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Zu organ“Sonderheft Walcker“ bitte beachten Sie die Ergänzungen am Ende des Textes (21.09.2003) Hierzu wird von uns nun eine Stellungnahme abgegeben, da dies mehrfach von Freunden, Verwandten und Interessenten unserer Walcker-Internetseiten gewünscht wurde. Eigentlich erschien es uninteressant gegen ein müdes Orgelblatt, wie es „organ “ eben darstellt, das konservierende Langeweile und Dauerwiederholungen des schon tausendmal Gesagten als neueste Aktualitäten verkaufen möchte, und das die vierte oder fünfte Chaosnummer hiermit nun in Folge verabreicht, das Wort zu erheben, doch das Thema „Eberhard Friedrich Walcker“ hat es uns schließlich geboten. Zunächst einmal möchte ich auf den Stil der Schramberger Macher und Initiatoren reagieren. Diese Leute wurden von mir selbstlos mit allen Materialien, die sie wünschten, bedient. Im weiteren Verlauf haben sie mich hintergangen, als eine zugesagte Manuskriptauswahl der Tagungsteilnehmer vorenthalten wurde, mit den Worten:“ die haben alle frei geredet, ohne Manuskript“. Daraufhin wurde auf walckerorgel.de eine Stellungnahme zu der Tagung von mir abgegeben, die ich im Laufe einer Konsenslösung wieder vom Netz nahm. Mein Interesse war lediglich ein paar kostenfreie Texte für Studenten und Walckerfreunde auf dem Internet darstellen zu können. Es sind ja viele Interessenten nicht in der Lage sind, Schrifttum aus Deutschland zu beziehen. Über das Internet gibt es nun umfangreiche Kontakte in alle Welt, die mich immer wieder auf Texte und Bilder über Walcker-Orgeln etc. ansprechen. Jedem muss klar sein, Veröffentlichungen auf dem Internet, das ist völlig kommerzfrei, dahinter steht Engagement, Begeisterung für die Sache, sonst nichts. Klar ist natürlich auch, dass von mir Verständnis dafür eingebracht worden wäre, hätte man mir gegenüber gesagt, dass man ein Sonderheft über Eberhard Friedrich Walcker vorhabe, wo diese Texte einfließen sollen, und damit eine Vorveröffentlichung ausgeschlossen ist. Diese Offenheit allerdings vermisst man in Schramberg, und wie ich nun meine, erscheint gerade dieser Tempel der Halbwahrheiten, mit denen man an Eberhard Friedrich Walcker herumbasteln will, ein wesentliches Element dieser süddeutschen „Redlichkeit“ zu sein, wie ich das hier an anderer Stelle nachweisen werde. In den nun erscheinenden Sonderheft „Eberhard Friedrich Walcker“ erwähnen die Schramberger diese Bereitstellung von meiner Seite nicht nur mit keiner Silbe, sondern veröffentlichen all das was ihnen so in den Kram passt aus unserem Archiv, ohne dies überhaupt mit uns abgestimmt zu haben. Dass eine solche Redaktion, wie es die „organ“- Redaktion darstellt, das Schramberger Team auf derartige Entgleisungen nicht einmal hinweist, darüber wundern wir uns in der Tat nicht. Unser Abonnement mit „organ“ wurde ausschließlich aus dem Grunde noch nicht fristlos gekündigt, um in den kommenden Ausgaben die zunehmende Verletzung des Eigentum- und Urheberrechts weiter zu verfolgen. Diese Sonderheft-Berichte nun von Moosmann - Schäfer, man kann es mit einem Satz abhaken, es sind ein paar Sätze aus dem von Moosmann und Schäfer geschriebenen Buch über Eberhard Friedrich Walcker. Wer dies gelesen hat, erfährt nicht einen neuen Gedanken. Ja es ist sogar so, dass von Schäfer historisch völlig falsche Gedankenansätze eingebracht werden, verursacht durch immer wieder falsches Abschreiben von anderen Autoren, die bereits fehlerhaft recherchierten, die Krankheit aller „Möchtegern-Historiker“ , die nicht einmal das bereits Geschriebene wenigsten gelesen haben. Zunächst einmal schicken wir etwas voraus, das nur Kenner der Materie wissen : das Walcker-Opusbuch No. 1 (befindet sich im Gerhard Walcker-Archiv) enthält die Lebensbeschreibung des Altmeister Eberhard Friedrich Walcker aus eigener Hand und es enthält mehr als genug Fragwürdigkeiten. Hier müsste einmal gründlich analysiert werden, ob das gesamte Buch aus der Hand Eberhard Friedrich Walckers stammt und wie die Widersprüchlichkeiten darin erklärt werden können. Kleemann hat zum Beispiel klar und deutlich nachgewiesen, dass Eberhard Friedrich Walcker bei Voglers Besuch in Canstatt gerade 14 Jahre alt war, und dass die Begegnung mit Vogler von dessen Vater Johann Eberhard Walcker beschrieben wurde. Diese Beschreibung aber wurde immer Eberhard Friedrich Walcker zugeschoben, was vollkommen falsch ist. Kleemann weist nach, dass mehrere Abschreiber absichtlich den berühmten „Vogler“ mit dem nun ebenfalls berühmt gewordenen Eberhard Friedrich Walcker in Verbindung brachten, aber die Zusammenarbeit mit Vogler wurde von Johann Eberhard Walcker geführt. Einige der Schreiber haben aus dem „Walcker“ einfach Eberhard Friedrich Walcker gemacht. Und heute im Jahre 2003 macht diesen selben Fehler wieder Rudolf Schäfer auf der Seite 47 des „organ“- Sonderheftes, indem er exakt dieses Zitat Eberhard Friedrich Walcker unterjubelt, was aber sein Vater geäußert hat. Die Kleemannsche Darstellung der Zusammenarbeit von Johann Eberhard Walcker mit Abbe Vogler wird zu geeigneter Zeit hier auf unseren Internetseiten aufgeführt, und dies sind auch tatsächlich wissenschaftlich wertvolle Ausarbeitungen die Hand und Fuß haben. Hier ist bereits gleich die zweite Fragwürdigkeit begraben: ob Eberhard Friedrich Walcker sich tatsächlich auf eine Begegnung mit Vogler beruft, dies kann nur über eine gründliche Arbeit der Lebenserinnerungen ermittelt werden, vielleicht aber lässt er hier seinen Vater zu Wort kommen. Möglich und wahrscheinlich ist, dass der Vater die Erinnerung an Vogler in Eberhard Friedrich Walcker wach gehalten und Fragen danach beantwortet hat. Möglich ist aber auch, dass Eberhard Friedrich Walcker seine unbewusste Begegnung mit Vogler als 14 jähriger Junge im fortgeschrittenen Alter unabsichtlich verklärte. Alles dies wird eben ein gründliches Quellenstudium zu Tage befördern und nicht ein Abschreiben alter und längst überführten Fehlschreiber. Eine wohltuende Ausnahme in dem ganzen Wust aus Tabellen, Altbekanntem und kleinkarierten Halbwahrheiten bildet der Bericht von Paul Peeters aus Göteborg. Die Gegenüberstellung von Eberhard Friedrich Walcker mit Aristide Cavaille-Coll gipfelt in der Aussage, dass ja Aristide Cavaille-Coll die rund 15 Jahre Vorarbeit von Eberhard Friedrich Walcker für seine Zwecke nutzen konnte, dass aber auch die länderspezifischen Unterschiede für Aristide Cavaille-Colls Schaffen günstiger waren. Nun ich habe aus Gesprächen mit Peeters noch in Erinnerung, dass eigentlich eine Gegenüberstellung Walcker- Cavaille-Coll – Hill das europäische Orgelbauschaffen im 19.Jahrhundert in diesen drei Säulen stützt, und so wunderte ich mich über die hier so reduzierte Ansicht. Die Drohungen am Ende dieses Peeters-Berichts aber, was in Zukunft auf die Orgelwelt alles losgelassen werden soll, im Namen „Walckers“, also das ist das eigentlich Düstere der ganzen Tagung. Es muss doch einfach klar sein, dass man aus der Romantik Eberhard Friedrich Walckers nicht solche Alien-Geburten wie die Silbermannorgel-Villingen oder Cavaille-Coll-Verschnitte an allen Orten der Welt produzieren kann, da die immanente Religiosität der EFW-Orgeln eben eine entscheidende Kraft seiner Orgeln ist. Und bei all diesen Techno-und Ratio-Orgelgeburten nach Schnitger und Silbermann ist eben vielleicht alles der Erscheinung nach faktisch korrekt vorhanden – nur, wie baut man z.B. Religiosität in eine Orgel ein ? Eine wesentlich negative Aussage, nämlich die Josef Rheinbergers über Eberhard Friedrich Walckers wird gleich in zwei Beiträgen (Hermann Busch „Rheinberger und Max Reger an Walcker-Orgeln und Rudolf Schäfer “Die Wurzeln des Klangideals“) als Neuigkeit verkauft und plattgemacht :“ Jedenfalls ist er (Steinmeier) außer Walker, dessen Schüler er ist, der beste Orgelbauer Süddeutschland. Ich könnte auch Walker selbst nennen, der größeren Ruf genießt, doch ist derselbe alt und als berühmter Mann natürlich wenig lenkbar….“ Neben dem nichtveröffentlichten Quellenangaben (die beiden Bilder der Orgel St. Petersburg, Entwurf der Orgel im Münchner Konservatorium, Eberhard Friedrich Walcker Gemälde u.a., alle Gerhard Walcker-Archiv) werden Quellenangaben gemacht die geradezu haarsträubend sind und die über die Qualität der Berichte genügend aussagen. So wird die Fotografie Walter Suppers vom Landesdenkmalamt und dessen Schilderung über die Bespielung des doppelpedaligen Spieltisches in der Stuttgarter Stiftskirche einfach Werner Walcker-Mayers Spieltischbuch zugeschrieben. Der Zusammenhang von Orgelschaffen und kompositorischer Nutzung, dies ist nun Herrn Prof. Busch in seiner Darstellung „von der zartesten Klangfarbe bis zur vollen Stärke“ sehr gut gelungen. Allerdings : ein riesiger Knochen, mit wenig Fleisch. Der vorangestellte Beitrag des J.G. Herzogs als Orgellehrer über die Walker-Orgel in München (Man beachte die unterschiedliche Schreibweise des Namen Walcker – Walker, was noch nicht aufgeklärt ist. Selbst Eberhard Friedrich Walcker hat seine Firma unterschiedlich benannt. Es gibt zum Beispiel die Werkstattordnung, die zuvor unter dem Namen Walcker und dann ein Jahr später unter Walker herausgegeben wurde oder auch Kostenanschläge wurden mit unterschiedlicher Namenschreibweise gedruckt) nimmt ein Drittel des ganzen Buschtextes ein. Beide Wissenschaftler (Busch und Peters) heben sich wohltuend von der Physik und dem handwerklichen Gesichtspunkt der Firma Kuhn (schrecklichste Formulierungen, die man mit zwei Skizzen hätte wegstecken können) und den Schrambergern ab. Übrig bleiben ein ganzer Sack voller Ungereimtheiten und Eitelkeiten einer kleinen Klicke um die Kuhn - Walcker-Orgel in Schramberg, sie sollen uns nun nicht weiter verdüstern. Die Orgel in Schramberg mit Barkerhebeln ausgestattet, was gegen eine originale Rekonstruktion gemacht wurde, und was die Orgel in ihrem Wert gewaltig trübt, das ist lange nicht das Eberhard Friedrich Walcker – Vorzeigeinstrument. Das von den Brüdern Rensch restaurierte Werk in Göppingen St.Maria halte ich persönlich für wesentlich fantasiereicher angegangen. Die Neuhauser Orgel wird von Organist und Vorstand des Orgelbauvereins mit einer völligen Hingabe behandelt, so dass hier viel Großes zu erwarten ist. Wir sind nicht der Auffassung unbeirrt durchs Leben zu gehen, aber wir folgen einem Ruf der sagt uns : diese Vermarktung, dieses Verkaufenmüssen einer dumpfen Kuhansicht, dieses öffentliche Verdauen, dieser Kitt und diese frisierte Postkartenidylle auf Kosten der Poesie und Wahrheit, das kann nicht im Sinne einer Eberhard Friedrich Walckerschen Romantik sein. Aber auch diese wissenschaftliche Aufgeblasenheit wäre nie in seinem Sinne gewesen. Man muss seine feine Schrift und seine filigranen Orgelentwürfe, seine Mensurentwürfe gesehen haben, um zu verstehen, wie tiefsinnig und grazil sein Wesen war, das nun mit dieser großen Schramberger Allerweltsdummheit durchgebügelt werden soll. Es soll nicht verschwiegen werden, dass wir seit einigen Monaten an einer autobiografischen Schrift arbeiten, die mit Entwürfen, Mensurenstudien – und Briefbearbeitungen sowie einer großen Zahl an Zitaten aus des Meisters Feder bereichert werden soll. Als wichtigstes Ereignis sehen wir die Orgel in der Frankfurter Paulskirche und das Umfeld zur damaligen Zeit. Ich denke, dass wir viele Zeitgenossen EFW’s aus Frankfurt zu Wort kommen lassen und eine wirkliche Neuheit darstellen können, die sich nicht in Fakten und leblosen Tabellen erschöpft. Teilweise wird dies ein Werk, das die elementare Schönheit seines Werkes beleuchten soll, als Fanal für eine reinere Lebensweise, was letzendlich meinen soll, Orgelmusik, Romantik, das ist etwas, was wegweisend sein soll und mit rationalen Sprechblasen so nicht vermittelt werden kann. Romantik, und besonders die des Eberhard Friedrich Walcker ist eben nur über Musik vermittelbar, höchstens noch über Poesie…..
Gerhard Walcker-Mayer 18.Juli 2003 Almendraljeo
Ergänzung am 15.8.2003 Die Firma Orgelbau Lenter wünscht in Zusammenhang mit der Stellungnahme zum organ-Heft E.F. Walcker zu bemerken, dass sie selbst keine Aktivitäten unternommen habe, damit die Firma Lenter als Restaurator der Walcker-Orgel in Hoffenheim genannt wird. Sondern Lenter habe als Angestellter der Firma Walcker einen erheblichen Anteil an dieser Restaurierungsarbeit 1995 vorgenommen.
Ergänzung am 21.9.2003 zu "Stellungnahme zu organ-Sonderheft", hier meine Aussage über Prof. Dr. Bossert "Verlorene Spur". Während meiner Abwesenheit in Bulgarien kam ein Schreiben hierzu aus einem Anwaltbüro mit ultimativer Abmahnung die von mir gemachten Sätze Herrn Bossert betreffend aus dem Artikel zu entfernen. Diesen Schreiben konnte und wollte ich nicht Folge leisten, da mir die Begründung (telefonisch übermittelt) nicht schlüssig war. Heute morgen habe ich dieses Schreiben erstmals gelesen, und ich muss gestehen, dass die von mir gemachten Ausführungen überzogen sind und die Persönlichkeitsrechte Herrn Bosserts verletzen. Dies sollte nicht im meinem Sinne sein und noch weniger im Sinne der Sache, sondern es sollte wiederholte Fehlinformationen Walcker / Lenter betreffend aufgedeckt werden. Die von mir über Herrn Bossert gemachten Äußerungen sind daher von mir gelöscht worden. Gerhard Walcker-Mayer
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