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letzer Eintrag : 29.03.2008 Auf den Spuren Oscar Walcker's ein Beitrag der Ludwigsburger Zeitung Ende Juni 2004 Oscar Walcker und Sauer 1916-1948 Die Orgelwelt des Oscar Walckers in 127 Bildern Oscar Walcker 1. Januar 1869 - 4. September 1948
Erinnerungen eines Orgelbauers, Oscar Walcker (dieses Buch wurde von mir neu aufgelegt und ist zum Preis von Euro 14.-- erhältlich)
Oscar Walcker : Beitrag zur Familiengeschichte
Oscar Walcker : "Die Geschichte der Orgelmensuren und ihrer Bedeutung für die Kunst des Orgelbaues" Vortrag gehalten in Freiburg am 27.Juli 1926
am 18.12.2003 veröffentlich auf diesen Internetseiten : Oscar Walcker "Ludwigsburger Geschichten" humorvolle Geschichten rund ums Städtele
EinhundertJahrFeier der Firma Walcker im August 1920
Eine Orgel für Carmen Sylvia - eine Orgel für die Königin
Auszug aus Metzler Musiklexikon betreff Walcker (150kB PDF)
Für alle Musikwissenschaftler und Orgel-Freunde der Hindemith's - Middelschultes - Holtschneiders veröffentlichen wir einen hochinteressanten Brief W.Gurlitt's an Oscar Walcker, der ganz besonders die Stellung Paul Hindemith's zur Pfeifenorgel im Jahre 1922 beleuchtet : Freiburg i.Br. 3.Sept. 1922 Universität Sehr verehrter Herr Doctor ! Paul Hindemith, der geniale Konzertmeister der Frankfurter Oper, vielleicht der beste und zukunftvollste unter den zeitgenössischen Komponisten, dessen Werke auf den letzten beiden Musikfesten in Donaueschingen u. Salzburg den Sieg davongetragen haben, schreibt mir soeben, dass ihn unsere Nachricht von der Oskalyd - Orgel ausserordentlich interessiert habe, und er, um sie zu hören, unbedingt nach Berlin fahren werde, jedoch sei es ihm leider vor dem 12.Oktober nicht möglich. Es scheint mir nun in Interesse Ihrer Sache von höchstem Wert, dass Hindemith das Instrument unter den günstigsten Umständen zu hören und zu sehen bekommt, und es gleich in seine neuesten Werke einfügt. Damit ist dem Oskalyd ein starker Erfolg auch in der zeitgenössischen Kunstmusik gesichert. Ich schrieb an Hindemith soeben noch in diesem Sinn; vielleicht dass wir beide mit ihm nach Berlin fahren, um alles Weitere ihm mündlich zu erzählen. Ich weiss nicht, ob Sie die Bedeutung eines Eintretens Paul Hindemith's für Ihre Erfindung (in Wort und Werk) schon in Ihrer ganzen Tragweite übersehen können : es ist der kommende Mann !! - Auch Holtschneider schrieb mir kürzlich, er werde, wenn irgend möglich, zusammen mit Middelschulte nach Freiburg kommen. Welte hat gleichfalls an Middelschulte geschrieben und ihn auf seiner Orgel zu spielen eingeladen. Prof. W. Gurlitt
Leseprobe aus dem Kapitel "Organola und Oskalyd" Zwei Wörter und Begriffe, die mir wohl als "Sündenfall auf dem Gebiet der Orgelbaukunst " angekreidet werden. Weil ich das weiß, möchte ich diese Dinge hier nicht übergehen. Organola Ich habe schon mehrfach ausgeführt, dass ich mich um die Jahrhundertwende monatelang in Schottland aufhielt und dass sich in diesem Lande damals eine lebhafte Orgelkonjunktur entwickelte. Die freien Kirchen hatten damals keine Instrumente in ihren Gotteshäusern, ihre a-capella Chöre bestritten den musikalischen Teil des Gottesdienstes. Die Zeit war nun gekommen, dass diese Gemeinden ihren einstigen Standpunkt aufgaben und sich anschickten, die Orgel in ihren Kirchen einzuführen. Die Neuyorker Casson-Company hatte in Glasgow eine rührige Vertretung gefunden, die kleine Orgeln mit Selbstspielapparaten einführte, so dass mir von meinen schottischen Freunden nahegelegt wurde, doch auch einen
Selbstspielapparat zu konstruieren, um mit den
Amerikanern konkurrieren zu können. Nach Hause zurückgekehrt, ging ich
sofort ans Werk und konnte bald schon das erste Instrument mit
Selbstspielapparat, den ich ,,0rganola" taufte, nach Glasgow liefern.
Die wichtige Notenrollenfrage wurde in einfachster Weise dadurch gelöst, da6 Tonumfang
und Teilung des Apparates den Rollen der Aeolian-Compagnie angepasst wurden.
Ein reichhaltiger Katalog stand zur Verfügung, wonach die Notenrollen ohne
weiteres in den einschlägigen Geschäften gekauft werden konnten.
Die mechanischen Musikwerke hatten ihren Siegeszug
angetreten. Eine amerikanische Firma brachte ein technisch und klanglich
hochstehendes selbstspielendes Harmonium, ;,0rchestrelle" genannt, auf
den Markt. Für die Klaviere baute die Aeolian-Compagnie als Vorsatzinstrument
das ,,Pianola", das weiteste Verbreitung fand. Die Firma Hupfeld in
Leipzig nannte ihren Apparat ,,Phonola". Später wurde der Selbstspleler
in die Klaviere eingebaut. Schließlich hatte jede Klavierfirma ihre eigenen
Instrumente mit eingebauten Apparaten. Der Begründer der Firma Welte & Sohne
in Freiburg im Breisgau, der aus Vöhrenbach im Schwarzwald gebürtige
Spieluhrmacher Michael Welte, hatte im Jahre 1845 das erste große selbsttätige
Orgelwerk erfunden, das er ,,0rchestrion" nannte. Von weiterer Bedeutung
wurde das 1904 von der Firma herausgebrachte Reproduktionsklavier
,,Welte-Mignon" mit von Künstlern bespielten Notenrollen. Eine geniale
Erfindung dieser Firma ermöglichte weiterhin, das Orgelspiel un-mittelbar mit
allen Feinheiten der Phrasierung und Registrierung, sowie des Tempos auf
Rollen aufzunehmen. Diese selbstspielende ,,Welte-Philharmonie" (1913)
war ein Wunderwerk der Technik. Die bedeutendsten Organisten kamen nach
Freiburg, um die Rollen zu bespielen. Namen wie Karl Straube, Max Reger,
Alfred Sittard, Walter Fischer, Gustav Knak, Gunther Ramin, Karl Matthais,
Arno Landmann, Franz Philipp, Enrico Bossi, Joseph Bonnet, Edwin-Henry Lemare,
Eugene Gigout und andere mehr glänzten im Notenkatalog von "Welte. Es
ist vielleicht einer späteren Zeit vorbehalten, auf diesen Rollen die
Interpretationskunst dieser Männer, nachdem sie langst von uns gegangen sind,
wieder lebendig werden zu lassen und zu studieren. Die Selbstspielapparate blieben aber nicht
nur auf die Tasteninstrumente beschrankt. Zum erstenmal stellte die auf diesem
Gebiet führende Leipziger Firma Hupfeld auf der Weltausstellung in Brüssel
im Jahre 1910 selbstspielende Geigen aus, die in der deutschen Abteilung
geradezu eine Sensation hervorriefen. Über einem rotierenden Geigenbogen
waren Violinen angeordnet, deren Saiten, an diesen Bogen herangeführt, zum
Erklingen gebracht wurden. Die Fingergriffe waren durch fein gesteuerte Tasten
ersetzt. Wie bei einer von der Hand gespielten Geige war Vibrieren und
Modulieren des Tones möglich. Das Ganze war ein ungemein........ Kindheit und Lebensberuf Rom, Academina Santa Cecilia 1894 St. Annen on sea (England), 1894 Rom, St. Peter, 1895 Bilbao (Spanien) 1895 Elorrio (Spanien) 1895 Fere-Champenoise (Bessarabien), 1895 Straßburg 1897 Glasgow, 1898 Alexandrien, 1901 Dortmund, Reinoldikirche, 1909 Bukarest 1911 Agram 1912 Hamburg, Michaeliskirche 1912 Organola und Oskalyd Freiburg, Praetoriusorgel 1921 Reval 1923 Stockholm. Stadthaus 1924 Oslo, Dom 1929 Amerika 1925 Niederwangen und Balderschwang 1926 Barcelona, Weltausstellung 1929 Kufstein, Heldenorgel 1931 Barcelona, Luftreise 1935 Sofia 1936 Bukarest 1939 Aquincum 1939 Erlebnisse in der Heimat
Mein Kommentar : Soeben lege ich das Buch wieder zur Seite, welches ich nun zum dritten Male in meinem Leben gelesen habe und ich denke mir, welch ein reiches Schaffen ist hier vollbracht, wieviel Glück und wieviel Freude konnte dieser Mann erleben, aber auch viel Leid musste er durchstehen in den letzten Tagen, von denen er aber leider viel zu wenig berichtete. Für den Orgelbauer, der sich nun anschickt die Instrumente aus dieser Zeit des Oscar Walcker zu restaurieren und zu bewundern oder zu kritisieren ist dieses Buch einfach eine Pflichtlektüre. Es behandelt elementare Zusammenhänge und die eigensinnige Darstellungsweise meines Urgroßvaters in seinem "holzigen" Schreibstil ist eher dazu angebracht Lesefreude aufkommen zu lassen, als abgestoßen zu werden. Stellenweise fühle ich mich an Stefan Zweig "die Welt von gestern" oder Thomas Mann "Die Buddenbrocks" erinnert, wo die Sorglosigkeit, die Ordnung der Bürgerlichkeit vor dem ersten Weltkrieg so unerschüttert die Menschen in ihrer Gewalt hatte, da war noch kein Gedanke an Krieg und Ausschwitz. Die eiserenen Kindheitstage werden nun dort ebenso penibel erzählt wie die Bewirtung in Bessarabien bei einem Bauern, wo auf die fäkale Hinterlassenschaft der Kinder einfach Sand gestreut wurde, was die deutsche Ordnungsliebe gewaltig durcheinander brachte. Immer wieder erzählt Oscar Walcker von Arbeitern in Schottland oder von Händlern in Arabien und anderen, die unheimlich zurückgeblieben sind hinter unseren feinen Zivilisation in deutschen Landen. Auch die technische Entwicklung in der Orgelfabrik wird genauestens mit den Amerikanern oder Engländern verglichen und ins Bild gebracht. Mit Lob spart Oscar Walcker, aber er gewährt es, zum Beispiel den englischen Zungenmachern um 1900. Hope Jones und die Amerikaner sind in technischer Entwicklung und "Fortschritt" seine Vorbilder. In kultureller Entwicklung ist Oscar Walcker keineswegs kleinkariert, er hält viel von Rupp und von Hans Henny Jahn, legt ihre Ideen dar und erläutert sie. Die Darstellungen und Erläuterungen, die Oscar Walcker um die Praetoriusorgel, die Orgelbewegung, die Einflüsse von Straube, Sitthard und Mahrenholz gibt, sind unschätzbare Hinweise die viele Zusammenhänge klären. Es ist einfach ein gelungenes Buch von einem Insider für Insider, aus einer Zeit, die für uns heute in Orgelbau wieder so wichtig geworden ist. (gwm)
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