letzte Bearbeitung am 29.03.2008

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22.7.2004  Lieber Herr Walcker-Mayer,

das Schönste kommt unerwartet als Geschenk. Die Anmerkungen aus der Sicht des Hauses Walcker zusammen mit den Schweitzer-Zitaten haben ihre Wirkung getan. Mit einem ungewöhnlichen Programm vergegenwärtigt Dominikus Trautner die ungewöhnliche Klangwelt der Rigaer Domorgel. Das Herz geht einem dabei auf, und es geht mir wie der Franka, die sagte: "Die Orgel klingt nach neuem Leben." Und beim Anhören der CD erinnerte ich mich an den Satz des "Täleskapos" Vogt aus Ludwigsburg: "Schade, dass der Herr Walcker-Mayer das Singspiel nicht mitbekommen hat. Das hätte ihm gefallen."

Ich glaube es auch und grüße Sie herzlich

                              E.H.

Sehr geehrter Herr Walcker,

als Orgelfan war ich mal wieder am Stöbern im Internet. Da stiess ich auf Ihre geniale Seite. (Man sollte mal mit der GdO über einen Artikel "Orgel-Internetführer" sprechen, damit diese Schätze, die bestimmt weltweit noch irgendwo schlummern, bekannt werden.)

Meine Frage wäre nun, ob Sie mir ein Passwort für Ihre Seite schicken könnten, damit ich mir alles in Ruhe ansehen kann?!

Sollten Sie noch weitere Informationen über mich benötigen, dann zögern Sie nicht, mich anzusprechen.

Vielen Dank!

Gruß aus Berlin! März 2005

 
Lieber Herr Walcker-Mayer,
vielen Dank für die Sendung der zwei offensichtlich verloren gegangenen
Bücher! Ich halte Ihre schnelle und kulante Reaktion für bemerkenswert.
Mit freundlichen Grüßen!
JS
Wuppertal 19.4.2004
Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer,
 
gestern ist Ihre höchst interessante und wissenswerte CD angekommen.
Haben Sie recht herzlichen Dank für Ihr bewundernswertes Engagement, Ihre Mühe und Arbeit, die mir und vielen anderen Lesern viel Freude bereitet.
 
Mit freundlichen Grüßen
LDZ
Orgelarchitekt  25.6.04
 
gwm 1.Feb.2004

Lieber Herr Pfarrer

Natürlich ist es für mich nicht möglich Ihre Perspektive in allen Einzelheiten zu kennen, noch wäre es für mich angemessen Ihnen von hier aus irgendwelche Weisheiten zu vermitteln oder Ratschläge zu erteilen. Wie bei jeder Entscheidung spielt die Bezahlbarkeit, die Pragmatik und viele andere Elemente ins Ganze hinein. Und so gesehen ist mein Aspekt der Betrachtung, eben auch nur "ein" Aspekt.

Aber diese meine Sichtweise und Einschätzung des Instrumentes lässt prinzipiell keinen Kompromiss zu, obwohl ich Ihre umfangreiche Begründung durchaus verstehe und akzeptiere. Und ich glaube auch kaum, dass Sie sich dieses schwierige Problem einfach gemacht haben.

In den 50er und 60ern Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat mein Vater rund 3500 Orgel gebaut. Ich habe in dieser Zeit gelernt und ich habe auch lange gebraucht diese Zeit zu überwinden, und insbesondere diese rein technische und wissenschaftliche Ansicht der Welt. Diese Zeit war von einer Dynamik und Bewegung gekennzeichnet, was wir heute noch nicht richtig vermessen können, da der Zeitabstand noch zu gering ist. In jedem Fall war es vielleicht die letzte große Bewegung innerhalb des Orgelbaus, wohingegen heute eine Erstarrung eingetreten ist, der wir nur dadurch entgegentreten können, indem wir andere Wertigkeiten setzen.

Darunter verstehe ich nicht unbedingt ein Zurückstarren, sondern eine über die Oberfläche der wissenschaftlichen und technischen Sicht hinausgehende Betrachtung. Und damit eine Gewinnung an Lebensqualität, indem man einfach mehr innerhalb der Dinge findet, als es der erste Augenblick erscheinen lässt.

Mir hat vor zwei Tagen eine Kirchenbedienstete auf meine Anfrage, ob die Orgel wieder gestimmt werden soll, geschrieben : wir haben seit zwei Jahren ein elektronisches Instrument, und seit dieser Zeit gottseidank kein Bedürfnis mehr. Ich hätte am liebsten zurückgeschrieben, "das ist ja klar, wenn man die Seele totschlägt, dann bereitet sie keinen Kummer mehr".

Also, wir sehen auch, dass es immer zwischen der Kunst und ihrer Forderung und dem Machbaren Kompromisse geben muss. Nur ist eben heute die Gefahr sehr groß, dass man nur noch pragmatisch handelt, und Kunst nur noch in Hinterhöfen und auf kleiner Flamme gelten lassen will. Man sehe nur die Sparprogramme von Regierung, Kirchen und sonstigen großen Verbänden und Firmen. Wir werden damit letztendlich in die Geschichte eingehen, als eine Zeit der "totalen Verflachung" oder schlimmer noch, als "eine Zeit die nicht mehr diskutierbar ist".

Das "Alte" ist für mich als Orgelbauer nur von Interesse, wenn es lebendig in die heutige Gegenwart überfließen kann. Wenn es Museumsdenkmal ist, das keine Bewegung mehr zulässt, dann ist es tot und uninteressant. Wenn darunter Menschen mehr leiden müssen, als dass ihnen Freude widerfahre, dann ist es auch nicht gerechtfertigt. Ich denke da an einen Humanismus der bei Albert Schweitzer und Erich Fromm angesiedelt sein sollte, und ich denke, dass jeder Fanatismus in diese Richtung fehl am Platze ist.

Daher kann ich Ihnen nur sagen, dass ich hoffe, dass Sie Glück mit Ihrer Orgelgestaltung haben, unterstützen kann ich aber nur ein vollkommen "reines" Restaurierungskonzept.

Mit vielen Grüßen

Ihr

Gerhard Walcker-Mayer

 

01.Feb. 2004

Lieber Herr Walcker

besehen aus musikästhetischer Sicht, auch aus der Sicht, was eine Orgel bedeutet, gebe ich Ihnen absolut Recht. Natürlich wäre es richtiger, den "Werkwillen" der Hersteller des Instruments zu beachten und dieses Instrument wieder so zum Klingen zu bringen, wie es dem Ursprung entspricht.

Ein Instrument allerdings, daß in seiner nahezu neunzigjährigen Geschichte maximal von 1912 - 1914 und dann wieder begrenzt 1936 - 39, sodann mit großen Schwierigkeiten 1956 - 1963 funktionsfähig war, danach generalüberholt wurde und dann bereits seit Ende der sechziger Jahre - trotz vorangegangener fachlich werkgerechter Restaurierung - nur noch eine ästhetische Klangqual war, ein solches Werk har gleichwohl seinen Wert, steht aber offensichtlich am falschen Ort. Das ist keine Frage der Ästhetik, das ist eine Frage der Seriosität des Denkens. Was nützt mir eine Orgel hier, deren Technik in den Witterungsbedingungen in Ägypten nicht nachhaltig funktionieren kann!? Die Abfälligkeit der Bälgchen war und ist das große Problem hier. Alle Bälgchen wurden vor ca. 40 Jahren durch einen Vertreter Ihrer Firma bzw. einen Beauftragten Ihrer Firma ausgetauscht, sie muss danach - und Zeitzeugen belegen dies denn auch - wieder wunderbar geklungen haben. Aber schon das Fernwerk hatte man aufgegeben, es stand ungenutzt und unspielbar in der Kirche. Die Organola war schon gar nicht mehr spielbar, wurde sogar ausgebaut und vernichtet. Lediglich einige kleine Überrest der Technik waren noch da, und natürlich waren da auch noch die vielen Rollen. Die Durchsicht auf die Organola war lange vorher bereits verschlossen worden. Die Pneumatik der Organola war stillgelegt. Ganze Teile der Orgel wurden bereits in den sechziger Jahren ebenfalls stillgelegt, das muss bereits bei der letzten großen Reparatur erfolgt sein, über die wir hier leider keinen detaillierten Bericht haben. Weitere Teile der Orgel wurden von Banausen verschenkt und verscherbelt, Pfeifen als Dekorationsmaterial von Wohnzimmern verschleudert. Das, lieber Herr Walcker, ist die Realität. Sie sollte verschrottet werde. Es ist einem Ägypter zu verdanken, daß dies nicht erfolgte; er hatte sich geweigert, die Verschrottung zu betreiben. So blieb uns wenigstens ein Teil des Instruments erhalten, wenn auch so zerstört, daß es nicht mehr spielbar war.

Natürlich hätte Sie die Orgel, oder doch wenigstens die vorhandenen Teile wieder werkgerecht herrichten können - aber um den Preis, daß sie in zehn Jahren wieder unspielbar ist - und in diesem Sinne bin ich in der Tat Pragmatiker, denn eine Orgel, so hochwertig sie sein mag, sie muss auch spielbar sein, als Anschauungsstück klingt in und aus ihr gar nichts.

So haben wir wenigstens jetzt doch eine Ahnung der Schönheit und wissen, daß als pneumatisches Werk diese noch viel schöner gewesen sein muss.

Sehen Sie, nach dem Krieg war es die Firma Walcker, die halb Deutschland mit schnell hergestellten Orgeln versehen hat. Das war nach den Kriegszerstörungen wichtig: Jede Kirche sollte die Möglichkeit haben, sich ein Instrument zu beschaffen. Wir haben als Kirchen der Firma Walcker da viel zu verdanken. In meiner letzten Gemeinde in Frankfurt hatten wir eines dieser schnellproduzierten und aus vielen anderen Orgeln zusammengebauten Instrumente. Sie tat gut Dienste. In meiner zur Gemeinde gehörenden zweiten Kirche hatten wir in diesem Sinne ein zweimanualiges Instrument gleichere Machart, wunderbar, schlicht, einfach, solide, stabil und klanglich gut. Der Service der Wartungen war schlecht, Erweiterungen nicht möglich! Leider hat die Firma, diesen Ansatz verlassen und nicht darauf geachtet, daß ca. 50 Jahre nach Kriegsende und nachdem die Kirchen mit jenen Orgel ausgestattet wurden, eine zweite Nachkriegphase der Sicherung und Ausweitung sowohl dieser vorhandenen Orgeln erfolgen müsste und auch neue "Einfach-Orgeln" für den Gottesdienstgebrauch notwendig wurden. Hätte Sie heute für uns eine robuste Orgel im Angebot für einen Preis von ca. € 40.000,00, wir hätte Ihnen die alte in Zahlung gegeben und diese genommen. Vor 10 Jahren.. als die Gemeinde beschloss ein dummes elektronisches Instrument zu kaufen, gab es auch eine Anfrage in Ihrem Haus, mit lediglich DM 40.000,00 war die Elektronikorgel die einzige Antwort. Ja, lieber Herr Walcker, Ihre Orgelphilosophie teile ich, der ich auch Organist bin, mit Leidenschaft. Aber die Orgelbaufirmen haben uns wie viele Gemeinden im Stich gelassen. Das ist der Grund, warum die Orgelästhetik den Bach hinunter geht. Nicht weil wir es nicht wollen, sondern weil wir uns die teuren Werke nicht mehr leisten können! Firmen wie die Ihre und viele andere bauen und planen schon längst an den Gemeinden, denen die Instrumente ja dienen sollen, vorbei. Sie wollen große Vorzeigeobjekte - die alte Nachkriegsphilosophie Walckers kannte dies nicht. Die wusste, daß sie den Gemeinden dienen sollte, ihnen gute und stabile Instrumente zu liefern. Daneben gab es auch andere aus dem Hause Walcker! Ich habe in New Yorks St. Peters Church auf einer solchen gespielt und liebte meine "Hausorgel" in Frankfurt in der dortigen Matthäuskirche, auch eine Walcker. Wenn Sie als Firma an der Basis unserer Gemeinden nicht präsent sein können, weil die heutigen Werk zu teuer sind., darf man sich nicht wundern, wenn die Orgelästhetik verloren geht. In diesem Sinne haben wir einen Mittelweg gesucht und gefunden: Vom alten Walckersystem so viel wie möglich erhalten, aber eine dauerhafte Technik benutzen.

Ich weiß, Ihnen dreht sich dabei der Magen um, aber gerne hätten wir z.B. Ihre Firma für die Umrüstung herangezogen. Und ich weiß, daß es vielen so ergehen würde wie uns. Statt nun in Bausch und Bogen unseren Weg zu verwerfen, wäre es vielleicht sinnvoll, sich unsere Arbeit anzusehen, nachzuschauen, ob die Sicherung des Grundbestands dieses Werks wenn auch unter veränderten und verändernden Umständen nicht doch auch für Sie interessant sein könnte, und uns dann zu helfen, die Reste der noch vorhandenen Orgel mit vereinten Kräften aufzubauen. Die alte Walckerphilosophie hätte hier bestimmt ein lohnendes Tätigkeitsfeld und vor allem einen angemesseneren Schritt gegen das Vordringen der elektronischen Instrumente gefunden, ein Weg, der zugleich auch bezahlbar wäre.

Wir werden jetzt in die Fund-Raising-Phase eintreten müssen, um die zweite Bauphase im nächsten Jahr hoffentlich durchführen zu können. Es wäre schön, wenn Sie, mal ganz "pragmatisch" gedacht, mit dabei sein könnten, mit unserer Technik wenigstens die vage Erinnerung an den früheren Klang, auf jeden Fall aber eine mit den natürlichen Elementen der Luft arbeitende Orgel weiterhin zum Leben zu erwecken.

Ihr

PK

 

eingefügt am 17.1.04

Lieber Herr Walcker-Mayer,

Weihnachtsgrüße aus Stade - und Glückwunsch zu Ihrer angemessenen Polemik gegen das ziemlich größenwahnsinnige Regensburger Orgelvorhaben in der Neupfarrkirche.

Man reibt sich schon die Augen, wenn man das liest - und den Prospektentwurf sieht: was man dort vorhat, mutet an wie eine Karikatur der Notre-Dame-Orgel. Und die "Begründung" liest sich wie eine faule Ausrede: als ob sich eine "zu laute" Orgel nicht durch geschickte Intonation an den Raum anpassen ließe (wenn sie denn wirklich zu laut ist - man muß ja als Spieler auch mit der Klangkraft eines Instruments umzugehen wissen). Und soll die angestrebte neue Orgel mit ihren dann 80 Registern etwa "leiser" sein? Der Dispositionsentwurf (natürlich mit spanischen Trompeten) läßt eher das Gegenteil vermuten.

Daß die derzeitige Orgel noch nicht einmal 20 Jahre alt ist, steigert die Neubaupläne ins Skandalöse. Hätte man in früheren Jahrzehnten/Jahrhunderten nur so gedacht, hätte keine einzige Schnitger-, Silbermann-, Walcker- oder Cavaillé-Coll-Orgel bis in unsere Zeiten überdauert, und leider mußten ja auch viele dieser "Klangzeitzeugen" dran glauben. Es kommt hinzu, daß die Orgelwerkstatt Jann für die sehr respektable Qualität ihrer Orgeln bekannt ist und 42 Register ja auch nicht gerade wenig sind. Da drängt sich schon die Frage auf, wer sich hier und warum ein Denkmal setzen will.

Ein wenig in Schutz nehmen will ich allerdings die Schweizer Orgelbauer: daß Firmen wie Kuhn, Mathis oder Goll gerade "en vogue" sind, kann man diesen Werkstätten nicht ernsthaft vorwerfen. Auch Schnitger, Silbermann, Walcker und Cavaillé-Coll waren ja zu ihrer Zeit so etwas wie "Marktführer", und in der "orgelbewegten" Nachkriegszeit hießen die Favoriten (jedenfalls in Norddeutschland) eben Kemper, Führer, Ott und v. Beckerath. Die Orgeln Rudolf v. Beckeraths belegen, daß man auch in orgelbewegt-kargen Nachkriegszeiten schöne Instrumente bauen konnte, wenn man denn wollte und einem kein verbohrter Orgels(chw)achverständiger dazwischenkam.

Und im Osnabrücker St.Petri-Dom (siehe www.kuhn-org.com) ist Kuhn gerade eine klanglich wie architektonisch-technisch herausragende Lösung gelungen, die die Orgelbauer aus Männedorf am dritten Adventssonntag auch auf bemerkenswert sympathisch-bescheidene Art "präsentiert" haben. Das dort errichtete Instrument ordnet sich bewußt den räumlichen Vorgaben unter und respektiert die große West-Rosette. Zudem ist mit dem auf der Orgel angebrachten Spieltisch eine die extrem schwierigen räumlichen Verhältnisse vorzüglich ausnutzende (und unkonventionelle) Lösung gelungen. Kein vordergründig-protziges "Auftrumpfen" also, weder nach der Registerzahl, noch klanglich - stattdessen Beschränkung auf das Wesentliche. Kompliment!

Bleibt die Hoffnung, daß man in Regensburg vielleicht noch zur Vernunft kommt - und vor einem übereilten Protz-Neubau vielleicht auch mal die hervorragenden Jann-Orgeln in der Münchner Frauenkirche inspiziert und hört. Dort stehen keine französischen Klone, sondern Orgeln, die eine gelungene Stilsynthese repräsentieren. Aber wahrscheinlich fehlt in Regensburg an der Neupfarrkirche ein Musiker von solchem künstlerischem Rang (und persönlicher Bescheidenheit!)wie der ehemalige Frauenkirchen-Organist Franz Lehrndorfer, dem die Domorgeln ihre klangliche Gestalt (mit-)verdanken.

Mit besten Grüßen aus der tristen norddeutschen Tiefebene:

Ihr Wolfgang Gourgé

 

eingefügt am 17.1.04

Sehr geehrter Herr Walcker,

seit einiger Zeit schon ist mir Ihre Internet-Seite bekannt. Wenige Tage vor ihrem Abbruch hatte ich die Gelegenheit, mir die Walcker-Orgel im Essener Dom nochmals anzuschauen und vorzuspielen.

Dabei habe ich auch einige Aufnahmen gemacht. Eine davon schicke ich Ihnen als Erinnerung in der Hoffnung, Ihnen eine kleine Freude zu machen.

 Das Abschiedskonzert mit Heino Schubert habe ich besucht. Es war mir, als würde ein ganz großer Könner die bislang letzte dynamische Epoche der deutschen Orgelkunst zu Ende führen.

Hoffen wir, daß uns die kommenden Jahre nicht die völlige Erstarrung in einen "gespenstischen Orgeltotenkult" mit reaktionären Stilkopien und pseudo-impressionistische Epigonenmusik bringen.

Aus Köln grüßt Sie Stephan Pollok

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Antwort zu dem Leserbrief von Thomas Diehl

Sehr geehrter Herr Diehl,

Sie haben tatsächlich mit wenigen Worten ein Hauptproblem im heutigen Deutschen Orgelbau klar erkannt und ausgesprochen. Daher habe ich Ihren Brief auch so plaziert, dass es wirklich jeder lesen muss.

Was hinter dem Problem liegt, das sind natürlich die Namen aller dieser Sachverständigen. Kaum ein Orgelbauer getraut sich da öffentlich vorzugehen, weil hier rigoros Machtverhältnisse ausgespielt werden. In Bayern und Württemberg können Ihnen die Orgelbauer da herrliche Lieder davon singen. ( Ich selbst bin hier in Rheinland Pfalz, Baden etc. betroffen).

Nun kommt noch hinzu, je mehr man dagegen wettert, dass einem da natürlich mehr und mehr Aufträge entzogen werden.

Es gibt natürlich auch andere Sachverständige, die cool und locker erstmal prüfen, welchen Einsatz der Orgelbauer bringt, die objektiv versuchen zu taxieren. Aber dieses Problem haben wir hier in Deutschland seit 200 Jahren : von Eberhard Friedrich Walcker über  Oscar Walcker hin zu meinem Vater, der in einer Hausmitteilung laut und drastisch gegen das Unwesen der Sachverständigen zu Felde zog. Seit jenen Zeiten ist viel Stöhnen von seiten der Handwerker unter dem Diktat der "Besserwisser" in, und um die Orgel herum ins Land gegangen.

Was mich persönlich aber am Meisten stört, das ist, dass unter dem Diktat der Sachverständigen jegliche Kreativität ausgeschaltet wird. Schweizer Orgeln, das sind für mich primär "Bauklötze, in denen es innen tickt" anstelle einer Lebendigkeit, was unserer heutigen Kirche allgemein sehr gut tun würde.

Aber in einer Rezession nach Kunst und Kreativität zu rufen, da wird man keine Heerscharen auf seine Seite bringen.

Begnügen wir uns damit zu sagen, dass wir bei anhaltender Rezession ohnehin nicht mehr anders können, als dann zwangsläufig wieder "autark" zu werden.

Mit vielen Grüßen

Gerhard Walcker-Mayer

Leserbrief zu Ihrem Bericht „Pfeifen auf den Sparkurs“,

„Orgelbau in Bayern boomt“

 Erschienen unter der Rubrik „Thema der Woche“ im Sonntagsblatt Nr. 48 vom 30 November 2003

 Datum 19.12.2003

 

 

Gleichzeitig mit Freunde und Erstaunen las ich den großen Beitrag im Sonntagsblatt vom 30. November 2003 über den boomenden Orgelbau in Bayern.

 

Erfreulich ist, dass die Königin der Instrumente solch große Wertschätzung erfährt, ist sie doch ein lebendiges Zeichen sowohl des Glaubens als auch unserer Kultur. Unverständlich ist mir allerdings die Polarisierung zwischen den großen Projekten in herausragenden Kirchen und die doch eher flapsige Darstellung der vermeintlichen Bedürfnisse kleinerer Kirchengemeinden. Gerade in den kleinen Gemeinden zeigt sich die integrative Kraft eines aktiven Gemeindelebens, wie Ihr Beitrag verstehen lässt.

 

Wissend um die allgemein schwierige Situation des deutschen Orgelbaus stört mich sehr die Arroganz der Darstellung, speziell des Orgelsachverständigen Morath, der sich auf die „hohe Qualität“ ausländischer Firmen beruft. Auch die ausländischen Orgelbauer kochen nur mit Wasser, allerdings zu enorm hohen Preisen.

Macht man heute dem Orgelbauer zum Vorwurf, dass in den vergangenen Jahrzehnten anders gedacht und gebaut wurde, so ist doch darauf abzuheben, dass diese Denk- und Bauweise von Orgelsachverständigen initiiert und getragen wurde. Die Ergebnisse allerdings gereichen heute den damals ausführenden Firmen, die den Vorgaben der Sachverständigen zu folgen hatten (und heute noch haben) zum Nachteil, der so weit geht, dass die so genannten „Fachleute“ den Orgelbauern ihre Arbeiten aus jener Zeit vorwerfen und sie minderer Qualität beschuldigen. Viele Orgelbauer bekommen nicht einmal mehr die Chance anzubieten oder gar zu bauen, sie können es ja gar nicht, so die irrige Meinung vieler Orgelsachverständiger. Viele Orgelbaubetriebe sind ob dieser Tendenz in ihrer Existenz bedroht, obwohl sie sich redlich bemühen, aber meist keine Chance bekommen, ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Lieber lässt man schweizerische, österreichische oder elsässische Firmen zu horrenden Preisen bauen, unter Orgelsachverständigen ist das überdies auch schick und dient der eigenen Profilierung.

Wer allerdings bedenkt, dass diese ausländischen Firmen und ihre Mitarbeiter, seien sie in der Schweiz, Österreich oder im Elsass, weder dem deutschen Staat noch unseren Kirchen nicht einen Cent Steuermittel zukommen lassen? Wie steht es um die Arbeitsplätze im deutschen Orgelbau? Von welchen Mitteln erhalten die meinungs- und entscheidungsbildenden Orgelsachverständigen ihr Salär?

Traurig, dass solchen Aussagen in der Kirchenzeitung für Bayern Raum gegeben wird, auch und besonders im sonst doch so patriotischen Bayern.

 Thomas Diehl

www.orgeldiehl.de

Christophstraße 25

71364 Winnenden

 

Hallo Herr Walcker!

Pedal H hat bisher ordnungsgemäß funktioniert.

Vielen Dank nochmals für die tolle CD! Wahnsinns Klang!!!

Viele Grüße und eine schöne Weihnachtszeit!

Michael Schultheis  17.12.03

 

 

Betreff: Wundervolle Seiten...

Sehr geehrter Herr Walcker-Meyer,

 

nachdem ich jetzt bereits mehrmals Ihre Homepage besucht habe, möchte ich

Ihnen gerne ein kleines Feedback geben.

Eher zufällig bin ich dort gelandet, über eine Internet-Suche nach

Informationen zu Arvo Pärt. Ich hatte gerade sein Werk "Alina" gehört und

wollte mich näher mit seiner Musik beschäftigen.

Auf Ihrer Homepage fand ich dann "Alina", eine Folge in Worten und Bildern.

Die Worte haben mich fasziniert, ich fand sie sehr passend zu der Musik von

Pärt.

Neugierig habe ich mich dann weiter auf Ihren Seiten umgeschaut und viele

interessante Entdeckungen gemacht.

Übrigens habe ich viele Jahre auf einer kleinen Walcker-Orgel den

Gemeindegesang begleitet, meine ersten Erfahrungen mit dieser Wunderwelt

"Orgel" gemacht...

Aber das nur nebenbei...

 

Alles Gute und Gottes Segen für Ihre Arbeit in Bulgarien.

Mit freundlichen Grüßen

 

Ekkehard May

 

E-Mail: may@windharfe.de

www.windharfe.de

 

 

Sehr geehrter Herr May,

 

vielen Dank für Ihre Worte. Das freut mich immer wieder, dass es zwar wenige Aufmunterung gibt, aber es gibt sie halt. Und letztendlich ist dies der einzige Grund warum man immer wieder wie vernarrt an diesen Seiten arbeitet und seine Ideen dazu einbringen will.

Wenn ich vollkommen erschlagen von der Arbeit oder von anderem Stress in einem Zug sitze, oder vermehrt nun wartend in Flughallen herumlungere, und dann schalte ich Pärts "Alina" ein oder andere Stücke, dann kommt ein Zustand, den ich schlicht als "Erlösung" bezeichnen würde. Vielleicht haben wir zuwenig Begriffe, um unsere Gefühle richtig auszudrücken, aber für mich ist klar, dass diese Form der "Erlösung" nicht mehr wie vor 200 oder 300 Jahren durch barocke Orgelmusik bewerkstelligt wird, sondern durch solche Musik, wie sie Pärt schreibt.

 

Viele Grüße

Ihr Gerhard Walcker-Mayer

8.12.03

 

 

Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer!

Ich bin vor einiger zeit auf ihrer fantastischen Homepage über die Walcker-Klischees gestolpert, auf die ich mich dann vollen Heißhunger gestürzt habe. Leider war die *.pdf-Datei mit den Beschreibungen der einzelnen Fotos seinerzeit noch nicht fertig. Als ich jetzt eben mal wieder auf Ihrer Seite war, konnte ich die Klischees nicht mehr finden.

Hier also meine Frage: Habe ich den entsprechenden Link schlicht übersehen oder haben sie die Klischees "aus dem Verkehr gezogen"?

MfG,

FBB 2.11.

Antwort: die Klischeeseite ist unter  Klischees

 

Herr Walcker, haben Sie herzlichen Dank fuer Ihre Email. Ich habe mich sehr gefreut von Ihnen zu hoeren! Die CD ist ja ziemlich gut gelungen - als erste lernt man ja vieles! Aber ich bin sehr zufrieden. Die Orgel ist doch sehr "French" aber dabei macht einen sehr guten Kontrast zu der Walcker-Orgel in Toccoa. Fuer meine Orgelschueler ist es ja sehr praktisch mit zwei solchen Instrumenten direkt nebeneinander!

Im Sommer, 2004, spiele ich noch einmal Konzerte in Deutschland. Und zwar am 13. Juli in Kulmbach und am 17. Juli in Rothenburg o.d.T. Falls Sie noch Vorschlaege haetten wo ich evtl. anderswo spielen sollte, waere ich fuer eine Mitteilung sehr dankbar.

Viel Spass mit der Arbeit in Bulgarien. Es ist ja prima dass Sie sich solchen Instrumenten widmen. Mit vielen Gruessen, JFM.

Okt.2003

 

Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer,

haben Sie recht herzlichen Dank für die prompte Zusendung der CD, mit der Sie mir eine große Freude gemacht haben. Das Klangerlebnis dieser Orgel ist wirklich eine ganz neue Erfahrung. So etwas habe ich bei deutsch-romantischen Großorgeln anderer Hersteller noch nicht gehört. Ein Jammer, daß so wenig größere Walcker-Orgeln original überlebt haben!

Beste Grüße

L.Z.  5.11.03

Lieber Herr Walcker-Mayer!

Gestern erhielt ich die Riga-CD wohlbehalten und habe sie am abend

komplett durchgehört - ein TRAUM!

Vielen Dank nochmals und weiterhin viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüssen

KU 5.11.03

 

Lieber Herr Walcker,

nach der spannenden Arbeit in Bulgarien wünsche ich Ihnen auch in den

anderen Gefilden wieder frohes Schaffen. Am vergangenen Sonntag konnte ich

mich in der der Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin überzeugen, wie eine

als Chororgel aufgestellte WalckerSerienorgel mit 7 Registern aus den 60 ern

mit entsprechender Intonation den Raum zu füllen vermag und die Gemeinde

führen kann..........

 

Viele Grüße

KH 3.11.2003

 

Herr Walcker, haben Sie herzlichen Dank fuer Ihre Email. Ich habe mich sehr gefreut von Ihnen zu hoeren! Die CD ist ja ziemlich gut gelungen - als erste lernt man ja vieles! Aber ich bin sehr zufrieden. Die Orgel ist doch sehr "French" aber dabei macht einen sehr guten Kontrast zu der Walcker-Orgel in Toccoa. Fuer meine Orgelschueler ist es ja sehr praktisch mit zwei solchen Instrumenten direkt nebeneinander!

Im Sommer, 2004, spiele ich noch einmal Konzerte in Deutschland. Und zwar am 13. Juli in Kulmbach und am 17. Juli in Rothenburg o.d.T. Falls Sie noch Vorschlaege haetten wo ich evtl. anderswo spielen sollte, waere ich fuer eine Mitteilung sehr dankbar.

Viel Spass mit der Arbeit in Bulgarien. Es ist ja prima dass Sie sich solchen Instrumenten widmen. Mit vielen Gruessen, JFM.

Okt.2003

 

Leserbrief von D.F.Kloss am 11.Juni 2003 
Gentlemen;
    I am a recently retired organ builder. I worked with
the Aeolian-Skinner and Moller organ companies here
in the U.S.A.. These companies are are now out of
business. My interest in the art of organ building is as
high as ever. Which brings me to my reason for contacting
your firm.
    I found your website and was amazed at the beauty of
the painting on your homepage. In my years of pursuing
our craft I have not seen any portrayal of the instrument
that has the power and beauty of this artistic work.
    I would be grateful for any information leading to the
purchase of a copy or copies of your fronts-piece.
    I believe that it should be shown to the public at large,
and that it will be representative of your distinguished
firm.   I remain,
                              Very respectfully yours,
                                            D.F. Kloss
207 High Street, Fairport Harbor, Ohio 44077 USA

 

Leserbrief von Ulrich Schlieker am Mai 2003

Konnte nicht umhim, dem Essener Domkapitel meine Kondolenz auszudrücken:

Ein trauriger Gruß aus dem Münsterland !

Etwas makaber wird das Orgelkonzert im Juli d.J.: "Abschied von der

alten Domorgel". Zugegeben war das Instrument ein "Kind seiner Zeit" und

bot nicht die

raumgreifende Potenz heute beliebter symphonischer Kathedralorgeln.

Aber das haben wir Gottesdienstbesucher im Essener Dom nicht vermißt.

Eure alte Domorgel ist/war ein Vorbild der dezenten "ancilla domini",

die sich architektonisch und farblich dem Raum unterwarf und doch mit

eigener Stimme zusprechen wußte.

Es war wenig rühmlich, wie Bischof Franz "der Erste" beim Orgelbau 1966

die Firma Klais mit seiner perönlichen Intervention ausgebootet hat (es

ist hoch anzurechenen, daß der Orgelbauer damals auf den Weg der

Vertragsklage verzichtet hat). Weil in der Frage des Lieferungstermins

der Bischof selbst gedrängelt hat und die Orgelbaufirma die Stirn

hatte, auf die vertraglichen Vereinbarungen zu rekurrieren, ist damals

die Firma Walcker herangezogen worden, die trotz der Zeitnot ein

sauberes Instrument geliefert hat.

Jetzt meint man also, eine neue Orgel installieren zu müssen. Ich

befürchte, daß man den Erhalt des bisherigen Instuments nicht ernsthaft

in Erwägung gezogen hat, sondern den überkommenen Bestand willfährig

aktuellen Intentionen opfert.

Dem Domkapitel meinen Gruß, aber bei der Einweihung der neuen Orgel muß

ich nicht dabei sein,

Ulrich Schlieker

Dorffeld 150

48308 Senden

 

Leserbrief 27.Jan.2003

Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer,

mit großem Interesse habe ich den Aufsatz/Vortrag "Die Orgel der Reger-Zeit" gelesen. Da ist viel Wahrheit (und auch Weisheit) drin: daß es die "wahre" Reger-Orgel ebensowenig gibt wie die "wahre" Bach-Orgel (das neue Ding in der Thomaskirche in Leipzig scheint es mir gewiß nicht zu sein). Erstaunlicherweise stellt man bei diesem Vortrag aus dem Jahr 1974 fest, daß wir heute keinen Zentimeter in der Diskussion weiter sind - eher sind wir wieder dahinter zurückgefallen.

Nur ein kleines Beispiel: vor einigen Jahren fand im Verdener Dom ein Orgel-Workshop mit verschiedenen Organisten statt. Im Verdener Dom steht eine dreimanualige Furtwängler & Hammer-Kiste aus dem Jahr 1916 (53 Register, pneumatische Taschenladen mit apokalyptischer Verzögerung, ein ungeheurer Klang - und alles noch original!) und eine klanglich schwachbrüstige Hillebrand-Orgel (III/42 Register) von 1968, idealtypisch für den ausgedünnt-orgelbewegten Klang.

Wolfram Syré spielte auf beiden Orgeln die Passacaglia in c von Bach: auf der romantischen Orgel im Straube-Stil, auf der Hillebrand-Kiste im Barock-Stil (=einheitliche Registrierung von Anfang bis Ende, keine Manualwechsel - nehmen wir's mal als "Barock", auch darüber ließe sich lange streiten).

Für mich ein Schlüsselerlebnis: die Interpretation auf der Furtwängler & Hammer-Orgel ging mir sehr viel näher als die auf der Neobarock-Orgel. Und das ist nicht die einzige Erfahrung dieser Art: es gibt eine CD mit Winfried Petersen an der wundervollen Ladegast-Orgel des Schweriner Doms, u. a. mit Buxtehudes Präludium und Fuge in g und Bachs Fantasia in G. Und beides klingt für meine Ohren auf dieser ur-romantischen Orgel sehr viel schöner als viele andere von mir gehörte Einspielungen auf Instrumenten, die prima vista vermeintlich besser geeignet sind für diese Musik.

Was lernen wir daraus? Alles Quatsch mit dem Gefasel um die angebliche "Ideal"-Orgel, noch "quätscher" das auch in dem Vortrag Ihres Vaters zitierte lächerliche Gerede vom "nordischen Geist", das genauso unerträglich ist wie die bellende, geifernde Moderatorenstimme aus der "Deutschen Wochenschau" (wenn man dort übrigens mal den Ton abstellt, wirken die Bilder auf einmal ganz anders). Ganz ähnlich übrigens die unendliche Diskussion um "gleichstufig" oder "ungleichstufig".

Bleibt nur noch ein großes Thema, das noch seiner (hoffentlich baldigen) Abhandlung in "Ars Organi" harrt: "Max Reger und Wahlfried Ficker - Antipoden der Musikgeschichte?"

Gruß aus Osnabrück!

WG

 

Sehr geehrter Herr WG

selbstverständlich sind wir heute keinen Millimeter weiter, ich habe heute eher den Eindruck, dass wir eher in die "Endphase der Orgelbewegung" geraten sind, und nur noch "toleranter und unverbindlicher " geworden sind anstatt rigoroser. Während einer Fahrt habe ich heute "Wolfgang Metzler : Romantischer Orgelbau in Deutschland" gelesen, das 1964 oder 65 im EFWalcker-Verlag erschienen ist. Natürlich hab ich das schon vorher mal gelesen, aber heute mit anderen Augen und Ohren, und man kann sagen, dass es immer noch völlig revolutionär klingt, aber in der Sache richtig und klar. "Finger weg von den Kompromiss-Orgel". Die Kompromissorgel ist Unsicherheit des Stilempfindens, oder weitergetrieben "Geschmacklosigkeit". Wenn man auf die technische Überbetonung des Deutschen Orgelbaus um 1900, den Finger auf die Wunde legt und dann ein Bekenntnis zum Orgelklang macht, so hat man diese Verfallszeit vielleicht überwunden - aber sehen Sie doch mal die heutigen Orgelbauer an : Nichts als Technik, keinerlei Klang mehr, überhaupt keine Auseinandersetzung mit Klang mehr, soll da noch ein Komponist der Gegenwart gereizt werden ?

Ideal-Orgel das wäre etwas für Platonisten a la Jahnn und Mahrenholz, aber schon nicht mehr für Schweitzer und Rupp, die sich zu romantischen Orgelklang bekannt haben.

Die Geschichte der Menschheit zeigt in aller Klarheit, dass es keine Linearität gibt und damit auch keine Stadt Jerusalem auf Erden. Damit kommen wir einfach wieder auf die alten Esoteriker bis zu den Gnostikern, die schon vor rund 2000 Jahren wussten, dass mit Entwicklung, Effizienz, Kausalität etc. etwas Mechanisches außen ist, aber nicht das Ideale, das verharrt ohne Zeit und Raum. Ich denke mir Platon und seine Ideenlehre einfach viel tiefer und damit glaube ich auch an eine Bewegung, weil der Mensch ohne diese Bewegung, als wesentliches Element nicht leben kann.

Dazu kommt natürlich noch der in den letzten zweihundert Jahren gefundene Perspektivismus, der besagt, dass ja durch die laufende Veränderung der Menschen und ihren Empfindungen, die Kunst und Ihre Maschinen mitbewegt werden, selbst wenn sie feststehen würden. Dies alles sagt uns nur eines, es ist vielleicht gut im Kleinen einige Schritte zielgerichtet zu machen, aber im Großen gibt es kein Ziel und schon gar kein Endziel.

Mit vielen Grüßen

Gerhard Walcker-Mayer

 

 

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