Die ganze Metaphysik von Bukarest steckt in den Häusern und Säulen, in den Türen und Fenstern, in den Kirchen, die ein uraltes Geheimnis verbergen, dem man nie zu nahe kommt, indem man (digital=banal ) knipsend versucht in es einzudringen. Das Geheimnis in Bukarest ist, wie es schon Odysseus in antiker Saga erfahren durfte, einer Art Natur, die wie Gift einer seltsamen Morbidität in den noch lebenden Körper des Betrachters eindringt, hier rufen die Sirenen über die erstarrten Klänge der Bauwerke, und hier greift tatsächlich die Symbolik um Dracula, um dann traumhaft schwer jene Realität zu entziehen, oder besser gesagt: Imagination statt Realität zu setzen. Bukarest könnte auch heißen: in Ruinen leben, einen antiken Traum zu Ende leben - nur nicht an den Realitäten rütteln. Aber schon dann entsteht die Frage, welchen Traum wir denn Nachts träumen, wenn das Ungeheuer leiser wird - denn schlafen tut es nie. Werden da diese Häuser, die Fenster wieder lebendig, hören wir das Kindergeschrei in den Treppenaufgängen, die Kommandorufe der Architekten an ihre Zigeunertruppen, die mit Sand durchsetzen Beton aufkochen? Hören wir jemals die Stimmen aus der Zeit, als auch in Bukarest einmal "die Zeit von Gestern" war, als alles noch so schön war, vor den Kriegen, vor dem Verfall? Werden wir dem Rätsel Bukarest je so nahe kommen, dass wir den "nächtigen Schlüssel" finden, um seine Magie tiefer zu kosten, als das je ein erster oder zweiter Blick zu vermögen in der Lage ist? Wir wissen das nicht. Nur wissen wir, dass ein Schlüssel es ist, den Dämonen der Stadt näher zu kommen indem man sie z e i c h n e t . Der Gezeichnete, der in Umrissen erfasste Geist ist sterblich. Das allein ist unser Wissen, mehr nicht.