Kostenanschlag
für die
AUSREINIGUNG
UND ERWEITERUNG
der
Orgel in der Dekanatskirche von Mersch
Montag,
19. März 2001

1.2
EIGENER BEFUND:
Besichtigung der Orgel
am Freitag, dem 16. März 2001 in Begleitung von Herrn Organist Lucien
Steffen aus Mersch und Projektinitiator, Herrn Guy Ehmann aus Reckingen.
Die Orgel ist erheblich verschmutzt.
Die Aussprache vieler Pfeifen ist mangelhaft.
Die
Register sind unausgeglichen in sich, die Register sind nicht
gegeneinander in Lautstärke und Klangcharakter abgewogen.
Die Traktur ist sehr laut. Tonausfälle in einzelnen Fällen.
Der
Klang der Orgel ist sehr interessant, die Intonation muss in
Zusammenarbeit mit dem Organisten in einzelnen Bereichen verbessert
werden.
Die
Pedalregister müssen in der Ansprache überarbeitet werden, sehr schön
sind die Streicher im Schwellwerk und die Oboe 8’. Der Salicional im
Schwellwerk sollte etwas klarer zeichnen. Die Unterlade des Hauptwerks
bläst gegen die Wand des Untergehäuses, hier sollten Gitter angebracht
werden damit der Klang direkt in das Kirchenschiff gelangt.
Das
Rückpositiv steht ungünstig und sollte in die Brüstung eingebaut
werden. Damit der Klang gerichteter in die Kirche geleitet wird, scheint
es erforderlich, dass man Seitenwände und Rückwand anbringt. Dabei
würde ich vorschlagen, dass man die Seitenwände wiederverwendet und
mit Holzplatten ausfüttert.
Viele Membranen unter den Kegelventilen sind undicht, was eine
verzögerte Spielart und ein schlechtes Klangbild begünstigen. Der
Schmutz in den Pfeifen sorgt auch für ein allgemein zurückhaltendes
Klangbild, die Pfeifen sprechen unterschiedlich in Lautstärke und
Klangcharakter an. Außerdem wird das Spiel durch klappernde
Trakturgeräusche gestört, insbesondere bei Rückpositiv und bei
Hauptwerk. Hier muss genau analysiert werden, ob man durch Regulierung
oder andere Maßnahmen diese Geräusche weitgehend beseitigen kann.
Der klangliche Aspekt der Orgel kann erheblich bereichert werden, wenn
man bei der geplanten Maßnahme eine zweifache Zimbel dazubaut, die
anstelle der Mixtur als feine Klangkrone dazugezogen wird und aufhellend
wirken muss. Eine genaue Anpassung dieser Zimbel erfolgt an Ort und
Stelle über Intonation und Einrichtung der Tonlage. Sinnvoll erscheint
außerdem der Einbau einer Traversflöte 8’ ins HW, die man auf einer
extra Lade sowohl als 8’ und als 4’ spielen kann und die
außerdem gut ins Pedal transmittieren kann wo sie dann zwei weitere
Register darstellt.
Der alte Gleichrichter von 1956 entspricht nicht mehr den Vorschriften
der Elektrizitätswerke und sollte baldmöglichst ersetzt werden.
2.0
LEISTUNGSBESCHREIBUNG:
2.1
Reinigung :
Ausbau des gesamten Pfeifenwerkes. Abdecken der Windladen, damit
der Maler die Decken streichen kann. Dies muss in Kooperation mit uns
gemacht werden, damit nicht das ganze Pfeifenwerk von der Empore
hinunter in einen Lagerraum getragen werden muss. Auch können so
Farbspritzer gleich beseitigt werden.
Reinigung sämtlicher Pfeifen von Staub und Schmutz, insbesondere
auf den Kernen und in den Kernspalten.
Waschen der Metallpfeifen in einer ph-neutralen Seifenlösung.
Trockene Reinigung der Holzpfeifen. Reinigung der Holzpfeifen mit
Leinöl-Terpentingemisch.
Entfernen von Staub und Insekten aus Pfeifen.
Sorgfältige Reinigung der Windladen. Reinigung der Raster und
Träger.
Neuaufpassen aller Stöcke.
Die Holzteile in der Orgel werden mit einer Lösung aus Leinöl
und Terpentin gereinigt und eingelassen.
Reinigung der Gebläse- und Windanlage sowie sämtlicher
Windzuführungen.
Reinigung sämtlicher übrigen Orgelteile wie Raster,
Prospektraster, Gehäuseteile und Prospekt und des Orgelinneren.
Größere Bodenflächen und Stimmgänge werden feucht abgewischt.
Reinigung des Spieltisches, des Spieltischinneren, der
Klaviaturen und Auflageflächen. Die Tasten welche ausgespielt sind
werden neu ausgetucht.
Nachregulierung sämtlicher Koppeln. Ersetzen defekter Kontakte.
Regulieren aller Kontakte.
|
Schnitt durch eine
Kegellade, wie sie in Mersch vorhanden sind.
Der
Hebelmagnet hebt einen Kegel, der die Membranen unter Wind setzt.
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Durchsicht und Reinigung des Magazinbalges. Kontrolle des
Windmotors.
Größere Bruchstellen in der Belederung wurden nicht
festgestellt. Undichtigkeiten werden beseitigt, die Steine werden,
soweit noch nicht geschehen, mit Papier umhüllt.
Es ist vorgesehen, den Balg zu reinigen, kleinere Undichtigkeiten
abzudichten und das Leder mit einem Lederpflegemittel einzustreichen.
Einzelne Lederstellen werden mit Mehl und Kreide behandelt, was reinigt
und dem Leder seine ursprüngliche Biegsamkeit wieder gibt.
Alle anderen Bälge werden wie vor ausgereinigt, der Schmutz am
Leder wird mit Mehl und Kreide beseitigt. Die Dichtungen der Ventile
werden eingestellt, alle Verbindungen werden daraufhin untersucht, dass
keine Geräusche und Windabweichungen vorkommen.
Ist der
Orgelbereich gereinigt und die Reparaturen beendet, werden die
Balgleisten wieder unter die Kegel montiert. Dabei wird die Regulierung
des Kegelhubes vorgenommen.
2.2
Ausbau
der Membranleisten, Erneuerung der Membranen
Es
müssen alle 1700 Membranen ausgewechselt werden. Die neuen Membranen
haben eine Haltbarkeit von 30 – 50 Jahren. Die
Kegel werden auf Dichtigkeit und geräuschloses Arbeiten hin
überprüft. Membranen und Kegel sind auf Repetition abzustimmen.
2.3
Lieferung einer Notenpultbeleuchtung und einer Pedalbeleuchtung.
Die jetzige Situation ist ein Provisorium, welches unbedingt gegen eine
professionelle Beleuchtung ausgewechselt werden sollte. Dies betrifft
auch die Pedalbeleuchtung.
2.4
Die jetzige Orgelbank sollte durch eine verstellbare Orgelbank
ausgewechselt werden, damit der Organist ergonomisch richtig am
Spieltisch Platz nehmen und spielen kann. Dies ist mit der momentanen
Orgelbank nicht möglich.
2.5
Erneuerung der Gleichrichter
An die Stelle des jetzigen Gleichrichters wird ein neuer
Gleichrichter eingebaut, der die Werte des jetzigen Gleichrichters
besitzt. Die primären Anschlüsse sind vom ortsansässigen Elektriker
vorzunehmen, während der Schwachstromanschluss von uns vorgenommen
wird.
2.6
Ergänzungsarbeiten am Gehäuse
Wir
schlagen vor, das Rückpositiv etwa 40 cm tiefer zu setzen und in einen
Ausschnitt der Brüstung einzuschieben. Dieser Einschub dürfte etwa 35
cm betragen. Das Rückpositiv ist dann von vorne etwas zu verkleiden.
Damit sollte die Klangwirkung dieses Werkes erheblich gesteigert werden.
Es ist aber sicher, dass durch den Zubau der beiden Seitenwände und
einer Rückwand, als klangrichtende Maßnahme, der Klangeindruck von dem
Positiv noch weiter verbessert wird. Wir schlagen also daher diese
Maßnahmen vor und geben dafür einen kompletten Preis an.
Außerdem
schlagen wir vor im Untergehäuse vor einer der Hauptwerkwindladen ein
Gitterwerk anzubringen, damit der Klang besser ins Kirchenschiff
geleitet wird.
2.7
Prospektpfeifen: Farbauftrag abwaschen und erneuern
Sämtliche 186
Prospektpfeifen werden ausgebaut und gereinigt. Die Zinkbronzefarben
dieser Pfeifen werden abgewaschen und die Oberfläche der Pfeifen ganz
gründlich gesäubert. Danach wird ein spezieller Farbauftrag gemacht,
der die Oberfläche dieser Pfeifen wie Zinnpfeifen erscheinen lässt.
2.8
Klangliche Erweiterung
a)
Lieferung und Einbau einer Flûte hamonique 8’ C-g4, welche in 4facher
Weise genutzt wird. Nämlich als Flûte hamonique 8’ im Hauptwerk,
Pedal und als Traversflöte 4’ in diesen beiden Werken. Es besteht
auch die Möglichkeit dieses Register in andere Manualen spielbar zu
machen. Dazu ist erforderlich eine extra Windlade mit 68 Pfeifen und 68
Einzeltonventilen. Anschluss der Windlade an das Windsystem, mit eigenem
Balg und Windabschaltung und Anschluss über ein elektrisches
Relaissystem zur Schaltung der diversen Auszüge. Verkabelung der
Windlade. Intonation der Pfeifen. Das Pfeifenwerk besteht aus
Kiefernholz.
b)
Lieferung und Einbau einer Zimbel 2 bis 3 fach ins Schwellwerk in 75%
Zinnlegierung. Mensuren und Fußlage nach Absprache. Ausreichend groß
dimensionierte Bleikondukten für Windzufuhr.
Intonation und Stimmung
Wiedereinsetzen der Pfeifen
Nachpassen der Pfeifen in ihren Rastern und Anhängungen auf
festen, schwingungsfreien Sitz, gegebenenfalls Reparatur von gerissenen
Haften. Das Pfeifenwerk wird sorgfältig auf Stimmvorrichtungen und
Labien untersucht bevor es wieder eingebaut wird.
Aufnahme aller Mensuren und Erstellung eines Mensurenbildes mit
Abweichung der Töpferschen Normalmensur, was die Struktur des
Klangmaterials plastisch darstellt.
Die Orgel wird neu zusammenhängend intoniert. Die 8’ Stimmen werden
gemäß ihrer Bauart auf vollen Ton intoniert. Bei der sehr
umfangreichen Intonation sind die Wünsche und Vorstellungen des
Organisten zu berücksichtigen. Wichtig ist, dass die Orgel im
solistischen Bereich, aber auch im Gesamtklang etwas abgerundeter und
wärmer wird.
Auch die vielfältigen Möglichkeiten der klangverbesserten Maßnahmen
am Rückpositiv sollten nicht unterschätzt werden, insbesondere wird
durch eine gezielte Gehäuseeinrichtung viel an Klangwirkung in den
vorderen Kirchenbänken gewonnen. Die zusätzlich vorgeschlagenen
Register geben der Orgel teils eine zimbelartige Helligkeit, andernteils
wird durch die Traversflöte die Orgel in der ganzen Bandbreite an Klang
gewinnen. Abgesehen von diesen Erweiterungen wird der Originalklang der
Orgel integral beibehalten.
Zum Schluss der Arbeiten wird die Orgel neu temperiert und
gestimmt.
Alle Arbeiten werden mit dem Organisten und dem
Projektkoordinator aufeinander abgestimmt.
Die hier vorgestellte Disposition wird, sollte man meinen
Vorschlägen folgen, als finale Disposition so aussehen. Die ergänzten
Register sind kursiv und fett dargestellt.
I. Manual Hauptwerk
C-g3
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III. Manual
Rückpositiv C-g3
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1.
|
Bordun
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16’
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19.
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Rohrflöte
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8’
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2.
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|
8’
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20.
|
Sing.
Prinzipal
|
4’
|
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3.
|
Harmonieflöte
|
8’
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21.
|
Gemshorn
|
4’
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4.
|
Viola di
Gamba
|
8’
|
22.
|
Blockflöte
|
2’
|
|
|
Flûte hamonique
|
8’
|
23.
|
Kleinquinte
|
1 1/3’
|
|
5.
|
Oktave
|
4’
|
24.
|
|
1 1/3’
|
|
|
Traversflöte
|
4’
|
25.
|
Krummhorn
|
8’
|
|
7.
|
Superoktave
|
2’
|
|
Tremulant
|
|
|
8.
|
Mixtur 3fach
|
2’
|
|
|
|
|
|
Zimbel
|
2-3fach
|
|
|
|
|
9.
|
Trompete
|
8’
|
|
|
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|
II / I
|
|
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|
|
|
|
III
/ I
|
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|
|
|
II. Manual Schwellwerk C-g3
|
|
Pedal
C-f1
|
|
|
10.
|
Liebl. Gedackt
|
8’
|
26.
|
Violonbass
|
16’
|
|
11.
|
Salicional
|
8’
|
27.
|
Subbass
|
16’
|
|
12.
|
Vox
coelestis
|
8’ c13-g56
|
28.
|
Zartbass
|
16’ aus
1.
|
|
13.
|
Ital. Prinzipal
|
4’
|
|
Oktavbass
|
8’
|
|
14.
|
|
4’
|
|
Flûte hamonique
|
8’
|
|
15.
|
|
2 2/3’
|
30.
|
Gedecktbass
|
8’
|
|
16.
|
|
2’
|
31.
|
Quintbass
|
5 1/3’
|
|
17.
|
|
2 2/3’
|
|
Traversflöte
|
4’
|
|
|
Zimbel
|
2-3fach
|
32.
|
Choralbass
|
4’
|
|
18.
|
|
8’
|
33.
|
Posaune
|
16’
|
|
|
|
|
34.
|
|
8’
c25-f30
|
|
|
|
|
35.
|
Clairon
|
4’
c25-f30
|
|
|
|
|
|
I / P
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|
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|
|
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II / P
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|
|
|
III / P
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|
|
|
|
|
4II / P
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|
|
|
|
|
|
4III / P
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
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|
|
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|
Bitte beachten Sie auch, dass
dies beabsichtigt ist, die Zimbel sowohl in HW wie SW separat
zuziehen zu können, da dies natürlich ein viel feineres
Registrieren erlaubt, auch wenn die Zimbel im Schwellwerk
untergebracht wird.
Die notwendigen, elektrischen Schaltungen sind im
Registerpreis inbegriffen.
|
Gerhard
Walcker-Mayer
Orgelbaumeister