Links über Eberhard Friedrich Walcker auf diesen Internetseiten :
Gustav Walcker "Familienchronik - Eberhard Friedrich
Walcker in Cannstatt seit 1789 - Teil1"
eine dramatische Schilderung der Lebensumstände
in Cannstatt während der französischen Besatzung
Eberhard Friedrich
Walcker und das Jahr 1844
Mensuren
Eberhard Friedrich Walcker's
Liste
der E.F.Walcker-Orgeln, deren Zeichnungen sich im gwm-Archiv befinden
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aus der Werkstatt Eberhard Friedrich Walcker's
Notizbücher
Eberhard Friedrich Walcker's
Entwürfe
Eberhard Friedrich Walcker's
RUDOLF
QUOIKA "Walcker und die Orgel des 19.Jahrhunderts"
KIRCHENLEXIKON
über Eberhard Friedrich Walcker
MUSIK in
GESCHICHTE UND GEGENWART über Walcker
RIEMANN
MUSIKLEXIKON über Walcker
Vetrag mit Spaich, Friedrich Walcker, Heinrich Walcker
und
hier das originale Ölgemälde des
Meisters, natürlich
in Farbe
Die Walcker- Erlebnisfahrt
PETERSBURGER WASSERFAHRT
(PDF 780kB)
Eberhard Friedrich Walcker...
Orgelbauer und Begründer der Firma E.F. Walcker &
Cie., * 3.7. 1794 in (Bad) Cannstadt, + 2.10. 1872 in Ludwigsburg. - W., Sohn
des Orgelbauers Johann Eberhard W. (1756-1843) in Cannstadt, besuchte die
Lateinschule bis 1811, betätigte sich aber schon als Schüler in der
väterlichen Werkstatt, absolvierte anschließend die Orgelbaulehre beim Vater.
Entscheidenden Einfluß auf ihn hatte die Begegnung mit dem Orgeltheoretiker
und Virtuosen Abbé Vogler. Nach zehnjähriger Tätigkeit beim Vater verließ er
in einer Art Arbeitsteilung das Elternhaus und eröffnete am 8.1. 1821 in
Ludwigsburg eine eigene Werkstatt für die Neubauaufträge, während der Vater
sich auf Reparatur- und Wartungsarbeiten beschränkte. Nach einer relativ
kurzen Anlaufphase gelang W. mit dem Bau der Paulskirchenorgel in Frankfurt
a.M. ein geradezu phänomenaler Erfolg, der seinen künstlerischen und
geschäftlichen Ruf über Württemberg hinaus, über Deutschland und Europa, ja
die ganze Welt begründete. 1836 kam der erste Auslandsauftrag aus Rußland, dem
weitere folgten. Mehrere südwestdeutsche Hauptkirchen erhielten repräsentative
Instrumente aus seinen Werkstätten, wobei bis zu 35 Mitarbeiter beschäftigt
waren. Die Herstellung großer und schwerer Orgelteile zwang zu einer
sorgfältigen Arbeitsplanung, Organisation, rationeller Arbeitsteilung und
beruflicher Spezialisierung, so daß es unter dem Einsatz neuer Techniken zu
vorindustriellen Fertigungsmethoden kam. Nur so konnten die
überdurchschnittlich großen Werke für Petersburg, Reval, Helsingfors,
Heilbronn, Zagreb, Ulm und Boston mit bis zu 100 Registern geschaffen werden.
Marksteine seiner Tätigkeit waren die Einführung und Vervollkommnung der
Kegellade (1842), verschiedener technischer Neuerungen, die Einrichtung
arbeitsteiliger Werkräume, eines Montagesaales (1834) und vorausschauender
sozialpolitischer Maßnahmen. 1842 nahm er Heinrich Spaich (1810-1908) als
Teilhaber, 1854 seine Söhne Heinrich (1828-1903) und Friedrich (1829-1895) ins
Geschäft, nach und nach auch noch die jüngeren Söhne Karl (1845-1908, Paul
(1846-1928) und Eberhard (1859-1926). 1871 zog sich W. aus gesundheitlichen
Gründen aus dem Betrieb zurück. Bis zum Ende dieses Jahres verließen laut
Opuszählung 266 Orgeln die Ludwigsburger Werkstätten. - W. gilt als der
bedeutendste Orgelbauer Süddeutschlands im 2. Drittel des 19. Jh., der über
sein handwerkliches Können hinaus technologische Entwicklungen und
fortschrittliche Arbeits- bzw. Betriebsorganisationen im Orgelbau maßgeblich
förderte, ohne dabei seine im Grunde konservative Lebenshaltung preiszugeben.
Er sah in seinem Beruf eine von Gott gegebene Berufung, der er mit der »Kraft
seines Lebens« gerecht zu werden suchte. W. fachliche und menschliche
Ausstrahlung als Lehrmeister war so attraktiv, daß zahlreiche junge und
strebsame Orgelbauer einen Ausbildungsplatz in seinem Betrieb nachsuchten, die
ihrerseits und auf ihre Weise den von W. geprägten Orgelstil weiterverfolgten
und eigene bedeutende Werkstätten gründeten: Haas in Luzern, Kuhn in
Männedorf, Laukhuff in Weikersheim, Link in Giengen, Marcussen in Apenrade,
Lütkemüller in Wittstock, Sauer in Frankfurt a.O., Steinmeyer in Oettingen,
Strebel in Nürnberg und Weigle in Stuttgart u.a.
Werke (Auswahl):
1821 Kochersteinsfeld I/9 (Register) Opus 1; 1827-33 Frankfurt a.M.,
Paulskirche III/74; 1835 Tübingen, St. Georg III/37; 1837 Schwäb. Hall,
St.Michael III/38; 1839 Stuttgart, Stiftskirche IV/74; 1839 Petersburg St.
Petri III/63; 1842 Reval, St. Olai III/65; 1843 Schramberg, Kath. Kirche
III/35; 1847 Helsingfors, Nicolai III/54; Heilbronn, St. Kilian III/50; 1851
Reutlingen III/37; 1855 Agram (Zagreb), Kathedrale III/52; 1857 Ulm, Münster
IV/100; Frankfurt a.M., Dom III/51; 1862 Wiesbaden, Marktkirche III/53; 1863
Boston, Music Hall IV/89; 1865 Mühlhausen/E., St. Stephan III/62; 1867
Hagenau,St. Georg III/40; 1871 Oppenheim, Katharinenkirche II/32. Ein nahezu
vollständiges chronologisches Werkverzeichnis in: Moosmann/Schäfer (s.u.) S.
226-232.
Lit.: Karl Friedrich
Klaiber, Orgelbauer Walcker von Ludwigsburg, in: Daheim V 1869, 411 ff.; - ADB
XL 1896 (Neudr. Berlin 1972) 657-659 (Theodor Schott); - Gotthold Bohnet, Die
Ludwigsburger Orgelbauindustrie in hundertjähriger Entwicklung (Diss.
Heidelberg 1920); - Ders., E.F. Walcker & Cie, Ludwigsburg (Wttbg.) 1920 mit
Werkverzeichnis regional-alphabetisch; - Emile Rupp, Die
Entwicklungsgeschichte der Orgelbaukunst, Einsiedeln 1929, 131-143; - Gustav
Walcker, Lebensgang des Eberhard Friedrich Walcker, in: Walcker-Nachrichten IV
1932; - H. Walcker, Das Geschlecht der Walcker in sechs Jh., Stuttgart 19402;
- Willibald Gurlitt, Die Paulskirchenorgel in Frankfurt a.M. in: ZfI 60
(1940), 89-90, 102-103; - Ders., Schwäbische Orgelbaukunst, in: ZfI 61 (1941),
hier 123-124; - Oskar Walcker, Erinnerungen eines Orgelbauers, Kassel 1948; -
Johannes Fischer, Das Orgelbauergeschlecht Walcker in Ludwigsburg, Kassel
1966; - Gotthilf Kleemann, Die Orgelmacher und ihr Schaffen im ehemaligen
Herzogtum Württemberg, Stuttgart 1969; - Hermann Fischer/Theodor Wohnhaas,
Eberhard Friedrich Walcker, Orgelbauer 1794-1872, in: Lebensbilder aus
Schwaben und Franken XIII, Stuttgart 1977, 247-266; - Dies., Eberhard
Friedrich Walcker (1794-1872) in: Orgelwissenschaft und Orgelpraxis,
Festschrift zum 200jähr. Bestehen des Hauses Walcker (Veröffentlichungen der
Walcker-Stiftung hrsg. v. H.H. Eggebrecht, Heft 8) Murrhardt-Hausen 1980,
160-197; - Dies., Lexikon süddeutscher Orgelbauer, Wilhelmshaven 1994,
443-446; - Ferdinand Moosmann/Rudi Schäfer, Eberhard Friedrich Walcker
(1794-1872), Kleinblittersdorf 1994; - Gerber NTL; - Riemann 192210 1389; 1975
Erg. II, 872; - MGG XIV Sp. 141-143 (Hans Klotz); - H. Fischer, 100 Jahre Bund
deutscher Orgelbaumeister 1891-1991), Lauffen 1991, 330-331.
Hermann Fischer 14.06.1998
zum
Inhaltsverzeichnis
Eberhard
Friedrich Walcker in
10
Kapiteln