leben zusammen zu fassen, damit wir es hier einem Leserkreis zeigen können. Das hat Herr Voss umgehend bewerkstelligt. Es ist auf diesem 9seitigem PDF zusammengefasst und könnte heißen "Mein Leben mit der Orgel - unter besonderer Berücksichtigung der Firmen Walcker und Sauer". Pflichtlektüre für alle, die sich mit der Zeit um die Orgelbewegung und ihren Nachgeburten von Supper bis Bornefeld auseinander zu setzen gedenken.

 

REDUNDANT PIPE ORGAN M112  nicht klar ist, handelt es sich um eine Haskins oder um eine Vowles organ. Aber immerhin sind hier 14 stops auf 2 Manual und Pedal und eine wunderhübsche Oboe, wie sie vereinzelt auch Walcker gebaut hat. (diese Bauform haben wir hier in Bukarest als Singend Kornett 2' im Klein Pedal) -- außerdem gibt es eine wunderschöne "neogothic" Hausorgel mit 4 Registern.

 

06.Feb

Anmerkungen zur Walckerschen Kegel- und Schleiflade: von einem russischen Orgelbauer, ich glaube es war Tint, habe ich erfahren, dass die EFW-Orgel in Kegel nur im Pedal Kegelladen hatte. Das wäre dann in allen Literaturen falsch beschrieben. Die erste Kegelladenorgel hat EFW in Ludwigsburg  Salon gebaut (1840, Op 38, I/5) Dieser Prototyp wurde von Rensch 1990 restauriert. Kegel hat Op 39 und soll 1842 eingebaut worden sein – von Lütkemüller, der sich übrigens sehr unglücklich über Kegelladen geäußert hat. Reval (Op 40, III/65) hatte in der Tat mech. Schleifladen (wie zuvor ja auch Petersburg und Frankfurt) – es war die letzte große Schleifladenorgel von EFW. Die Orgel wurde von Walcker 1913 und 1926 pneumatisiert und hat insbesondere 1926 bei der von der Orgelbewegung propagierten Schleiflade auf Oscar Walcker und seinen Versuchen mit Schleifladen Eindruck hinterlassen.  Oscar Walcker hat etwa 1933 seine erste Schleiflade für Saarbrücken gebaut. Übrigens habe ich von Reval eine schöne Entwurfszeichnung von EFW, mit  Bleistift.
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Hierzu gibt es bereits eine Anmerkung: Lieber Herr Walcker-Mayer, inmitten eines Aufsatzes, der nicht werden will, habe ich einen Blick in Ihre News riskiert und Ihre Anmerkungen zur Schleiflade entdeckt. Darf ich korrigierend eingreifen? Oscar Walcker hat bereits in Dortmund, St. Reinoldi, ein Teilwerk mit Schleifladen (Aluschleifen) gebaut, die Emil Rupp in seiner Besprechung der Orgel in der Zeitschrift fürInstrumentenbau sehr lobt. Allerdings habe ich keine Bauzeichnungen usw. gefunden, kann also nicht sagen, welches Teilwerk damit ausgestattet war. In meiner Arbeit habe ich S. 74f. darüber geschrieben. Viele Grüße ins Saargebiet, Ihr MZ

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Dazu und zu einer weiteren Frage ist zu sagen: Es handelt sich um Opus 2394, Bj. 1933 die Orgel für Saarbrücken Schlosskirche mit 22 Reg. was wohl die die erste Orgel mit Schleifladen von Oscar Walcker gewesen ist. Der Hinweis auf das Teilwerk in Reinoldi (Op. 1500 Bj.1909, 98 Reg) ist sehr interessant und wichtig, wobei das Problem der Nachprüfung auftritt, da von dort keine Z.Akten mehr aufzufinden sind. Könnte aber durch die div. Schriften und Artikel belegt werden. Das Schleifladenwerk dürfte bei Erweiterungen in 20-30er Jahren entfernt worden sein, lt. meiner Information. Noch bei der Hausorgel für Hugo Körtzinger (Bj. 1939 bis 1946) wo ein Werk in Schleifladen ausgeführt wurde, waren und sind grobe Mängel festzustellen. Etwas besser war es bei einer Schleifladenorgel (Bj. 1943) die nach Berlin geliefert wurde, jetzt in Schw. Gmünd steht. Man hatte keine Erfahrung mit Schleifendichtungen. (original Ton Oscar Walcker: ... diese Positive sind etwas zutiefst Krankhaftes....) gwm

so,.. jetzt ist aber Schluss, wir packen endlich wieder unsere Koffer und fahren in den Nahen Osten. Ab morgen also heißt es wieder 85 Stufen hoch und runter bei jedem Arbeitsgang. Außerdem werden wir relativ bald einen Einblick in die neue elektrische Struktur unserer Bukarester Orgel geben. So ganz, ganz  langsam beginnt die alte Dame wieder zu atmen........ Fluchen, singen und tanzen, das werden wir ihr auch noch beibringen.

 

César-Franck-Tage-Essen Festival - Internationales Symposium  So 10. Februar bis Mi 13. Februar in der Philharmonie Essen und "Auf den Spuren César Francks durch Paris" 26.-30. März  Daniel Roth- Joris Verdin - Jon Laukvik, Dr. K. Lueders - Prof. Dr. H.J. Busch - Dr. S. Keym - Fabian Kolb - Dr. Chr. Strucken-Paland - Dr. P. Jost - Dr. M. Kaltenenecker - Dr. R. Paland - Dr. F.M. Maier Nordwestdeutsche Philharmonie (Emmanuel Plasson) Christian Schmitt - Kristin Merscher - Ein Festival und internationales Symposium mit insgesamt 9 Vorträgen,  7 öffentlichen Konzerten, 3 Meisterkursen und Podiumsdiskussionen. Uraufführung der Komposition von Daniel Roth „La joie“, Konzertstück für Orgel, Klavier, Schlagwerk und Orchester. César-Franck-Tage-Essen - eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Philharmonie Essen, der Folkwang Musikhochschule Essen, dem Essener Dom und der César-Franck-Gesellschaft e.V. - internationale Vereinigung, Köln.  Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Jacques Toubon, Kultusminister der französischen Republik a.D. und Präsident des deutsch-französischen Kulturrates. Eröffnung Sonntag, 10. Februar, 17 Uhr im Alfred-Krupp-Saal der Philharmonie: Vortrag Dr. Kurt Lueders, Heribert Koch spielt und komentiert Francks wiederentdecktes Klavierstück "Souvenier d´Aix-la-Chapelle" op. 7. Unter Anwesenheit des französischen Generalkonsuls Gilles Thibault. - Eintritt frei! Herzliche Einladung! -Anschließend 19:00 Uhr Gottesdienst im Essener Dom mit französischer Chor- und Orgelmusik, 20:30 Uhr Orgelkonzert Daniel Roth im Dom mit Werken von C.M. Widor, C. Saint-Saens, C. Franck. Das komplette Veranstaltungsprogramm unter www.ORGANpromotion.org   oder www.philharmonie-essen.de   Michael Grüber

05.Feb

zu unseren Beiträgen erhielten wir einige Stellungnahmen.

 Sehr geehrter Herr Walcker,

ein kleiner freundlicher Hinweis: Die Rostocker Kirche heißt "Heiligen-Geist-Kirche". Die GdO hatte in ihrem Tagungsbericht von der Güstrower Tagung übrigens noch weitere, wirkliche Peinlichkeiten zu bieten: Da wurde in Rostock die von der GdO besuchte St.Nikolai-Kirche mit St.Petri (bis 1942 große Walcker-Orgel) verwechselt und die Nachkriegsgeschichte von St.Nikolai falsch dargestellt. St.Nikolai in Wismar erhielt einen 120 m hohen Turm, der allerdings schon 1703 bei einem Orkan abstürzte. Der Güstrower Dom wurde der Hochgotik zugeordnet usw............

In Rostock war ich während meiner Schulzeit überwiegend an St.Marien aktiv. Auf der damals noch unveränderten Walcker-Orgel der Heiligen-Geist-Kirche spielte ich 1952 einen Tag vor meinem mündlichen Abitur noch drei Trauungen, 2001 das von Scheffler restaurierte und rekonstruierte Instrument, das auch 2006 bei der GdO-Tagung zu hören war.(...)  HDV

es gab einige Meinungen, wir sollten doch auch diese und jene Ausreinigung oder Wartung (heute heisst ja alles Restaurierung: ein Begriff an dem sich Sachverständige wie Orgelbauer gleichermaßen die Hände wärmend reiben)  der Konkurrenz an Walcker-Orgeln hier völlig wertneutral zur Darstellung verhelfen. Das werden wir gerne und überall tun, außer  dort, wo orgelmafiöse Methoden zur Auftragsvergabe geführt haben. Und das ist in Deutschland (nicht nur im Frankfurter oder Pfälzerischen Raum) eben das große Leiden, oder besser gesagt überall dort, wo nur noch Zivilisation übrig geblieben ist mit etwas Rhetorik, anstelle Ethik mit (oder ohne) Glauben. Wo nur an die Korruption oder an einen funktionierenden Kirchenablauf jenseits aller Moral geglaubt wird, da haben wir eben diese sauberen Geraden, die unsere nachwachsenden Generationen gehörig verschrecken - Gott sei Dank!

Fernwerke sind im Kommen, auch Walzen werden gesucht. Nur hat das Ganze absolut keinen Wert, wenn man die Fernwerkskonstruktionen nicht 1:1 übernimmt, also mit doppelten Schwelljalousien und den langen Entfernungen von Pfeifenwerk zu den Jalousien. Die Kurzbechrigen wurden zudem noch mit extra Gehäuse versehen, eben wie es die Spanier mit ihren Vox humanas vierhundert Jahre zuvor schon getan haben.

03.Feb  

Der Anfang vom Untergang oder der nichtendendwollende Aufarbeitungskampf der Deutschen mit ihrer Geschichte. Hier kommt ein ganz wesentliches Element hinzu, nämlich die eitelkeitsbehaftete  Aufblasung oder Ausmalung. So wie es jetzt im SPIEGEL und in vielen anderen Kleinblättern geschieht, wo ohnehin nur noch das mit wüsten Bildern im Stile Stephen Kings beabsichtigte Aufglänzen vor der vor Grauen faszinierten Masse bedient wird. Keinesfalls steht hier noch ein hoher moralischer Anspruch dahinter. Dies konnte ich nur noch bei ganz wenigen Medien finden, die überhaupt nicht mehr mit irgendwelchen Anerkennungsstatistiken arbeiten. So z.b. der Film "Sonderkommando Auschwitz-Birkenau", wo eine schwarze prosaische Todestrauer mit echter Sorge und  Anteilnahme zurückbleibt. Weil, und das ist das Entscheidende, der grobe plumpe Mob außen vor gelassen wird, gar nicht zur Debatte mehr steht. 

Dass es heute in Kirchenkreisen opportun ist, seine saloppe Meinung in Sachen "Kirchenmusik unterm Hakenkreuz" zu haben, ist keinesfalls ein Zeichen dafür, dass wir endlich "übern Berg" sind. Es ist eher ein Zeichen, dass jener Opportunismus wie er früher war, auch heute unter anderen Vorzeichen eben, immer noch sehr wirksam zu sein scheint.

Wir haben von Hans Prolingheuer ein Schreiben bekommen, dass es auf Grund unserer Veröffentlichung seiner Sendung KIRCHENMUSIK im DRITTEN REICH erhebliche Nachfragen bei ihm gegeben habe. Und nun seine Tochter eine darauf ausgerichtete Internetseite betreibt, die wir hiermit bekannt geben: www.kirchengeschichten-im-ns.de. Hier auf dieser Seite soll zuvörderst eine Klarstellung von Prolingheuer in Sachen Niemöller erfolgen, der scheinbar von Frankfurter Rundschau und anderen diffamiert worden ist.

 

Von der Heiligen-Geist-Gemeinde in Rostock erhielten wir ein Schreiben, dass im April 2008 zum 100jährigen Kirchenjubiläum mit der historischen Walcker-Orgel gefeiert wird. Festkonzert mit Orgel und Orchester findet statt am Sonntag, den 27.April, mit Rheinberger, Franck, Poulenc. Solist an der Orgel ist Denny Phillip Wilke. Weitere Info: hro-hl-geist@kirchenkreis-rostock.de

 

Im Japanischen Fernsehen wird unsere Filmeinlage in Sachen Tanaka in Ludwigsburg nun am 09.02. ausgestrahlt. Wir erhalten dann i.L. des Februar eine DVD mit dem Beitrag, wo in jedem Falle ein paar Sequenzen auf unserer Internetseite gezeigt werden. Da sind wir doch sehr gespannt, wie so etwas im Fernen Osten gezeigt wird. Dazu wird ja auch im "Nahen Osten", also in Rumänien in einigen Tagen unser anderer TV-Beitrag ausgestrahlt werden.

 

Im MUSICA SACRA, Zeitschrift für Katholische Kirchenmusik, ist diesen Monat ein interessanter Beitrag "Warum an der Kirchenmusik nicht gespart werden darf". Ich meine, dass solche Beiträge, so gutwillig sie auch gemeint sind oder so himmelhochjauchzend sie sich darstellen wollen um jeden Preis, dem geneigten Leser etwas völlig anderes aufschließen: nämlich, dass das Wort nicht einmal mehr im Ansatz die fahren gelassene Tat begleitet. Der Kirchenmusiker ist heute in vielen Gemeinden die hoffnungsloseste Gestalt, wenn es ihn denn noch gibt. Ein Don Quichote de la cantata... Der Text kann unter www.kirchenmusik-im-bistum-speyer.de/AmtKirchenmusik/Impulspapier.pdf heruntergeladen werden. (gwm)

 

29.Jan

Farbiges Orgelspiel Freies Wort - Germany
Er entlockte der  Walcker -Orgel in Illmenau mit ihren 78 Registern liebliche, dann wieder dramatische Klänge. Wie geschaffen sei das Instrument für diese ... 

mein Kommentar: Viel Licht, viel Kitsch, viel Aufwand, um die Kirchen voll zu kriegen. Bedenkliche Methoden, die Orgel so ans Volk heranzutragen. Es erinnert an Karstadt, Kaufhof und Media-Markt. Licht und Licht, das ist ein gewaltiger Unterschied. Nicht jeder Lichtbringer ist ein Engel. Messiaen selbst kannte nur eine Walcker-Orgel, und die steht bekanntlich in Stuttgart, wo es keinerlei Interesse an Messiaen gibt, noch durch  seine in Stuttgart realisierten Klangvorstellungen Veranlassung zu nachhaltigen Taten beständen.

27.Jan

REDUNDANT PIPE ORGAN M0108: wieder eine englische 11stop Henry Dyer & son organ aus dem Jahre 1878 mit schönem Gehäuse abzugeben.

 

Neues auf unserem AeolineBlog: wir zeigen diesmal auch hier ein Video und zwar die "Reparatur von Stimmvorrichtungen" an offenen Metallpfeifen durch unseren Pfeifenmacher Zoltan aus Ungarn, der uns bis voraussichtlich Mai 08 in Bukarest begleiten wird, bei der Reparatur von rund 3600 Metallpfeifen. Reparatur von Stimmvorrichtungen bei offenen Labialpfeifen

25.Jan

NEWS en Costa Rica: wie wir heute vom Domkapitel aus San José hören, werden wir dort wieder im Herbst tätig sein und sicher alle unsere Freunde und Bekannte aus dem vergangenen Abenteuer besuchen können. Es ist ein vierwöchiger Aufenthalt im September/Oktober 08 geplant. 

 

NEWS aus Bukarest:  heute nun endlich unser Fernsehauftritt mit einwöchiger Verspätung. Es wird im Februar eine Sendung im Rumänischen Fernsehen geben (20min!) über unsere Arbeit hier im Atheneum in deutscher Sprache für Siebenbürgen mit rumänischen Untertitel. Und diese Sendung wollen wir auch hier in Teilen vorspielen. Außerdem erscheint unsere Arbeit im nächsten GEO-Heft in Rumänien, auch das werden wir hier zeigen. Sehr interessant die Aussage des TV-Redakteurs, dass er sich über 2 Tage auf unseren Internetseiten aufgehalten hat, kein Ende sehend. Da wurden Fragen über Lagos, Costa Rica und anderen Orgel-Welt-Teilen gestellt, die doch sehr deutlich klarstellen, dass wir hier richtig liegen mit unserem Konzept, über den Tellerrand der kult-reduzierten Deutschtümmelei, wie sie sehr schnell im Orgelbau Fuß zu fassen bereit ist, hinauszublicken. Besser ist noch hinaufzublicken ins jenseitige Europa. Nur noch der völlig desinformierte Kleinbürger bekrittelt hier die Geldausgaben nach Bulgarien und Rumänien, ohne zu ahnen, dass damit wie in Spanien und Griechenland Konsumenten für morgige Waren aus Deutschland wieder gebastelt werden. Aber was redet man, es gibt ja Leute die meinen, mit den minimierten deutschen Jahrgängen lassen sich bequem wachsende Rentengenerationen durchbringen und all ihr aufgeblasener Wohlstand für Jahrhunderte absichern.

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Nachdem nun unser Fahrer in seinem "philharmonie-eigenen" VW-Kombi ein Blaulicht eingebaut hat, schafft er es glatt in 35min vom Atheneum zum Hornbach - bei totalem Verkehrstau wohlgemerkt, wie er ohnehin die meiste Zeit in der Innenstadt herrscht. Auf den größeren Boulevards und geschaltetem Blaulicht  gehen schon etliche Fahrzeuge zur Seite, und so kann man doch wertvolle Minuten gewinnen. Findig muss man halt sein?! Wir haben  angeregt noch eine scharfe Polizeisirene dazuzubauen, was sicher noch ein paar Minuten mehr auf der Strecke rausquetschen sollte.

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Auch wertvoll eine Diskussion am Rande der Probenpause mit Gliedern des Philharmonieorchesters. So ein Trompeter der Meinung war, die ganze Regierungscrew bestehe zu 80% aus ehemaligen Securitatemitgliedern, was Korruption und Unheil des Landes verursachen. Ein Kontrabassist warf ein, dass er mit seiner Frau in Deutschland war, die sich gar nicht mehr beruhigen konnte über die Ordnung und Sauberkeit und dass dort nahezu alle Nahrungsmittel billiger seien als in Bukarest. Daraufhin ein Posaunist: das schaffen wir hier auch mit Europa nie. Der Orgelbauer meldet sich nun zu Wort und meint, dass auch in Deutschland eine Orgel-Securitate herrsche, lediglich den "Orgel-Ceaucescu", den gäbe es noch nicht. Was nun ein Violinist genauer wissen möchte. Nachdem dann kurz vor dem Pausengong dieser Orgelbauer ins Detail gegangen war, ja da fing der ganze Bläserflügel bitterlich an zu weinen, und noch im Hineingehen zur nächsten Probestaffel ruft ihm schluchzend der Trompeter zu: "...dann lieber hier Rumänien, wie es leibt und lebt!"

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direkt nach diesem tatsächlich passierten, aber etwas poetisch ausgeformten Beitrag der Philharmoniendiskussion erhielt ich eine Mail mit der Anfrage, was denn im Atheneum für Konzerte aufgeführt werden. Hierzu werden wir umgehend ein Beispiel geben.

Franz Liszt schrieb zur Einweihung der Walckerorgel in Riga "Nun danket alle Gott" und wie wir aus dem nachfolgenden PDF entnehmen können sollte die Montage dieser Orgel in nur 10 Wochen bewerkstelligt worden sein. Ebenso interessant ist der Brief Franz Liszt an den Orgelbauer Mason & Hamlin in Boston, der ihm eine Hausorgel geschenkt hatte.

21.Jan

 Die Auferstehung steht bevor: die Heidelberger Kinoorgel soll bis 2011 wieder im Capitol spielen. Siehe hierzu den StummfilmBlog und den Mannheimer Morgen von heute.

 

Was hat Eugene Gigout  mit dem Organisten und Philharmoniker aus Sofia, Velin Iliev  (Bild) und der wiederum mit der  Walckerorgel im Bukarester Atheneum zu tun. Nun, das sehen wir in dem nachfolgenden Video "Taschen88.wmv", das rund 3 Minuten das Thema Taschenfertigung beleuchtet und darin sowohl Gigouts grandiose Toccata, wie Velins Taschenfertigung zu sehen ist. Gezeigt auf unserem walckerBlog von heute: Anmerkungen zur Taschenfertigung mit Video

 

hier gibt es noch Wemmetsweiler Abnahmebericht unserer Restaurierungsarbeit an der historischen Walcker-Orgel von Herrn Domorganist Still als PDF

 

Auf den Gelsenkirchener Geschichten befindet sich eine interessante Darstellung der ehemals dort im Hans Sachs Haus eingebauten Walcker-Orgel und hier besonders des Fernwerks

 

Symptomatisch: In  die Opusbücher der Firma Walcker waren auf der ersten Seite eingedruckt: "Mit Gott"..... bis etwas zum Jahre 1923. Nach der Weltwirtschaftskrise war nicht mehr Gott der Garant für die Stabilität im Hause Walcker, sondern die Buchhaltung (nach Oscar Walcker). Und was wäre heute? - so eine immer sehr unliebsame Frage, wenn man den Kopf zu tief ins wohlig warme Nest der unveränderlichen Geschichte getaucht hat. Das Christentum als schöner Weihnachtslorbeer oder Lametta um ein "Kirchengeschäft" gehängt, ist nicht nur eine Pervertierung dessen und geradezu eine Beleidigung jeglichen religiösen Gefühls sondern es wäre genau das Gegenteil dessen was es eigentlich sein will, nämlich aktiver Lebenskampf um "das Reich" gegen jegliche Form der Heuchelei. Man hat es äußerst schwer, wenn man sich dieses Wissen abgerungen hat, überhaupt noch in der Geschäftswelt bestehen zu können. Überhaupt keine geschäftliche Überlebenschance hat man mehr, wenn man mit voller Konsequenz "Christentum" betreibt. Halbes Christentum aber gibt es nicht. Es gibt nur viele Worte gegen die einzige und eiserne Konsequenz tatsächlicher Christen.

13.Jan

Original versus Digital - Restaurierung in Bukarest Wie verträgt sich der Gedanke dort einen neuen Spieltisch einzubauen mit dem Gedanken an "die originale Substanz". Aber nicht nur das, sondern noch einen Schritt tiefer gehen wir in dem Gedanken der "analogen Schaltungen"  in unserem neuesten Blog auf WalckerBlog

11.Jan

das Sprachrohr: erstmals und einmalig. Wir geben uns die Ehre den Vortrag von Prof. Dr. Carl Dahlhaus "Moderne Orgelmusik und das 19.Jahrhundert" Erstveröffentlichung im Januar 1968 in ORGEL & ORGELMUSIK HEUTE, während dem ersten Colloquium der WALCKER-STIFTUNG, also exakt 40 Jahre später hier nun wieder zu einem ersten Mal in zwei Teilen als MP3-files, gesprochen von Gerhard Walcker-Mayer, vorzustellen. Damit kann endlich eine Lücke geschlossen werden in Sachen "Orgelliteratur medial=total=sensational". DahlhausTeil1.mp3   - DahlhausTeil2.mp3  (Teil3 und Schluss in Vorbereitung) zu Dahlhaus siehe Wikipedia

 

Fragen bezüglich Messiaens "Livre d'orgue" Sehr geehrter Herr Professor, besten Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten kann.
Die Orgel in die Villa Berg wurde als Opus 2986 im Jahre 1952 mit 72 Registern gebaut. Dort in meinen Unterlagen ist vermerkt, dass Olivier Messiaen am 23.April 1953 die Uraufführung von Livre d'orgue selbst an der Orgel gespielt hat. Messiaen hat dann kurz darauf einen Brief an meinen Vater geschrieben, der sich sehr lobend über die Orgel in Villa Berg aussprach. Diesen Brief habe ich als Anhang beigefügt. Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und sende die besten Grüße gwm 


zwei interessante Medien werden uns nächste Woche in unserer Orgel in Bukarest aufsuchen: das rumänische Fernsehen und ein Reporter der Zeitschrift "GEO". Wir sind gespannt was daraus wird. Zu dieser Zeit haben wir als Praktikanten Iliev Velin, unseren bulgarischen Freund und Konzertorganisten und unseren "Dicken" Ogy Zhekov, Direktor des Europ. Kulturzentrums und Generalbevollmächtigter des "Generals". Das Atheneum wird auch während des NATO-Gipfels im April sehr im Scheinwerferlicht des SECRET SERVICE und anderen Geheimorganisationen sein, da ein Konzert für die hochrangigen Mitglieder der Streitkräfte geplant ist. Auch wir werden momentan schwer gescannt. Oh mei! - auf dem Foto: Bukarest im Schnee. A propos  orient - okzident. Hat sich überhaupt schon jemand Gedanken gemacht, dass wir mit dem Begriff "Orientierung" sagen "am Osten (Orient) suchen wir Halt?!

 

ein Dankschreiben von dem irischen Orgelbauer Aiden Scanlon: dank unserer Information konnte die REDUNDANT Vowles organ  von Bristol, England nach Carlow, Irland ungestellt werden. So also wirkt Germanien weiter auf die Inseln!

09.Jan

von einem leibhaftigen Pythagoreer wurde ich hier in Bukarest angerufen, der mich nach Quellen und Unterlagen zu unserem Artikel und Dauerbrenner "Quadrat" genauestens ausfragte. Da hatte ich  endlich auch Gelegenheit, das seit Jahren von mir beabsichtige Projekt  "die pythagoreische Tetraktis" gründlich  zu hinterfragen - und siehe an, seit Kayser ist hier nichts mehr passiert. Nebenbei gesagt, Kaysers "Orphikon" ist meine Sonntagslektüre hier in Bukarest. Dieses Buch kann um eine ganz wichtige Neuigkeit, die Kayser nicht mehr kennen lernen sollte, erweitert werden.

Nachdem auf einer großen "Lehrmittelseite" unser "Quadrat" verlinkt ist, sind dort täglich die meisten Zugriffe unserer  Internetseiten zu verzeichnen. "Gott bewahre uns vor Esoterik und vor Zugriffszahlen der blanken Masse!", muss noch hinterher gerufen werden, für alle die nicht leise lesen können. Danach schließen sich verschiedene Reiseberichte in der Statistik an. Wobei mich am meisten freute, als ein Costa Ricaner mir mitteilte, dass man in seiner Heimstadt in Coronado fast regelmässig unter Freunden "Sanatorio" ansehen würde und das geheimnisvolle Wehen von Regers "Wachet auf" auf dem Vulkan Irazú in einem anderen Video. (erreichbar unter News Costa Rica)

Im Orgelbau großes Gähnen: wirft man den Gänsen nicht ein paar "technische" und eingängige Fleischbrocken hin, sind sie völlig desinteressiert und fressen nicht. Zeichen für den völligen Verfall einer großen Kultur. Nicht in die Vergangenheit flüchten wir uns da, sondern zu den "Großen der Orgelbaukunst" nach all dem Kleinkarierten der Gegenwart. Und diese Großen sind eben nur in der Vergangenheit zu finden.

06,Jan

..und bleiben die Herren Revisoren für alle Zeiten mit derartigen Vollmachten ausgerüstet zu weiterer willkürlicher Verwendung? .... so fragte KMD Gerhard Bunk in einem Leserbrief an die Walcker-Hausmitteilungen im Jahre 1955, in dem Bunk tief entsetzt die Entfernung von Quinte 10 2/3' und andere Ungeheuerlichkeiten bei einer Orgel anmahnt.

Der Komponist und Kirchenmusikdirektor Gerhard Bunk, der heute wieder eine ungewöhnliche Renaissance erfährt, hat in diesem Schreiben die Orgelbaufirmen in Schutz genommen, weil er instinktsicher die Ursachen für respektlose Umgestaltungen auf anderer Seite vermuten konnte. Es wäre schön, wenn man diese kritische Haltung Bunks bei seiner Revitalisierung ebenso zur Sprache brächte, wie recht belanglose Erscheinungen, wie das Mitgestalten bei irgendwelchen Dispositionen.

 Wie mir gestern ein Musikwissenschaftler mitteilte, war Helmut Bornefeld z.B. schwer dahinter her, in den 1950er Jahren die Giengener Linkorgel zu entsorgen, damit er dort eine eigene Geschichte hätte einbauen können. Nur einem Zufall ist es zu verdanken (ein französischer Organist!), dass diese wichtige Denkmalorgel erhalten blieb. Also das Recht, mit dem heutige Orgelsachverständige wieder am Entsorgen sind, die weitaus weniger Berufung in sich verspüren als das bei Bornefeld der Fall war, das sei einmal als große Frage aufgeworfen.

Ich meine, dass reine Interpreten, die keinerlei Neuschöpfen ins Auge fassen, nur begrenzt am Instrumentenbau Wirkungen einbringen können. Und was haben wir denn heute anderes, als vom Blatt spielende, völlig unkreative Sportler, die hier und da mal etwas schneller oder langsamer spielen. Aber im Großen und Ganzen geht man der heutigen Zeit aus dem Weg. Und dann werden die übrig gebliebenen Orgelbauer mit ihren paar Ausreinigungen im Jahr von durchgestylten "Experten" domestiziert. Ein grauenhafter Gedanke, der die Zukunft der ausreinigenden Orgelbauerzunft kräftig verdüstert. Dass dieser klare Gedanke von "niemandem" verstanden werden soll, ist mir persönlich schleierhaft.

Auch halte ich an einem weiteren Gedanken fest, dass Orgelexperten zuerst einmal von einem Orgelbauergremium geprüft werden, ob sie überhaupt Orgelspielen können - und zwar nicht am Computer sondern an der Orgel !

 

Das Jahr 1826 – Kalenderblätter aus dem Brennpunkt der Romantik neu auf unserem EFW-Blog. Hier werden Eintragungen gezeigt, wie zum Beispiel Darlehensvertrag zwischen Eberhard Friedrich mit seinem Schwager Andreas Laukhuff und die Einstellung des Carl Weigle, als Lehrling, der 6 Jahre lang lernen musste und dabei jährlich 5 Taler zu bezahlen hatte. Daneben wird auf das Jahr 1826 und seine kulturelle und technische Bedeutung hingewiesen. Ein Zusatz, der Kalender von 1815 offenbart uns, dass Eberhard Friedrich genau an seinem 21. Geburtstag zur Armee eingezogen wurde um gegen Napoleon zu kämpfen, aber bereits nach 2 Tagen wird er wieder entlassen. Daher also der nur sehr begrenzte Franzosenhass und die rasche Annäherung an Aristide. Wir wissen aus Eintragungen in diesen Kalendern, dass EFW französisch beherrschte und so wahrscheinlich mit seinem französischen Kollegen in dessen Sprache kommunizierte.

Der Komponist D. Buxtehude im Weltbild des Schriftstellers H.H.Jahnn ...
NZZ Online - Zurich,Switzerland
Solche Gedankengänge dienten Jahnn nicht nur als Grundlage für seinen Orgelbau, sondern auch für die Musikbetrachtungen und fiktiven Kompositionen von ...


Walcker-Orgel hat ausgespielt
Frankfurter Neue Presse - 30. Dez. 2007
Denn die mehr als 130 Jahre alte Walcker-Orgel in der Barockkirche in Frankfurt-Bornheim wird entsorgt. ein Skandal !!

04.Jan
mit heruntergelassenen Fahnen mussten wir gestern von Frankfurt-Airport wieder unsere Heimreise antreten, nachdem dort alle Flüge nach Bukarest wegen heftigem Schneetreiben gecancellt wurden. Am Abend dann auch aus dem 70 km von Bukarest entfernten Ruse die Nachricht, dass dort der Notstand wegen Schneefall ausgerufen wurde. Nun, wir haben unseren Flug auf Montag verlegt und denken so noch den einen oder anderen Beitrag auf unseren Seiten zu lancieren.
02.Jan
Wir befinden uns bereits wieder mit einem Bein im Flugzeug, und zwar in Richtung Bukarest, wo uns dieses  Jahr  in Zusammenarbeit mit bulgarischen, ungarischen und rumänischen Fachkräften ein sehr ideenreicher Austausch bevorsteht, was man absolut an allem was einem hier in Deutschland passiert nicht mehr sagen kann. Sehr, sehr öde ist es geworden in diesem Land, das zu 4/5 amerikanisches Tiefflugniveau angenommen hat, - Tendenz fallend..

Um so mehr freut es mich, dass wir intensiven Kontakt zu unseren Freunden in Costa Rica halten können, und von dort sehr interessante Bewegungen vernehmen. Ebenso unser Freundeskreis in Belgien verlautet angenehme Entwicklungen. Darauf werden wir uns konzentrieren und unsere Motive ausrichten und selbstverständlich wird unserem Gastland der nächsten Zukunft besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wer redet da noch von Deutschland und dessen Blutarmut?

Durch die vom Internet verbreiterte Globalisierung geht man heutzutage nicht mehr in ein fremdes Land und kehrt dann irgendwann heim. Diese Zeiten sind endgültig vorbei, nachdem man überall auf der Welt per Skype telefoniert und "Aspekte" oder Nachrichten im "Zweiten" oder im "ARD" zur gewünschten Zeit einschaltet. Dazu kommt, dass nahezu jeder Einheimische des besuchten Landes mit ein paar Clicks die Homepage des Gegenüber und damit dessen "Selbst" unter die Lupe nehmen kann.

Ein wahrer Trauerfall ist in diesem Zusammenhang, der "Niedergang der Orgelbaukunst" in einer hochzivilisierten Zeit, in der außer einer technischen Entwicklung, nichts mehr an tiefgründiger Kultur eingebracht wird. Denn mit diesen technischen Mittel, man stelle sich das nur 150 Jahre früher vor, wäre ein regelrechter doppelt und dreifacher Kultursprung möglich gewesen.

Aber vielleicht schließen sich Kultur und Zivilisation aus, wie Spengler in seinem monumentalen Werk "Der Untergang des Abendlandes" begründet. Wir brauchen eben einfach mehr Zeit für die initialen Ideen, anstatt, dass man alle Kraft aufs Technische anwendet.

Der Deutsche, das hat Safranski ganz fantastisch erfasst, und in einem Interview zum Ausdruck gebracht, ist immer in Extremen tätig: "Das Tiefe und das Erhabene haben es ihm besonders angetan", sagte er da, und begründet das "Tiefe" mit Freuds Traumdeutung, die um 1900 erschien, und das "Erhabene" mit Spenglers Werk. Beides späte Ergebnisse der Romantik. Und auch heute sind solche Bewegungen da, allerdings viel schwieriger zu erkennen, weil wir mitten im Wald stehen, und es ist der Deutsche derjenige, der nirgendwo ohne das "Irrationale" zu berücksichtigen, Lösungsvorschläge angeht. Anders als die Angloamerikaner, die Franzosen oder Südländer.

Und im Orgelbau können wir irgendwann ohne das Romantische, und damit meine ich die grundlegende Erfassung der Deutschen Romantik, die ja nur dreißig Jahre währte von 1790 bis 1820, überhaupt gar keine richtige Orgel mehr vorstellen. Das heißt, ohne die Auseinandersetzung mit der Romantik als geistige Grundlage.

Wahrscheinlich kommt es dann so, dass die Orgelbewegung, wie übrigens auch die Nazibewegung, grundsätzlich als aus der Romantik hervorgegangene Entwicklung gesehen werden muß. Hier flossen noch weitere und besonders zerstörerische Gedanken in diese Bewegungen mit ein, die aber mit Romantik absolut nichts zu tun haben.

 

Impressum : 

Besitzer : Orgelbau Gerhard Walcker-Mayer

G. Walcker-Mayer (gwm) gewalcker@t-online.de

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Telefax 0049 6805 91 3974