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walckerBlog
20.10.08
aeolineBlog
03.Nov.08
EFW-Blog
27.Mai
walckerflash.de
09.Aug.
NEWS 2008/04 |
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| 27.Nov |
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Leichen
im Keller,
sprich im
Pfeifenwerk, finden sich in mittel-und südamerikanischen Orgeln genügend.
Allerdings bin ich noch nicht mit einem solchen Exemplar, wie hier gezeigt,
konfrontiert worden.
Es
handelt sich um das C der Oktave 4' im II.Manual - sehr schön beschriftet
mit Montre 8' C, Costa Rica.
Wiedereinweihungsfeier mit Orgelkonzert
am 14.Dez.08 in der
Kathedrale von San José. Das Instrument wird in einem Gottesdienst am
Sonntag, den 14. Dezember um 10Uhr30 wieder in Betrieb genommen und nach der
Messe mit einem Konzert dem Publikum vorgestellt. Noch sind fast drei Wochen
intensivste Arbeiten zu verrichten, und wer meint, man liege ganz
behäbig am karibischen Strand und nipple bedächtig an den verschiedenen
Abarten von Tequila Sunrise Longdrinks, den k ann
ich beruhigen: es ist schwieriger als erwartet. Morgens Stau, eine Stunde
Zähfliessender. Abends Stau, ebenso. Tagsüber: der ganze Krach der Stadt
versammelt sich in der Kathedrale, als sei "Lärm" ein katholischer Heiliger.
Zum Mittagessen, noch mehr Krach. Nur hoch über den Bergen, dort wo
immer die Wolken tief hängen, da ist es still, da kommen wir nur sonntags
hin.
Sehr empfehlenswert sind
nach Ansicht eines us-amerikanischen Orgelprofessors unsere beiden Artikel "Zurück
in die Zukunft der Orgel" und "Reger-Ligeti".
Über Letzteren habe er sich halb tot gelacht, auch deswegen, weil man schon
sehr respektlos Orgelmusik hören muss, um so etwas Verdrehtes
schreiben zu können. Wie ich meine, sollte Orgelmusik nie geradlinig
romantisch gehört werden, immer ironisch. So kann die Orgel, wie die
Geliebte, nie tief sein, weil sie letztendlich der G r u n d
ist. |
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| 25.Nov |
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The Walcker-organ in Stockholm City Hall on
videos on YouTube.
Since the inauguration wasn't open to the public, they are the only known
audio-visual documentation of the refurbished organ available so far. So I
thought that I should send the links to you in case you are interested.
Improvisation at Stockholm City Hall
http://www.youtube.com/watch?v=rphQRrNho5M&fmt=18
(Not sure how this
recording was made but I suppose it was done by someone in the audience with
a hidden recording device. Pictures where added later to make a slide show
to the music.)Some very short clips. Probably shot with a simple cam (although
with stereo sound) right before or after the inauguration. They give a
visual impression of the hall and the new console. Note the unusal seating
arrangement.
Toccata - Live at Stadshuset in Stockholm - I
http://www.youtube.com/watch?v=bH9BtYNH1uc&fmt=18
Toccata - Live at Stadshuset in Stockholm - II
http://www.youtube.com/watch?v=JsAyzm1969E&fmt=18
Toccata
- Live at Stadshuset in Stockholm - III
http://www.youtube.com/watch?v=9b42PV6quCY&fmt=18
I'm sorry for not
being able to write in German, but I hope you can understand me anyway.
Sincerely Stefan
Lindström
Neuerscheinung zum 100. Geburtstag von Olivier
Messiaen
am 10. Dezember 2008 "Zur Orgelmusik Olivier
Messiaens Teil 2,
von der Messe
de la Pentecôte bis zum
Livre Du Saint
Sacrement,
Herausgegeben von
Hermann J. Busch &
Michael Heinemann, Mit Beiträgen von: Michael Heinemann, Hermann J. Busch,
Reimund Böhmig, Burkhard Meischein, Paul Thissen und Lydia Weißgerber.
Best.-Nr.: BuB 09 - ISBN 978-3-928412-09-4,
248 S. / 19,00 €,
Butz-Verlag, Pünktlich
zum 100. Geburtstag des Komponisten Olivier Messiaen am 10. Dezember 2008
erscheint Teil II der Reihe „Zur Orgelmusik Olivier Messiaens“, der
wertvolle Beiträge zu den nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen
Orgelwerken enthält. Neben der Beleuchtung der kompositorischen Entwicklung
Messiaens nach 1950 und der ausführlichen Kommentierung einzelner Werke
enthält der Band Texte, in denen Messiaen selbst auf kompositorische Details
seiner Werke sowie auf die theologische Dimension seiner Musik Bezug nimmt.
Die Ausgabe folgt in Aufbau und Konzeption dem bereits im Frühjahr
erschienenen ersten Teil der Reihe, der sich mit den vor 1950 verfassten
Orgelwerken auseinandersetzt.
ein Brief aus CA über Europa und den Rest der
Orgelwelt:
Sehr geehrter
Herr D.
, (..) Ich habe mich
lange mit meinem zeitweiligen Kampfgenossen Claudius Winterhalter
auseinander gesetzt, der ja als einziger Orgelbauer im Süden noch wirklich
kreative Sachen macht. Diese Kraft und Zeit in Sachen Mikrokosmos
Deutschland habe ich nicht und ich will mich auch nicht mehr mit diesen
Oberlehrern, die mit ihren drei Orgelstücken aufglänzen wollen, aber
ansonsten ein trostloser Haufen Dummköpfe sind, herumschlagen.
Die Dortmunder
Walcker-Orgel wird, wenn wir sehr viel Glück haben, vielleicht aus
politischen Gründen unter Denkmalschutz gestellt. Aber Sie können sicher
sein, dass jeder Verantwortliche dann dort, einen riesigen Bogen um mich
machen wird, da ich ja das veranlasst habe, also das Querfeuer gelegt habe.
Das haben mich bereits mehrere Leute wissen lassen – und es ist mir
gleichgültig. Diese Orgel zu erhalten war einfach ein Gebot der Stunde – wie
auch die Villa Bergsche Orgel, wo man ja immer noch in der Hinterhand mit
einer Verschiebung in andere Häuser spielt. (...)
Ich habe die
Mühleisen in Stgtt-Stiftskirche einmal live gehört und ein paarmal über
verschiedene Aufnahmen. Es gibt meiner Meinung nach nicht die richtige
Orgel, oder die falsche. Sondern, das ist meine Erfahrung der letzten Jahre,
es gibt Instrumente die zu bestimmten Zeiten ganz bestimmte Wirkungen haben.
Das ist wahrscheinlich das Geheimnis aller Esoterik. Wenn wir zur falschen
Zeit eine gute Orgel hören, oder umgekehrt eine schlechte Orgel zur
richtigen Zeit, entstehen eine Art Dämpfungsmomente, die wir meist nicht
richtig deuten können. Ist aber der sagenhafte scheinbar „zufällige“ Moment
der richtige und auch die Orgel, dann haben wir ein ungeheures, tiefes
Erlebnis, an das wir immer wieder zurückkehren, und das uns als Messlatte
für andere Erlebnisse dient. Daher will ich sagen, dass wahrscheinlich sehr
viele Orgeln aus den 60er Jahren nur ihre Berechtigung in dieser Zeit gehabt
haben. In der heutigen Zeit ist es daher angebracht, einige dieser wichtigen
Orgeln zu halten, auch wenn wir nicht mehr dieses Initialerlebnis mit diesen
Instrumenten finden können. Dies ist der schwierige Prozess der mit
historischer Wirklichkeitsfindung zusammen hängt und den diese Orgeltröpfe
rund um den jämmerlichen Zustand der heutigen Kirchen nicht finden können.
Weil sie eben in einer Kirchenroutine hängen geblieben sind und einer
Auseinandersetzung mit der Geschichte gar nicht mehr gewachsen sind. (Man
muss ja nur beobachten mit welch niedrigen Auflagen wirkliche Spitzenbücher
der Orgelgeschichte, wie das von Dr. Markus Zepf, über die Praetoriusorgel,
verkauft werden - und die überhaupt nicht im armseligen ARM ORGANI
diskutiert werden)
Was Sie über
die Registrierungskünste von Isoir sagen, das ist genau der Punkt. Jene
Organisten sind eben außerhalb dieser Routine zu finden, es sind Künstler
und frei denkende Menschen, denen es geradezu ein Bedürfnis ist, aus einem
Instrument alle Feinheiten herauszuholen, während der Orgelsachverständige
als Bürokrat, gerade alle Freiheiten hasst, weil sie ihm seine fertig
vorliegenden Schematas kaputt schlagen.
Ihnen und Ihrem
Sohn wünsche ich, dass Sie weiterhin viele Orgeln finden, die Ihnen Freude
bereiten, das ist doch letztlich das Wichtigste. Alles auf die Orgel hinzu
Produzierte, alles künstlich drauf Geladene, alles dieses Geschwätz und die
von persönlichem Interesse geleitete Dialektik rund um die Orgel, alles das
soll bei einem schönen Orgelkonzert außen vor bleiben - dann haben wir
einen Schritt wieder getan zu einer ideal daher schreitenden Königin.
Mit bestem Gruß
Ihr Gerhard
Walcker-Mayer
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| 23.Nov |
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Nach
zwölf Jahren Schweigen wieder spielbar.
Vor über zwölf Jahren hat die Schyven-Orgel ihre letzten vernehmbaren Worte
gesprochen, danach musste das Instrument eine musikalische
Regenerierungsphase von über 12 Jahren einlegen. Heute erklang das
Instrument wieder im Beisein der beiden costa-ricanischen Orgelfreunde
Bosco Ramirez und Orlando Vega. Das wurde zuvor mit einer kleinen
Gedenkminute bei einem Pappbecher Café bei Wendy´s gewürdigt. Bosco erzählte
bei dieser Gelegenheit dass anstelle der Schyven-Orgel vorher eine
Cavaillé-Coll Orgel stand, 1850 gebaut, die 1888 durch ein Erdbeben zerstört
wurde. Und er übergab mir eine Abschrift des originalen
Schyven-Kostenanschlages vom 27.Jan. 1889 in dem kurioserweise das Hauptwerk
auf dem 2.Manual und das Positif auf dem 1.Manual plaziert wurde. Der Klang
dieser Orgel, soweit lässt sich bereits absehen, wird eine ungeheures
Aufleben der Orgelmusik in dieser Stadt nach sich ziehen, weil wir hier
wunderbare Trompeten, vielleicht ein etwas zurückhaltendes Princ.Plenum und
zarteste Streicher vorfinden. Etwas das es im heutigen Costa Rica so nicht
gibt. Ein Problem allerdings stellen die zarten Intonationen der
Labialregister dar: hier in Süd- und Mittelamerika hat es sich eingebürgert,
dass geöffnete Kirchen mit weit aufgerissenen Türen den Lärm der Stadt in
voller Bandbreite in sich aufnehmen. Selbst während den Gottesdiensten und
Orgelkonzerten wird nie das Brausen der Verkehrsfluten durch geschlossene
Türen behindert. Ich kann mich nur an ein einziges Konzert erinnern, wo
durch meinen heftigen Protest beim Pfarrer die Türen einmal zugemacht
wurden. In Don Bosco, San José, vor einem Jahr, während eine junge Französin
auf einer Walcker-Orgel konzertierte. Jedenfalls führt dieser Lärm dazu,
dass kaum ein Hörer im Kirchenraum etwas von den zarten Salicionalen und
Violen di Gambas etwas mitbekommen wird. Steht ein mit voller Power
aufgedrehter PKW an der Ampel, in gerader Linie zur Haupteingangspforte an
der Kathedrale, so passiert es gut und gerne, dass man den Pfarrer während
der Messe nicht mehr wahrnimmt, dafür hört man dann lebendige Werbung der
Radiosender.
hier ist unser
CostaRicaWeb
mit Bildershow
aus Orgel, Land und Leuten mit Orgelmeditationen
Wer sich berühren
lässt
vom
Transzendenten, lernt die Ekstase und die Trauer, die Liebe und das Mitleid.
"Die Kraft des Anstößigen" ein hervorragender Artikel der heutigen
SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG zeigt, dass dort wirklich großartige Journalisten
wirken. Dieser Artikel beleuchtet die Problematik der Kirchen in Deutschland
aus einer Sicht, die man viel zu selten bereit ist, einzunehmen: in wenigen
Jahren wird es in diesem Lande nur noch 50% der Bevölkerung geben, die sich
mit der Kirche befassen. Auch mein Eindruck: Religion ist nicht im Kommen,
sondern sie verdichtet sich in Einzelnen, dort aber ist Kommendes. |
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| 21.Nov |
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die
Schyven-Orgel in San José und ihre Probleme:
hierzu haben wir
momentan eine Menge Anfragen und Diskussionen. Besonders deswegen, weil
natürlich niemandem so recht schlüssig einleuchten will, dass nach über 2
jähriger Restaurierung ein Instrument nicht spielbar sein kann. Ich bin
momentan mit geradezu grotesken Fehlern der Regulierung rund um den
Barkerhebel beschäftigt, die mit einer Spieltraktur von rund 4mm Reise
betrieben wurde, und wo alle Leder-Regulierstellen durch Oxidation völlig
festgefressen sind. Die beiden h ier
gezeigten Bilder, typische Fehler, wie sie hier am laufenden Band
auftauchen, lassen erkennen, mit welchen Problemen diese Orgel zu kämpfen
hat. Nämlich mit einer Vielzahl an potentiellen Heulerquellen, die nicht nur
auf ein schlecht bearbeitetes Element hinweist, sondern die sagen, es gibt
hier nichts, was nicht überprüft werden muss. Oben links handelt es sich um
die Koppelschaltung zum I.Manual, wo die Ledermuttern über die Wippen hüpfen
und für Heuler gut gesorgt ist. Unten rechts haben wir eine Spaxschraube die
in die historische Hauptwerkslade getrieben wurde und das g''' der vorderen
Kanzellen zum Durchheulen aufforderte. Die hinteren Kanzellen hat Schyven
nach Cavailléscher Manier für die Zungen reserviert, mit hohem Winddruck.
Aufforderung zur Abgabe von
Angeboten
von Orgeleinbauten in zwei Städten in Russland, außerdem ein Angebot
vergleichbar der Restaurierung der Bukarester Orgel in Rom, wo wir
wahrscheinlich noch dieses Jahr einen Trip unternehmen, um die dortige Orgel
mit über 80 Register aufzunehmen, halten uns mit der unheimlichen
Begeisterung hier in Costa Rica, wo wir so ganz nebenbei noch die
Aufforderung erhielten ein Restaurierungsangebot der zweiten Schyven-Orgel
des Landes abzugeben, sehr in Trab, und ganz bestimmt nicht in der
Bewusstheit nun langsam etwas kürzer zu treten. "Bleiben Sie doch hier
in Mittelamerika, hier ist für Sie genug Arbeit", hat mir vor zwei Tagen ein
Landsmann entgegnet - aber wie ich sehe, ist die Welt doch viel größer als
Amerika und Europa. Als global Player kennt man nur einen Planeten, und
nicht Erd-teile, höchstens Erd-beben. |
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| 19.Nov |
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Erdbeben:
heute Nacht war hier
in Costa Rica ein Erdbeben von rund 1min. Dauer. Unheimlich. Von der Stärke
(6,5 auf der Richterskala) und Intensität her etwas vollkommen Ungewohntes.
Da schläft man nicht mehr so schnell ein. Tote gab es nicht. Hunde und
Katzen haben verrückt gespielt. Da war
Musik drin...,
der Saalbau in
Recklinghausen beherbergte einst eine große Walcker-Orgel.
Artikel von "Der Westen". |
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| 18.Nov |
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Auf
Einladung des belgischen Botschafters
Baron Gillés de
Pélichy wurde ich heute von Frau Dr. Monar, der Stellvertreterin des
deutschen Botschafters in Costa Rica, ins Palais der belgischen Botschaft in
San José geleitet, und konnte dort drei Stunden in einem herrlichen Garten
an der großartigen Feier zum 150 jährigen Bestehen dieser Botschaft
teilnehmen. Grund der Einladung war meine Arbeit an der belgischen
Schyvenorgel, die natürlich hier in Costa Rica ganz große Aufmerksamkeit
erregt. Neben fast allen Botschaftern, die in Costa Rica akkreditiert sind,
waren weitere Personen aus Wirtschaft und Kultur zugegen, die mich
interessiert nach dem Fortgang der Arbeiten an der Orgel in der
Catedral Metropolitana befragten. Sowohl der argentinische wie der
brasilianische Botschafter waren hervorragend über diese Orgel informiert
und wünschten mir viel Glück für diese Arbeiten. Dem englischen Botschafter,
einem Schotten, konnte ich eine geografische Neuigkeit übermitteln in Sachen
Schottland, er kannte nicht "Tomintoul", eine Kleinstadt auf den Highlands,
wo wir im Sommer nächstes Jahr eine Walcker-Orgel aus 1903 restaurieren. Der
Baron de Pélichy hat in seiner Rede ausdrücklich die deutsche Initiative in
Sachen "belgischer Orgel" hervorgehoben, und augenzwinkernd auch eine
deutsche Finanzierung der Sache begrüßt, "das ist halt Europa" , was
nun aber nicht ganz den Tatsachen entsprach. Am Rande sehr hintergrundreiche
Gespräche mit einflussreichen deutschen Einwanderern, die hier Gott + die
Welt seit Jahrzehnten kennen gelernt haben und wissen wohin man sich in der
Not wenden muss. Vom spanischen Botschafter wurde ich aufgefordert, die
beiden spanischen Instrumente in Costa Rica zu benennen und in einer
deutsch-spanische Kulturinitiative in eine vergleichbaren Aktion
herzurichten, wie das vor einem Jahr mit der deutsch-französischen
Initiative geschah. Man sieht also, dass Europa in Mittelamerika sehr viel
von Orgelbau und seiner alten Orgelkultur wiederbeleben möchte und sich
zweifellos damit auch identifiziert. Nach drei Stunden "Diplomatie"
war ich aber gottfroh wieder in meine Orgel einzukehren. |
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| 16.Nov |
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Erster Reisebericht aus Costa Rica,
wo neben der
Muncipal-Orgel auch ein weiteres Instrument vorgestellt wurde, das ich durch
Zufall gefunden habe. "Ich glaube es ist aus Belgien", sagte der Pfarrer,
aber dann war ich höchst erstaunt ein wundervolles Instrument einer
berühmten Firma zu finden. Zwar unspielbar, aber sicher ist es ein nur
üblicher Aufwand, diese Orgel wieder herzurichten. Wir werden für den
Pfarrer noch eine Dokumentation erstellen, damit er eine Grundlage zum
Spendeneintreiben in der Hand hat, die wir dann auch hier vorstellen wollen.
Feedback zum Bukarester Heft:
Sehr geehrter Herr
Walcker-Mayer, mit großer Freude habe ich die spannende
Dokumentations-Broschüre der Orgel Ihres Urgroßvaters in Bukarest erhalten
und bedanke mich bestens. Mit großem Interesse habe ich das spannende Heft
in einem Stück durchgelesen und denke, dass das sicher auch eine gute
Referenz für künftige Bewerbungen um ähnliche Arbeiten sein dürfte?! Das
müssen ja schon sehr bewegende Momente für Sie gewesen sein, so direkt auf
den Spuren des bedeutenden Vorfahren zu wandeln!? Wahrscheinlich aufgrund
der persönlichen Verbindung noch ungleich spannender und erfüllender als die
Arbeit an den Orgeln anderer bedeutender Meister. Ich wünsche Ihnen sehr,
dass Sie noch in ähnlicher Weise an anderen alten und mittelalten
Walcker-Orgeln arbeiten dürfen und bleibe in diesem Sinne und in Vorfreude
mit Ihnen der Wiedereinweihung dieses meisterhaften Stücks Walckerscher
Orgelbaukunst beiwohnen zu dürfen und mit besten Grüßen von Luxemburg nach
Costa Rica, Martin Doll
Sehr geehrter Herr
Walcker-Mayer, herzlichen Dank für die Zusendung des gelungenen Heftes der
renovierten Orgel im Atheneum. Und ebenfalls ein anerkennendes Dankschön für
Ihren unermüdlichen "ehrenamtlichen" Einsatz rund um die Orgel! Mit besten
Grüßen L.Z |
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| 14.Nov |
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Halbe Reise,
wird man am Ende des
Tages gefragt - das ist in good old Germany 2:00 früh und hier in San José
19:00Uhr, ob man denn nicht vollständig gereist sei? Jeder
Orgelbauerlehrling wird spätestens am dritten Tag seines
Auszubildendendaseins darauf hingewiesen, dass die "Halbe Reise" das
Wichtigste im Leben des Orgelbauers ist. Nicht gemeint ist, dass man mitten
auf dem Atlantik abspringt. Um was handelt es sich dann ? Es dreht sich
darum, dass alle Trakturelemente bei "halber Reise" den optimalen Zustand
von 0 oder 90 Grad zum bewegenden Teilglied erreichen. Ein Winkel, der
8 mm Gang macht wird so reguliert, dass er nach 4mm Reise mit beiden
Schenkeln exakt 90 Grad zu den bewegenden Abstrakten steht. Eine
Horizontalwippe befindet sich also erst bei halber Reise genau horizontal.
Wird eine Traktur außerhalb dieses Grundsatzes von der halben Reise
reguliert, so hat man in der Regel Probleme bei den Trakturelementen, weil
"Würgeeffekte" an den Angriffsspunkten entstehen.
San
José- first contact -
eine Lebendigkeit in dieser Stadt, die regelrecht überpulsierend und
aufputschend für vom jetlag getrübte Sinne sein kann. Weniger die "Schyven",
die schon gehörig ihre Probleme kund getan. Sehr gute Qualität des
Ausgangsinstrumentes, sehr schlechte Wartung und Reparatur der letzten
hundert Jahre - überhaupt keine Basis-Regulierung der Mechanik, die an
ursprüngliche Grundlagen erinnern würde. "Halbe Reise" kennt man hier nicht,
nur g a n z falsche. Wenig funktionierendes Material, am wenigsten die
Barker, die über Fußpistons die Koppeln
betätigen
sollen. Blas- und Singgeräusche in der Orgel, die an verstorbene Orgelbauer
gemahnen. Die
Begeisterung, mit der wir hier angetrieben werden, muss sich letztendlich im
Material niederschlagen. Morgen wohl Kontaktaufnahme mit Weikersheimer -
alle Baumärkte hier sind schon abgegrast. Es scheint, als habe die ganze
Stadt den Artikel über die Arbeiten an der Orgel gelesen: alle wissen, dass
es nun bald wieder gute Orgelmusik in der Stadt gibt, nur der Orgelbauer,
der arbeitet noch an seiner Hoffnung. |
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| 11.Nov. |
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inzwischen gut in Costa Rica
gelandet, finde ich
eine wichtige Email vor, die mich auf einen Fehler meinerseits aufmerksam
macht in Bezug auf die von Willem Tanke bespielte Orgel. Es handelt
sich nicht um eine Marcussen, sondern um die
Adema-Orgel in der Kathedrale St. Bavo zu Haarlem.
Dank an Erik van der Heijden für die Aufklärung. Das ist ein gigantisches
Instrument, das u.a. wieder beweist, dass in Holland einfach die besten
Orgeln versammelt sind. Nochmals, Gratulation nach Haarlem, Gratulation an
Willem Tanke, von dem ich zwischenzeitlich ebenfalls Nachricht bekommen
habe, wo wir erfahren, dass zwei Videos von ihm mit Messiaen auf Youtube
sind:
http://www.youtube.com/v/lZfkUgazCtM
und
http://www.youtube.com/v/rbNKxRims1s .
Ich selbst
habe mich inzwischen mit der Schyven-Orgel in San José beschäftigt,
und erfahren,
dass die Presse sich am Sonntag aktiv um die Sache gekümmert
hat, mit Bildmaterial aus der Orgel. Hier haben wir tagsüber schönsten
Sonnenschein bei 28 Grand Cels und immer eine gute Tasse Costa Rica- Cafe in
der Hand, da brennt nichts an. Und neben lockeren Tangorhythmen sind tiefe
Gebete unsere ständigen Begleiter, um das vorgegebene Arbeitsziel nicht aus
den Augen zu verlieren. Orlando hat uns bereits in der Kathedrale
besucht: drei Orgeln im Lande haben Initiativen losgetreten, die voraus
sagen, dass wir nicht das letzte Mal hier waren. Ole - nun fehlen nur noch
die mit karibischen Drinks bewaffneten und hüfteschwingenden girls, um den
Orgelbaueralltag auf ein lockeres Niveau "after Bukarest"
anzuheben.
REDUNDANT PIPE ORGANS :
M0138 die John Laycock Organ aus 1871
mit II/20 steht zum Verkauf |
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| 09.Nov. |
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Unheimlich schön:
das Amsterdamer
Loeki Stardust Quartet "THE ART OF FUGUE" - "DIE KUNST DER FUGE" kann
kostenlos angehört werden auf
http://www.lastfm.de/music/Amsterdam+Loeki+Stardust+Quartet , oder man
kauft die CD bei 2001. Wo es übrigens auch "MESSIAEN ORGAN WORKS" gibt,
gespielt von Willem Tanke : grandios!! auf grandioser Orgel. 8 CD's
zu moderatem Preis. Siehe auch
www.willemtanke.com dazu eine weitere Antwort:
Mir gefallen diese Marcussen Orgeln überhaupt
nicht, aber diese Orgel wurde mit Sicherheit später klanglich überarbeitet
und ist hervorragend. Von den Streichern bis zu den Zungen ein klarer
transparenter Klang und ein unheimlich feines Crescendo, bestimmt auch gut
für Reger und teilweise romantischer Orgelmusik geeignet. Messiaen ist und
bleibt ein Komponist von romantischer Musik, vielleicht der letzte. Er hat
nie diesen modernen Kopf gehabt wie Ligeti. Immer Herz. Deswegen wird
Messiaen Ligeti um Längen überleben. Wir steuern auf eine neue Romantik zu –
lassen Sie die Leute mal mit ihren technischen Spielzeugen ein paar Jahre
herumspielen, dann kommen Sie und wollen wieder mechanisch erzeugte Musik.
So ist das halt mit Weihnachten im Kindergarten- am Schluss spielt man mit
der Verpackung. gwm
Die
Walcker-Orgel der St. Michaels-Kirche in
Weiden
ist in Semogo wieder aufgebaut worden:
http://www.oberpfalznetz.de/onetz/1585581-118-orgel_schafft_oekumene,1,0.html
http://www.pradella-organi.it/images/all/semogo/semogo.htm und ich
bin überzeugt, dass diese Orgel besser klingt, als jede "Max-Reger-Orgel".
Hefte Atheneum Bukarest
sind heute
postfertig gemacht worden und werden morgen und übermorgen versand. Dann,
wenn ich bereits über den Wolken des Atlantiks verschwebe mit Olivier
Messiaen im Ohr, gespielt auf der Rotterdamer Marcussen.
Costa Rica, San José :
bereits gute Erwartungsstimmung dort und leichte Bedenken, wie in der
geplanten, sehr kurzen Zeit, die schönste, größte und interessanteste Orgel
des Landes wieder spielbar gemacht werden kann. Hier jedenfalls Rückfragen
von der größten Tageszeitung des Landes: I have read in your blog
that you are coming to Costa Rica in order to fix the organ of the Cathedral
of San José. We would like to publish an article about this before your
arrival. I would like to know if you can give us some more information about
this project, specifically if you will be able to finish your job in such a
short time and what kind of repairs you believe will need to be done to this
organ. Yours sincerely, Pablo Fonseca, Journalist -
http://www.nacion.com
.... don´t worry, we´ll succeed
am
10.November ist es soweit: "America, now you have some good presidents, you
have some better temperatures than Europe, now we come....". Dann wird man
in erster Station "Miami" mit Fingerabdrücken wieder behandelt und als
verschärfter Gegner des McDonaldinismus den ersten originalgetreuen "Burger"
subkonsumieren, um das einzige dort auffindbare Kulturmerkmal unter die Lupe
zu nehmen. Soweit es die "wireless" zulässt werden wir täglich eine kurze
Story über den Atlantik schicken. Schwerbewaffnet mit Tascam und Nikon und
der erwarteten Begegnung mit hochmotivierter Organista aus aller
Welt, sollte dies ein hellerleuchtetes Spektakel geben. Erst an Weihnachten
wird man sich von den wohligen 26Grad Celsius verabschieden - vielleicht
reicht das Feuer, um den Winter schadlos in germanischer Höhle verbringen zu
können, wo man die brennenden Augen an den Früchten der Inkas und Mayas
kühlt
Bauet Orgeln mit Liebe und Sorgfalt:
sah ich mit einiger Einfalt den Spamtrailer der Firma Seiffart (bei Köln)
den der ZDF-Dokukanal am 8.11.08 ausstrahlte und wo ein äußerst lebloser
Bossert (97 + - 3Jahre) gegen eine orgiastische Apkalna, die wie weiland
Hilde von Bingelen, mit der primären Werbeaussage ins Ikonenhafte
heiligenscheinbewaffnet aufklonte: "seid begeistert - dann geistern die
Gespenster in die Pfeifffen und klöngen sau herrlich wai uns da Vorfaahren
so getuhn!" In jedem Falle war ich restlos von den Schauspielern überzeugt,
besonders den Darstellern der Orgelbauer, die gegen alles Spezialistentum
gesetzt, von der Auslese der edlen Hölzer bis zum Zuschnitt der teils
krömblichen Wippen gar alles fest im Griff zu haben schienen. Und man meinte
sogar einen jener Akteure am Beerdigungs-Spieltisch einen richtigen Akkord
anhalten gehört zu haben. Eine grundehrliche Show. Etwas vermisst habe ich
Thomas Gottschalk, der sicher die eine oder andere wichtige Frage mit
gleichzeitiger Antwort auf der Zunge gehabt hätte. Dieses Video muss ins
Netz - das schlägt allen Sarah-Palin-Komikern zur Freude - dem Orgelbau die
entscheidende Brücke zur Satire. (gwm)
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| 03.Nov. |
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Nobelpreis für die beste Orgel,
wurde
auch dieses Jahr leider nicht vergeben, aber in eben jenem Saale, der für
die Preisverleihung zur Verfügung steht, in der Blauen Halle in Stockholm,
wird nun die restaurierte Walcker-Orgel am 18.November eingeweiht, zu der
ich ebenfalls eine Einladung (für recht geringe Zuträgerdienste) erhalten
habe. Aber die ich leider nicht wahrnehmen kann, weil man auf der anderen
Seite des Globus an alten Orgeln herumschrauben muss. Während also auf der
ROUTE SOUTHAMERICANA die letzten indianischen Orgeln zurechtgerückt werden,
wird hier in good old Europe eine weitere Oscar-Walcker-Konzertsaalorgel,
zumindest vom Pfeifenbestand angenähert original, hier wieder das Licht der
Welt erblicken. Etwas, das offensichtlich die Deutschen überhaupt nicht mehr
auf die Beine kriegen. Dafür stehen hier an jeder denkmalgeschützten Pfeife
dann zehn Sachverständige, und bei jeder Ausreinigung mindestens 3 solcher
Würdenträger, die alles tun, um jegliche frische Luft ins Kulturvakuum
gründlich abzuwürgen. Die Freiheit der erniedrigten Kreatur, von der so
mancher Orgelbauer noch geträumt hat, überall finden wir sie, nur an manchen
Stellen im verdichteten deutschsprachigen Raum, da kann man sie nicht einmal
mehr im Wort finden. Weil dort panikartige Angst herrscht. Die
Vetternwirtschaft, die auf primitivste Methoden ausgerichtete
Orgelbauvergaben, die blanke Korruption, all das was heute in Markt und
Wirtschaft zumindest in Deutschland rigoros bekämpft wird, weil es
letztendlich zur Krise geführt hat, all das blüht in hellster Buntheit
weiterhin unbefragt im Orgelgeschäft, weil kein Mensch sich bemüßigt fühlt,
die katastrophalen Folgen des Sachverständigenwesens in Deutschland einmal
auf den Tisch zu knallen und als Strukturfehler des Systems zu brandmarken.
Eine äußerst beängstigende Situation. (gwm)
Wir haben Velin Iliev, Professor und Organist
in der Philharmonie in Sofia gewinnen können, für CD-Aufnahmen im Feb.2009
in Bukarest verschiedene Stücke einzuspielen. Programmpunkte: Praeludium und
Fuge vom späten Bach, u.a. h-moll, BWV 544, Max Reger Introduction und
Passacaglia in d-moll, die letzten drei Choräle von C. Franck und zwar II
Choral in h-moll, außerdem die rumänische Orgelmusik, welche auf dieser
Orgel nach 1964 uraufgeführt wurde. Mein Wunsch wäre eine DoppelCD auch mit
Komponisten aus der Orgelbewegung. Dazu im Februar mehr.
Radulescu in Regensburg und
Kooimann in Ottobeuren
sind zwei
Pressemitteilungen (pdf), die von entsprechenden Aktionen vergangener Tage
erzählen. Weitere Veranstaltungen sind:
●
Studienreise zum 100. Geburtstag von Olivier Messiaen nach Paris (d, e,
f) (7. – 10.12.2008) ● Orgelwettbewerb!? Kurs zur Wettbewerbsvorbereitung
für junge Organisten (d. e) (3.-5.4.2009) ● Orgeltour Paris (Woche nach
Ostern) „Gaston Litaize zum 100. Geburtstag“ (d, e, f) (15.-19.4.09)
● Orgelakademie Albert Schweitzer in Königsfeld / Schwarzwald mit
Daniel Roth (d) (15.-17.5.2009) (in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft
der Orgelfreunde GdO) ● Orgelkurs zum Mendelssohn-Jahr mit Prof.
Dr. Ludger Lohmann in Herzberg (d. e) (3. – 7.6.2009) ● OrganTourGermany
„Domorgeln am Rhein und Leipzig“ (e) (5. – 12.7.2009) ● Orgelakademie
Oberschwaben (d,. e) (30.7. – 2.8.2009) ● „Orgelfest Ottobeuren“ mit
J.N.-Holzhey-Symposium Kurs, Vorträge, Konzerte (d) (16. – 20.9.2009) (in
Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Orgelfreunde GdO) ● Akademietage
Regensburg (15. – 17.10.2009) ● Orgeltour Paris 2010 (Woche nach
Ostern) (d, e, f) (7. – 11.4.2010) [Veranstaltung in d = deutsch, e =
englisch, f = französisch]ORGANpromotion • mg-music • 18 Jahre
Orgelmanagement in Europa
Mixturen der Spätromantik,neuer
Blog, am Beispiel der Rotterdamer Walcker-Orgel Bj. 1915, die heute
in Doesburg steht und dort über CD's und natürlich auch direkt klanglich
erfasst werden können. Leider sind einige der Mixturen geändert worden. Mit
Sicherheit sind die hier gezeigten Mixturen eine ganz großartige "neue"
Wegweisung.
Mixturen und ihre Zusammenstellungen ab 1864
ein neuer Blog auf unserem aeolineBlog. Sehr intensiv konnte ich mich
klanglich mit verschiedenen Mixturzusammenstellungen auseinandersetzen, weil
in der Orgelbewegung und damit an unserer Orgel im Atheneum neue Erfahrungen
mit solchen Zusammensetzungen gemacht wurden. Man hat die alten terzhaltigen
Mixturen gegen größere Anzahl an Chören ersetzt, was nicht immer glücklich
war. Eine Terz in einer Mixtur bringt zunächst einmal einfach nur mehr
"Intensität" nicht "Lautstärke". Am Ende des Tutti noch eine terzhaltige
Mixtur draufgesetzt, das erbringt noch einen Kick an Mehrklang, der deutlich
gehört werden kann. Und außerdem erlaubt die Terz bei kleinen Orgeln eine
Annäherung an feine, hochliegende Glockentöne, die dann mit Septimen
tatsächlich auch später wieder in den orgelbewegten Instrumenten aufgetaucht
sind. Das werden wir in einigen Tagen an einigen Musterbeispielen zeigen. In
jedem Fall hat EFW bei kleineren Orgeln auf dem 1 3/5' geendet, was schon
ein gutes Gehör zum sauberen Einstimmen erfordert. Bei nächster Gelegenheit
will ich hier noch die Mensuren erkunden, weil mit Sicherheit diese Terzen
weiter dimensioniert waren, vielleicht enger labiert. Nicht verwechselt
werden sollen Terzen die mit Quinten und Gedackten einen Zungenersatzklang
fabrizieren sollen, denn diese sind grundsätzlich anders mensuriert als die
Terzen in den Mixturen der Orgelromantik. Sehr interessant ist, dass bei
einem Doppelchor des 1', eine gedeckte und ein offene Pfeife von
Eberhard Friedrich eingesetzt wurde. Das Arbeitsbuch von 1864 trägt zu
Beginn noch seine Handschrift. Lassen Sie sich von den Mixturen des Meisters
überraschen!
Nacht ist es, in Bukarest
- und damit wachsen manche
Gespenster ins Unermessliche, und manche Musik ins Erhabene....Nacht ist
es, so hat einst der Dichter gedichtet, und versank ins "schwarze
Träumen", ins Abgründige. Folgerichtig sei am Ende dieser Bildserie gesagt:
".. ach, dass es doch Tag wäre". Bildershow mit grandioser,
unendlicher Orgel, wo nur noch eines stehen bleiben kann: das Gebet mit und
durch die Orgel, te deum laudamus, der ambrosianische Lobgesang. Unser
Abschied von einer Stadt, in die man sich liebendig verirrt hat. Bildershow
mit der stärksten zeitgenössischen Orgelmusik, die überhaupt im letzten
Quartal des vergangenen Jahrhunderts komponiert wurde:
Péteris Vasks (1946) Te Deum (1991) |
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| 31.Okt. |
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erfolgreiche Abnahme unserer Arbeit in Bukarest:
nach 15 Monaten und 2 Wochen Arbeit, ohne einen einzigen Tag Urlaub
einzuschieben haben wir endlich den finalen Abschluss im Atheneum in
Bukarest erreicht, der durch die Direktoren der Philharmonie in Form
einer Abnahme unterzeichnet vorliegt. Damit beschließen wir nun eine
schwierige Zeit, die uns aber auch gewaltige Eindrücke verschafft hat. Die
Stadt Bukarest wird mir in sehr kontrastreicher Erinnerung verbleiben, wobei
mir die extremen Randbelichtungen die schönsten waren. Besonders zwei Dinge
waren es, die mir unvergesslich bleiben werden: die ungewöhnlichen, alten
Häuser, die eine erhabene Stimmung auch jetzt noch im Verfall ausstrahlen,
und die interessanten menschlichen Kontakte.
Morgen erhalten wir das vom Atheneum herausgegebene Heft über die Orgel, das wir kostenfrei an alle
Interessenten nächste Woche verschicken. Wer das noch nicht geordert hat,
kann es hier kommentarlos anfordern:
heft_bukarest@walcker.com
Siehe auch hierzu eine kleine Diashow mit Bilder aus der Orgel (heute und gestern) und etwas Orgelmusik von Nicolae
Licaret aus der Orgel im Atheneum (ganz einfach zu steuern mit der
Pfeiltaste rechts, nachdem man ein Bild angeclickt hat)
Dominique
Merlet,
namhafter Professor am Conservatoire National Supérieur de Paris und später
am Genfer Conservatoire de Musique, ist Vortragskünstler und Musiker von
absolutem Weltrang, und er hat heute unsere Orgel im Atheneum ausgiebig erprobt. In
Paris gab er bis vor kurzem Orgelunterricht an der Alfred-Kern-Orgel von Notre Dame de Blanc-Monteamp
(aus 1968). Hier ein paar
MP3Takte von Merlet auf der neu
eingerichteten Walcker-Orgel in Bukarest. Merlet kritisierte übrigens, dass
in der Zimbel des Hauptwerks keine Terz enthalten ist! Ein Phänomen,
das mich verwunderte, weil das ja ursprünglich typisch deutsch war, aber
eben bei den orgelbewegten Instrumenten ab Mitte der Zwanziger Jahre
überhaupt nicht mehr zum Tragen kam. Die Orgelbewegung war regelrecht
terzenfeindlich. Ein Thema das unserem nächsten Blog gewidmet wird.
zum Thema "Stimmungssysteme"
habe ich einige
interessante Ergänzungen und Bestätigungen erhalten, und möchte dazu selbst
noch ein paar Worte erläuternd hinzufügen: das Problem
"Wind-Stimmungssystem" als gegenübergestellte Fragezeichen, ist natürlich
jedermann, der sich mit Orgelproblemen beschäftigt hat, bekannt. Man
klammert den mechanischen Wind einfach aus, weil es unangenehme (unbequeme)
Fragen aufwirft. Aber wir werden es noch erleben, dass es da eine Bewegung
geben wird, die "authentische" Windverhältnisse einfordert, bevor man zu
konsequenten Stimmungssystemen übergeht. Das Letztere ist ja technisch
einfacher zu realisieren und damit beschäftigen sich natürlich unsere
götheborgschen Wissenschaftler mit höchster Energie, weil man hier wunderbar
bequem mit dem Computer herumspielen kann und die zweihundert historischen
Systeme brav ohne jeglichen Kontakt mit der Orgel in Tabellenform
aufbereiten kann. Szientistischer Infantilismus - mehr ist das nicht. Eine
durchkonstruierte Orgelwelt, die es nie gegeben hat.
Wenn heute durch
Gewöhnungspraktiken an die Bild-und Hörflut eine ganz andere Generation von
Musikhörern heranwächst, können wir es einfach nicht verantworten, für ein
paar Spezialisten riesige Apparate herzustellen, für die kein Publikum mehr
da ist. Außer, man setzt sich dem Verdacht aus, wie die Pharaonen, Pyramiden
zu bauen, unter denen das Volk zu ächzen hat, weil in 3000 Jahren alle Welt
diese Dinge bestaunen wird.
Daher ist zuerst einmal die
Aufklärung über diese historische Kultur und ihr Wesen in den Schulen wieder
mit entsprechender Priorität vorzunehmen - und nicht, wie es heute ist, dass
man sich sagt, Ausbildung ist nur für die Wirtschaft da, alles andere soll
sich jeder holen woher er es bekommen kann. Da haben wenigsten früher noch
Religion und humanistisch gesinnte Menschen gewirkt - doch das ist heute im
Populismus restlos versumpft.
Das Hochjubeln von Wirtschaft
und Wissenschaft durch alle Medien hindurch haben wir jetzt über ein halbes
Jahrhundert erleiden müssen, mit dem Ergebnis, dass wir eine
materialistische Generation an Nihilisten herangezüchtet haben, die außer
Konsum und "Fun" absolut nichts mehr interessiert. Das ist der momentane
Tiefstand der mitteleuropäischen Kultur. Das Pendel, so könnte man hoffen,
wird wieder, wie immer in der Geschichte zurückschlagen, aber an die großen
Geldausgaben gewohnt, an den täglichen bequemen Fernsehabend, an die
geringst mögliche Leidensfähigkeit konditioniert, all das ist mit aktiver
neuer Kultur nicht zu haben. Und daher wird der Ausschlag noch oben diesmal
sehr dürftig ausfallen.
Die schrumpfende Sinuskurve
(ein mathematisches Unding) würde ich als Symbol der heutigen Zeit
einführen. (gwm) |
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| 29.Okt. |
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Die Finanzkrise und Rumänien:
am Donnerstag
den 30.Oktober gegen 13 Uhr haben wir hier Abnahme im Atheneum in Bukarest -
und dann werden wir sehen wie weit die Finanzkrise schon in Rumänien
vorgedrungen ist. Weiterer Ausblick: nach drei Tagen Deutschlandaufenthalt
geht's weiter nach San José, Costa Rica während unsere Restmannschaft
bereits Material für Guatemala produziert. Für alle, die dringende
Angelegenheiten zu besprechen haben: ab 16.Dezember bin ich wieder
reichlicher im Lande.
(gwm)
ein Satz zur Diskussion über Stimmungssysteme:
Schnitger und Silbermann haben doch auch im (Hamburger und Sachsen)
Fußmaß gearbeitet. Sie haben nie einen elektrisch fabrizierten Wind gekannt
– und dennoch macht sich keiner die Mühe alles im Fußmaß zu zeichnen (besser
gesagt: zu proportionieren) oder das Wichtigste – viel prägnanter als
Unterschiede in der Stimmung – den Wind über Muskelkraft zu erzeugen. Daran
erkenne ich, wie idiotisch diese ganze Diskussion um die Stimmungssysteme im
Kern ist. Denn der Unterschied zwischen mitteltöniger und temperierter
Stimmung ist für einen Laien viel geringer wahrnehmbar als der Unterschied
zwischen vom Elektromotor und Balgtreter betriebenem Wind.
Walze-Einstellungen bei romantischen Orgeln
Immer wieder fasziniert die
fantastische, übergangslose Dynamik, wie z.B. bei der Berliner Domorgel,
und wenn ein einziger Spieler mit dem Fuß registriert und dabei solche
waghalsigen Crescendi und Decrescendi wie Heinz Wunderlich bei seiner
Reger-Aufnahme es tat, geschehen, und man fragt sich, wie wurde dies
bewerkstelligt. Zum einen natürlich war die ganze Disposition auf dieses
Crescendo ausgerichtet, zum anderen haben die Intonateure dieses
Kunststück vollbracht, indem sie die Eingliederung der Register in
Lautstärke und Charakter ins Crescendo als wichtiges Klangelement
beachteten. eine komplette Walzeneinstellung einer romantischen
Walcker-Orgel aus 1915 mit 75/III (Rotterdam - Doesburg) zeigt, welche
Feinheiten beachtet werden müssen - auf unserem WalckerBlog)
Das OB40er-Treffen bei Claudius Winterhalter
haben
wir schon etwas vorbesprochen auf unserer ersten Seite, aber jetzt kommt die Show, nämlich die "Exhibition" des eigentlichen Geschehens mit
Teilnehmer und Darsteller. Hier auf unserer Bildershow kann man so richtig
alles nachfühlen und wiedererinnern: Alpirsbach und alle möglichen anderen
Ortschaften, ich hoffe es fragt mich keiner nach einem Namen. Mit erster
Orgelmusik aus Alpirsbach und einem italienischen Örgelchen in der Werkstatt
Winterhalter - alles rein konzeptionell. |
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| 26.Okt. |
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Heilige
Bilder der orthodoxen Kirchen Rumäniens
-
eine flash-Diashow (flashplayer erforderlich) der Sonderklasse, wie
es sie bisher noch nie auf dem Big Web gegeben hat und wie ich meine in
dieser Qualität auch nicht so schnell geben wird. Absolutes Muß für
Jeden, der sich für Kirche und ihre Kunst ganz allgemein interessiert. Jedes
der 120 Bilder ist sorgsam ausgesucht und unterliegt meinem copyright
- das aber nicht sehr restriktiv gehandhabt wird. Bei Interesse sende ich
gerne das originale PS-Bild zu, das in der Regel zwischen 40 und 60 MB hat.
Warum orthodoxe Kirchenkunst?
Gerade hier auf dem Balkan, der beim 3.Wiener Bezirk beginnt und kurz vor
China endet, und der uns so seit fast 16 Monaten das Leben gehörig
umgestaltet hat, hat sich eine von unserer Kirche ganz andersartige Kunst
entwickelt, die mit ihrer Variabilität mit seiner Stilvielfalt im
mittleren Abendland gegen die starren Farbfläche und unveränderlichen
Farbschematas der Orthodoxie zu stehen scheinen. Die Statik der
Orthodoxie aber fasziniert den "Postmodernler" weil da eben
tausend Jahre und mehr Unveränderlichkeit im Raum steht.
Bild und Verzierung gehen
zurück auf die byzantinische Kunst, die ihrerseits wiederum auf der
griechischen und ägyptischen Kunst basiert, was man leicht sehen kann, da
Formelemente direkt daraus kopiert erscheinen. Das Heilige dieser Bilder
liegt also nicht in der Technik, im Neugeschaffenen oder in der
Originalität, sondern hinter dem leicht zu greifenden, tiefen Glauben
verborgen. Daher, so fragt man sich, wo kommt der her? Soll das alles
Einfalt und Dummheit sein? Das wäre wohl eine sehr ungebildete, weil
unbebilderte Antwort. Daher haben diese Bilder eine tiefe Wirkung, die sich
nicht vordergründig klären lassen.
dazu ein
erläuternder Hinweis:
Sehr geehrter Herr Walcker, Eben habe ich mir die schönen Bilder
Ihrer Diashow angeschaut und wollte Ihnen signalisieren, dass der
Flügelaltar mit seinen Tafeln und der geschnitzten Holzmadonna nichts mit
der rumänischen Orthodoxie zu tun haben, ebensowenig der geschnitzte
Christus. Die orthodoxe Kirche lässt nämlich keine Statuen zu. Sie stammen
aus einer siebenbürgisch-sächsischen, vormals katholischen Wehrkirche. Der
Flügelaltar kommt übrigens aus der Werkstatt des Johannes Stoß, eines Sohnes
des großen Veit Stoß, der sich in der ersten Hälfte des 16. Jhs. in
Siebenbürgen (Schäßburg) niedergelassen hatte. Insgesamt sind 28
Flügelaltäre aus der Zeit der Spätgotik und Frührenaissance in den
Siebenbürgischen Kirchen zu sehen. Einige von ihnen, aus verlassenen
Dörfern, stehen jetzt im Bukarester Kunstmuseum (1), im Klausenburger
Banffy-Palast (1), im Budapester Historischen Museum (1) und in der
Schäßburger Bergkirche (4). Diese Flügelaltäre hätten allerdings ihre eigene
flash-Diashow verdient.
Mit freundlichen Grüßen, Alex Mihailescu
Orgelfahrt Schwäbisch Hall
am 12.Nov 08: bei einer
Orgelfahrt um Schwäbisch Hall geht es auch zu der Walcker-Orgel nach St.
Michael (Pfeifenwerk teilweise aus 1835 von EFW) und zu einer Weigle aus
1875, II/22. Hier die
Dispositionen und Programmablauf als PDF. |
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| 22.Okt. |
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Ergänzungen zu St. Vincent St. Paul,
das konnte ich mir gut vorstellen, wird nun auf dem französisch-sprachigen
Forum ORGANOGRAPHICA
heftig diskutiert. Die Kegellade befindet sich im Grand orgue und nicht im
Pedal. Wir haben deswegen neben der Dispo der Kegellade ergänzt und noch ein
drittes Bild hochgeladen, dass die Orgel in ihrer ganzen Herrlichkeit als
Orgelprospekt zeigt. siehe
http://blog.walckerorgel.de/
Orgelfest zu Ehren Walckers in der Friedenskirche,
Ludwigsburg, wo eine Vorführorgel der Firma Walcker, die von gleicher Firma
1997 restauriert wurde, schön erhalten geblieben ist. Immer wieder mal hört
man von einem schönen "Konzertle", das einzig Positive, das in der Stadt
überhaupt noch an Walcker erinnert - das freut uns.
Boston, Opus 200, originale Spieltisch
von EFW. Haben wir heute ein Foto von Herrn Dr. Thomas Lipski erhalten.
Dieser Spieltisch ist natürlich bereits aufgeführt in unserer
Spieltischseite, aber nicht als Foto sondern als Zeichnung.
Nun kann man
verlgeichen.
Zu den vielerlei auf YOUTUBE gezeigten Filmchen, die diese Orgel
darstellen, sei nur gesagt, dass der
heutige Klang doch so meilenweit von den Intentionen des Meisters entfernt
ist, dass sich kaum ein Reinhören noch lohnt. Das Beste was ich bisher
gehört habe, ist und bleibt "Felix Hell - die sechs Mendelssöhner". Und
unter der Darstellung der sechs Sonaten, ist immer noch Hell's
Interpretation eine der besten. Der Klang der Orgel hingegen wird mehr und
mehr zum Ärgernis.
WALCKERBLOG:
Walckersche Kegelladen in St.Vincent de Paul - Paris?
Provokative Fragen stellt man immer dann, wenn es etwas ganz
Außergewöhnliches zu befragen gibt. So die Kegelladen in St. Vincent de
Paul, einer Aristide Cavaillé-Coll Orgel aus 1855, die ganz besondere
Aufmerksamkeit schon damals im europäischen Orgelbau entfachte. Warum
Walcker aber eine Auszeichnung aus Paris erhielt (aus dem Jahre 1856!),
wird hier nicht weiter debattiert. Sondern wir zeigen die beiden Pläne
dieser Orgel, die wenige Jahre nach dem Bau dieser Orgel in einem der
wichtigsten deutschen Orgelbüchern erschienen sind: im Lehrbuch des
Orgelbaus von Töpfer. Wer je im Unglauben war, dass man auf unserem Blog
keine 2,5MB-Zeichnung zeigen
könnte, wird hier eines Besseren belehrt.
Auch
hier in diesem schönen
Land gibt es
Walcker-Orgeln, die ab und zu eine Pflege brauchen: Kolumbien. In
Guatapé handelt es sich um eine Unit-Orgel mit 2 Reihen, die ein
wichtiges Instrument für die Fratres ist, wie mir heute mitgeteilt wurde. Es
handelt sich um Opus 2932, Baujahr 1951, die vor zehn Jahren aus Bogota hier
her transportiert wurde. Mit Sicherheit sehr abenteuerlich - wie es uns die
Pfeifen aus dem Prospekt entgegenrufen. Aber Sübamerika, das ist ohnehin
klar, ist immer ein Abenteuer. |
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| 17.Okt. |
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Der
Kampf mit dem Dämon
geht langsam
in seine Endphase. Wir sind bereits am 4.November auf dem Flug zurück nach
Deutschland und wollen von dort an alle interessierten Orgelfreunde, Freun de
der Walckerorgeln und was es sonst noch für begeisterte Leute rund um die
Orgel gibt, ein kostenloses Heft verschicken, das über diese Orgel vom
Atheneum Bukarest in Auftrag gegeben wurde. Diese Aktion ist begrenzt auf Anfang
November. Eine geplante CD-Aufnahme wird erst ab Feb/März09 zur Verfügung
stehen. Eine umfangreiche Dokumentation wird ebenso erst im Dezember hier
auf unseren Seiten gemacht werden. Bitte das Heft nur unter der
nachfolgenden Emailadresse anfordern; und falls jemand an einer rumänischen
Version interessiert ist, bitte das vermerken:
heft_bukarest@walcker.com
Es gibt Menschen, die können
mit zwei
Sätzen sagen, was andere in drei Büchern nicht auszudrücken vermögen.
Einer
dieser Menschen ist Jeremin Rifkin, der in der heutigen Ausgabe der
Süddeutschen Zeitung die Finanzkrise, die Klimakrise und die Energiekrise,
ihre Entwicklungen und ihre möglichen Auswirkungen analysiert. Dabei gelingt
Rifkin eine tragische, furchtbesessene Schluss-Frage: "Schafft die Welt
die Umkehr noch?" Ich meine: ja!, egal wie das Rennen auch ausgehen
mag, am
Ende muss da stehen: jetzt haben wir wieder mehr Orientierung an Geist und
Ethik anstelle an äußeren Wertigkeiten. In jedem Falle gibt der Artikel sehr
zu denken. Blue
hall Stockholm:
Sehr
geehrter Herr Walcker-Mayer, jetzt ist der Orgel fertig. Ein Grosses
Dankeschön fuer Ihrer Hilfe! Die Ueberlassung von Firma Harrison zu
Stockholmer Stadt hat am 8 Oktober stattgefunden und die Einweihung wird am
18 November um 18 Uhr anfangen. Die Einweihung wird leider nicht öffentlich,
möglicherweise weil man die Kronprinzessin engagiert habe, und viele
intressierte Leute werden keine Möglichkeit haben da zu sein. Ein grosser
Irrtum denke ich.
Der Disposition steht bei Harrisons site und wenn Sie weiteres wissen wollen
können Sie hier gern abhören. Falls Sie interessiert ist kann ich die Orgel
Ihnen gern zeigen. Tonaufnahmunen kommen auch sicher, wenn, wann und was
werde ich mitteilen. Mit den besten Wuenschen, Magnus Blix, Orgelbauer in
Stockholm. Weiteres siehe unserer
Seite ,
Disposition der Orgel auf der Harrison Site
Walcker weckt landsmannschaftliche Gefühle
Kirchheimer Förderverein Kirchenmusik auf großer Orgelfahrt nach Westfalen –
zu Orgeln im Ruhrgebiet und im Münsterland:
schöner Artikel des Teckboten
Dostojewski in Markgrönigen:
im Rahmen unserer Kulturprojekte mit Russland, freut es uns, daß Herr Dimitrij Dostojewski für eine Woche unser Gast sein wird.
Herr Dostojewski aus Sankt Petersburg (Urenkel von dem Schriftsteller Feodor Dostojewski)
wird an 2 Abenden das Leben und Werk seines berühmten Vorfahren vorstellen. Unterstützt wird er von der Philologin Irina Romanowa,
die eine hervorragende Kennerin der Klassischen russischen Literatur ist.
Die Literarische Gesprächskreise finden am Mittwoch den 29.Oktober in Markgröningen im Wimpelinhof und
am Donnerstag 30. Oktober im Kulturhaus in Großsachsenheim statt.
Beginn beider Veranstaltungen um 19.30 Uhr
Catharina-Pawlowna-Gesellschaft e.V. Ulrich Scheuffele, Neue Heimat 35,
D-74343 Sachsenheim, Telefon 07046-7612 |
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| 13.Okt. |
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Schämt
Euch:
500 Milliarden für deutsche Banken. Nicht einmal einen Tropfen davon schafft
das Weltkapital um 1 Milliarde hungernde Menschen mit lächerlichen 14
Milliarden Euro am Leben zu halten. Hoffentlich wird unsere Gesellschaft
einmal in Zukunft gründlich darauf hin bewertet werden - denn gegewärtig, wo
jeder HansDampf seine eigene Gier zu befrieden sucht, wird man mit
solcherlei Missständen kaum Aufmerksamkeit erreichen (da diskutieren wir
doch lieber übers Fernsehprogramm mit Reich-Ranitzky) . Was wir jetzt
sehen, das ist doch eine blanke Verarschung aller Humanität.
neuer Blog "Mixturen Bukarest"
online, darin
wird auch etwas über Intonationswerkzeug gezeigt.
atemlos: diesen Monat sind wir an der Fertigstellung
unserer
Arbeit in Bukarest, nächsten Monat, nach 3-4 Tagen Aufenthalt in Deutschland
geht es nach Costa Rica. Die Einweihungsfeier in Bukarest findet im Feb.
2009 statt. Darauf folgt Reise nach Canberra/Australien.
Rudolf Walter: Der Orgelbauer Michael Engler d.J.
Breslau,
haben wir aus aktuellem Anlass aus ACTA ORGANOLOGICA 24 gescannt. Das gibt
es als PDF (11,5MB) und als
WORD.doc (3,8MB)
...unglaublich, diese Orgel wurde letztes Wochenende wieder eingeweiht, kein
Mensch scheint interessiert zu sein! (PL)
SPANIENS ALTER ORGELBAU
von Georges Arthur Hill gibt es als super Aufmachung, komplettes Buch, hier.
naturwissenschaftliche Standpunkt im Orgelbau:
Wer von
Fourieranalysen und Metallanalysen träumt, wer seine Maschinen mehr liebt
als Orgelmusik, wer die kaufmännische Organisation seines Betriebes über die
menschliche Perspektive stellt, alle diese Menschen haben ein Problem: ihre
Handlungsweisen sind von einer naturwissenschaftlichen Analytik geprägt, die
kalte Ratio vor der Wärme des menschlichen Handelns setzt, welche auch
Irrationalität und den menschlichen Fehler mit einschließt. Gegen die
ausschließliche Sichtweise einer rationalen Behandlung der Orgelkultur habe
ich hier schön öfters Stellung bezogen, was aber viel Widerspruch erzeugt
hat. Dazu einige Erläuterungen.
Ein Wissenschaftler - oder
schlimmer noch ein pisastudienbehafteter Schüler, der ja fast nur noch mit
den begrenzten Methoden der Naturwissenschaftler die Welt sehen soll, und
daran mit Noten gemessen wird, betrachtet die Natur eben nur analytisch. Das
Geheimnis, den Zauber, die "tausend versteckten Gespenster hinter allen
Bäumen", "den kommenden Gott" sieht er nicht.
Wenn man einmal mit dem besten
Schüler Nietzsches in Kontakt gekommen ist, mit Paul Feyerabend, einem
Wissenschaftler und Philosophen, der nachgewiesen hat, dass auch alle
Wissenschaft vom "Glauben" an ihre Methoden und Voraussetzungen (Aporien)
lebt, und der sehr schön bewiesen hat, dass der einfältige Zwang zur
Methode, "einfältiges" Wissen hervorbringt, dass vollständig a) konstruiert
ist und b) einer simplen Perspektive unterlegt ist. Also von Zwecken und
Motiven her gleitet wird (und nicht ab-solut, also losgelöst davon ist), was
eben einem religiösem Fanatiker ebenbürtig ist. Dann wird man entdecken,
dass das pauschale Ablehnen des wissenschaftlichen Standpunktes durchaus
seine Berechtigung hat. Wobei ich gleich die Einschränkung mache, dass ich
als Orgelbauer, die naturwissenschaftliche
Sichtweise bei Bedarf durchaus einzuschalten bereit bin. Was ich verneine
ist die ausschließliche Sehweise durch die wissenschaftliche Brille. Die
Rede ist also für einen goetheschen Universalblick in die Natur und
gegen Spezialistentum. Und diesen Blick wünsche ich mir besonders in
die Natur der Orgel. Das folgert im jedem Falle Lebendigkeit und Vielfalt,
alles was wir in Deutschland lange nicht mehr gesehen haben.
Hinzu kommt, dass der heutige
materielle Nihilismus ein Ergebnis des wissenschaftlichen sehenden
Menschen ist. Wer nur Determiniertheit sieht, aber für die dahinter wirkende
Kraft keine Aufmerksamkeit aufwenden will, der hat nur eine begrenzte
Perspektive, die er auch am Sonntag abend beim Orgelkonzert nicht abschalten
kann. Die Zwangsbrille ist immer dabei. Analytisches Orgelhören, wo man nach
dem Konzert die Daten vergleicht und austauscht, das Langweiligste was es
gibt.
Wer ständig mit verschmierten
Gläsern die Welt betrachtet, oder wer nur über den Computer auf die Welt
sieht, hat ein sehr dürftiges Weltbild und keine Ahnung welche Geister in
Kunst und Religion wirken können.
Die große Horizonterweiterung in
der deutschen Kultur war im 19.JH die auf die Kantsche Philosophie gefolgte
Deutsche Romantik, die auch heute wieder die Chance hat, als kultureller
Treibsatz in Mitteleuropa zu wirken. Diese Zeit der Deutschen Romantik war
geprägt durch die Angst vor der Industrialisierung und der Technisierung -
exakt die gleichen Voraussetzungen eben, wie wir sie heute wieder haben.
Mindestens mit ein Grund, weswegen "Romantik" heute wieder aktuell ist.
Leider wurde der Deutschen Romantik durch die Vereinahmung und
Barbarisierung der braunen Proleten und Menschenschänder erheblich
geschadet. Das wird nie mehr einen vorurteilsfreien Blick auf diese Kultur
erlauben. Wir müssen praktisch immer bei der Bejahung dieser Romantik,
unsere Distanz zu den Nazis dazu aufsagen. Und es hat so fast fünfzig Jahre
nach dem Kriege gedauert, bis man sich wieder zur Romantik bekennen konnte.
Die Wiederkehr der Romantik, die
gerade darin ihren Angelpunkt gefunden hatte, das man sich die Frage
stellte: Fortschritt, gibt es das überhaupt? Um dann zur Antwort zu kommen,
nicht das Neue, sondern das Alte, das Uralte sogar, hat uns weit mehr
gebracht. Ein Denkmuster, das gerade im Orgelbau, leider Gottes, seine
Grundstrukturen offenbarte, das aber diskussionsfähig bleibt. Denn, dass
Alte ist immer, wir variieren es nur. (gwm) |
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| 09.Okt. |
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San
José, Kathedrale:
vom 10.November bis 16.Dezember
befinde ich mich zwecks Reparaturarbeiten in Costa Rica. Die Hauptarbeit
wird in der Kathedrale in San José gemacht. Dies ist die größte Orgel des
Landes. Es ist auch geplant an weiteren Instrumenten Arbeiten durchzuführen
und natürlich wollen wir im Lande auch langfristig einen Orgeleinbau
durchführen. Vielleicht kommen wir dieses Jahr schon zu einem Durchbruch.
In jedem Falle wird wieder eine umfassende life-internet-präsentation
während dieser Zeit hier stattfinden. (SANJOSE_SCHYVEN).
Das macht natürlich Freude, schon wenige Stunden nach dieser Meldung auf
unseren NEWS, Einladungen aus Costa Rica zu bekommen, Gloria Lehmann, Bosco
Ramirez, Hans Miller, Mauricio Rojas und Orlando Vega, alles gut bekannte Orgelfreunde und begeisterte
Helfer, die unsere Arbeiten im letzten Jahr tatkräftig begleitet haben und
mir alle wichtigen Orgeln im Lande gezeigt haben. "It is the best news we
have had this year"... sagt Orlando, und damit ist natürlich nicht nur
Anerkennung, sondern auch eine hohe Erwartung mit verbunden. - Aber in jedem
Fall wird es so nicht eine Reise ins Ungewisse, sondern ins "Wohl-Bekannte!"
" We will make a lot of of journeys and touch all projects...", das soll die
Devise sein, und nun aber zu den Abschlussarbeiten an unsere
"Philharmonische".
Kettensäge und Luftkissen im Orgelbau:
neuer Opus von Claudius Winterhalter in Alpirsbach. Nachdem die Walcker-Orgel im schwarzwälderischen Alpirsbach durch ein Übermaß an Watte
klanglich erstickt wurde und diese Dame nun ihr gnädiges Rentenalter auf der
"Insel der Seligen" in Guadalupe verbringen darf, wird nun nach 8 jähriger
Vorplanung das Winterhaltersche Opus, das auf Luftkissen und mit von
Kettensägen behandelter Brett-Bildkunst daher kommt, in nächsten Wochen und
Monaten fertig gestellt. Wir, das heißt die Orgelbauer-Runde aus 1976, Max
Offner mit Gattin, Uli Wahl (Mühleisen) und Gattin, Martin Pflüger und
Gattin, Claudius Winterhalter, Peter Mönch und Gattin,
Christhard Rensch mit Begleitung, Franz Heinze und Gerhard Walcker-Mayer waren an Ort und Stelle und haben das verwegene Unterfangen
gründlich geprüft. Besonders auch das gegenüberliegende Brauhaus der
"Alpirsbach Klosterbräu". Hier erfolgt spätestens morgen ein etwas tiefer
gehender Bericht. Hier als PDF
Mit unserer Wemmetsweiler Walcker-Orgel
werden ab Feb.2009 vom CARUS-VERLAG beauftragte Einspielungen
div. Werke von Rheinberger vorgenommen. Scheint so ganz langsam
durchzudringen, dass hier ein brauchbares Instrument vorliegt. Wir wissen es
längst.
Nachdrucke von Moser, Ellerhorst, Rupp
etc. können wir aus Zeitgründen in den nächsten Monaten nicht mehr
realisieren. Dafür werden wir ab Jan.2009 Oscar Walcker "Erinnerungen eines
Orgelbauers", Moser und den Ellerhorst online als kostenfreies Pdf hier
bereitstellen. Rupp "
Entwicklungsgeschichte d. Orgelbaus" ist schon seit längerer Zeit
hier online. |
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| 03.Okt. |
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Lexikon
der Orgel - Orgelbau, Orgelspiel, Komponisten und ihre Werke,
Interpreten, Herausgegeben von Hermann J.Busch und Matthias Geuting mit
Geleitwort von Ton Koopmann - Subskriptionspreis- Auslauf am 30.Sept.2008
128,--Euro, Laaber-Verlag, 988 Stichworte, 148 Abbildungen, 906 Seiten
Kommentar: Für was
braucht man einen Lexikon für Orgel? Dies war meine Frage vor einem Jahr,
als ich das erste Mal mit diesem Schriftwerk konfrontiert wurde. Damals
wurde ich vom Laaber-Verlag wegen einer weiteren Anzeigenschaltung dort für
die 2.Auflage befragt. Über 200 Autoren haben an diesem Werk mitgearbeitet,
vornehmlich aus Organisten-Sachverständigen- und
Musikwissenschaftler-Kreisen. Wohl waren auch ein paar Orgelbauer darunter,
aber der Kern des Lexikons ist nicht die technische Darstellung der Orgel in
allen ihren Facetten sondern der Orgelmusik und ihren Komponisten
gewidmet. Für mich als Orgelbauer ist
das Buch insgesamt eine ganz brauchbare Grundlage, um Orgelmusik zu
hören und besser verstehen zu können. In diesem Bereich waren mir bisherige Lexikas (Riemann, MGG etc) einfach viel zu umständlich und zu komplex.
Man kann dies als Hauptmotiv
des Buches erkennen und so als gelungenen Wurf akzeptieren. Die von Eberlein
dargestellten Orgelregister kommen zu kurz, und ich vermute, dass er im
Laufe seiner Arbeit gesehen hat, dass es besser ist, gleich ein eigenes Buch
in dieser Sache zu schreiben. (was ich schon vor längerem bestellt habe, und
man wartet, und wartet) Über die Mixturen zu sagen, dass
sie im 19.JH tendenziell etwas tiefer klingend waren, Terzchöre konnten
konisch geformt sein, das ist zu wenige, weil auch Quinten konisch waren,
und die verschiedenen Lagen bald im Fünfjahres-Rhythmus sich änderten.
Hierzu
wäre es natürlich dann auch interessant Carl Locher und Riemann im
historischen Kontext mit zu beachten, die wichtige Aussagen über das
Pfeifenwerk der
romantischen Orgel gemacht haben. Zwei Kritikpunkte seien noch angemerkt, das
Papier, es ist viel zu dick und macht den Wälzer unhandlich, und die völlig
unnötigen Grafiken, schwarz-weiß verblichene Briefmarkengrößen, die jeder
kennt und die so kaum Informationswert haben, und ein paar schreckliche
Farbabzüge, die an erste Diapositiv-Versuche erinnern, hätte man sich sparen
können. Das Ärgernis aber ist
der Umstand, dass der "Anzeigenreigen" der Orgelbauer mit einer "Ahlborn-Anzeige"
loslegt. Ohne Zweifel eine Peinlichkeit, die in der Korrumpiertheit des
verantwortlichen Verlags zu suchen ist. Am Ende aber steht die
Eingangsfrage: braucht man solch einen Lexikon überhaupt? Die unter einer
Käseglocke zusammengetriebenen "Orgelfreunde", welche aus Organisten,
Orgelbauern und Liebhabern bestehen, und die hoffen mit etwas fürs "Hobby"
beiseite gelegtem Kleingeld einen begrifflichen Leitfaden für geistige
Auseinandersetzung zu finden, werden enttäuscht sein. Keinerlei Hinweise auf
Entwicklungen im CD-Bereich oder auf Datenbanken oder Multimediales an
Orgelregistern oder gar Bewegungen auf dem Internet. Die akademische
Nabelschau mit sehr viel Narzißmus angereichert, lässt nicht zu, eine Art "Orgel-Wikipedia"
was eine Entwicklung sein müsste mit offenem Ende - also eine pluralistische
Gruppe um die Orgel, die wieder Dynamik ins Instrument einfließen lassen
könnte. Dafür kommen die alten selbstverliebten Hinterbänkler reichlich zu
Wort, mit der immer selben abgeschmackten Fabulatur, wo der beengende
Provinzialismus in allen Säurengraden aufblüht und leicht erkennbar ist in
der Bevorteilung ganz bestimmter Orgelbauer und ihren begrenzten
Perspektiven. Dieses Modell von "Orgel und Wissen" hat längst ausgedient.
Man könnte auch sagen: dieses Modell hat dazu geführt, dass die Orgel heute
keinen dynamischen Menschen mehr interessiert. (gwm)
ARS ORGANI
- Heft 3,
September 2008 - Kommentar: Vor einigen Wochen erhielt ich eine
Kopie einer CD-Kritik, wie sie im "organ-Journal" erschienen war, was mir
zunächst den blanken Schrecken in die Knochen trieb: etwas Entsetzlicheres
und Bösartigeres habe ich lange Zeit nicht mehr gelesen. Offensichtlich
wollten sich Redaktion und Kritiker an einem "Label" rächen, weil ihnen
dieses Label einen lukrativen Auftrag abspenstig gemacht hatte. Nun, so
dachte ich mir, wenigstens haben wir noch unser "Ars Urgeli", das da etwas
bescheidener und bedächtiger zu Wege geht. Falsch gedacht. Hier werden nur
die Verschiebungen und Formierungen subtiler und feinsinniger koordiniert.
Wenn man einen Artikel schreibt "Orgelbau in Rumänien 2008" und dabei
die einzig in diesem Lande relevante Orgelbaumaßnahme dieses Jahres 2008
außer Acht lässt, weil sie nicht in die eingemachte Perspektive passt, so
ist das zunächst einmal eine Informations-Lüge. Ich meine natürlich unsere
Orgelrestaurierung im Atheneum in Bukarest. Diese Maßnahme ist nämlich
sowohl finanziell wie umfangmässig die größte Orgelmaßnahme in Rumänien in
2008. So beschwört dieser Artikel auch eine inner-rumänische Orgelbau-Runde,
aber mit keinem Wort wird erwähnt, dass es in Rumänien vor allem eine Menge
an elektro-pneumatischen und pneumatischen Instrumente gibt, die durch
fehldisponierte Ausbildung jener Orgelbauer nicht fachgerecht gewartet
werden können. Da nützt es überhaupt nichts zwei, drei schöne Orgelbilder
aus dem Karton zu zaubern und zu fabulieren, was man da alles toll machen
könnte und wie schlecht die Kirchen und Bedingungen in Rumänien sind. Die
eigene Begrenztheit lässt man wie eine faule Kartoffel unter den Tisch
plotzen.
weiterer,
bitterer Kommentar: Die Walcker-Orgel in der Evang.Friedenskirche zu
Eupen. In das Klagelied zweier belgischer Orgelsachverständiger
einzustimmen: eine Orgellandschaft wird fast vollständig eliminiert und ins
Ausland verkauft. Begonnen hat alles mit der "Loret-Orgel" von Waterloo
im Jahre 1973, ein sinnreiches Symbol: Belgien verkauft Waterloo. Einige
Instrumente bleiben. Die Eupener Orgel hat zwei Dinge nicht verdient: a) die
miserable Restaurierung und b) den beinahe noch miserableren Artikel von Dr.
Vogt im "Urgeli". Die Firma Walcker stand 1907 nicht unter der Leitung von
Paul Walcker und Eberhard sondern unter Oscar und Eberhard Walcker. Paul
hatte inzwischen längst große Orgeln aufgestellt wie die des Berliner Doms
bei der Firma Sauer. Ebenso ist der historische Abriss am Ende des Artikels
fehlerhaft. Aber nun in medias res, wer die Funktionsweise solcher
pneumatischer Instrumente nicht kennt, sollte mit Formulierungen sehr
vorsichtig sein. Die "Zieharmonikabälge" sind ausschließlich flexible
Anschlußstücke der Magazinbälge und keine Stoßfänger. Das Letztere fängt
Windstöße auf und nicht die Mechanik des Magazinbalges. Diese Restaurierung
bedeutet alles andere als eine Bereicherung der belgischen Landschaft. Der
pneumatische Spieltisch ist eine Katastrophe, oder sagen wir, ein Experiment
mit tödlichem Ausgang: statt Bleirohre finden sich da Plastikröhren, die aus
ästhetischen Gründen mit Metallic Spray behandelt wurden. Die Optik ist
umwerfend komisch und an fehlerhaften Vorlagen orientiert. Über eine solche
Restaurierung redet man am Besten nicht. Wenn aber dann ein Artikel darüber
erscheint, dann doch bitte in einer halbwegs durchrecherchierten Form. Die
Auffassung, dass dieser Orgeltyp in Belgien nicht oft verbreitet ist, auch
dies ist eine Falschinformation, weil Walcker vor dem Ersten Weltkrieg über
40 Orgeln nach Belgien gebaut. (Da kann man einige Kilometer an
chirurgischen Plastikschläuchen verschaffen)
Also - armes Ars
Urgeli, allein aus diesen zwei Artikel strahlt uns eine erbärmliche
Perspektive entgegen, die alles andere ist, als aufglänzende, objektive
Wahrheitsliebe. In Zeiten des ausklingenden Konstruktivismus (jeder
konstruiert seine eigene Wahrheit) vielleicht nur "sehr seltsame Ansichten".
Mir scheint aber, dass man, wie schon oben im "Lexikon" allen möglichen Mist
zusammen zwingt, nur um in "seiner angestammten Klientel" zu verbleiben, und
um nur keinen Pluralismus zuzulassen. Erstarrung - wie schön, dieser
erstarrte Dauerton der Orgel im dauerhaft erstarrten Begriffskosmos. (gwm) |
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die hier folgenden News
3/2008-9/2008 sind in unserem Archiv abgelegt |
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