erstellt 5.Mai01

Franz Liszt : Die drei großen Orgelwerke . Torsten Laux an der Walcker-Orgel (1927) im Hans-Sachs-Haus Gelsenkirchen. ifo CD 00069

Eine Orgel aus den 1920er-Jahren - noch dazu eine weitgehend erhaltene - zu präsentieren, ist allein schon ein Verdienst, für das Torsten Laux Anerkennung gebührt: Sachlich und prospektlos in einen Mehrzweckraum gestellt, hat die Orgel eine üppige Disposition, in der sich Spätromantik und elsässische Reformideen zusammenfanden. Im Laufe der Jahrzehnte verschwand zwar das Fernwerk (das aber wieder eingebaut werden soll), wurden die Taschenladen durch Schleifladen und der originale Spieltisch durch einen „modernen" ersetzt, aber die 97 Register, verteilt auf Hauptwerk (l), Positiv (II), Schwellwerk (III) und Solo (IV; II, III und IV im Schweller!) plus Pedal, blieben nahezu unangetastet. Die Klangpalette ist üppig und weitgefächert, „Bachflöte" und Ranckett sind ebenso vertreten wie Klarinette und Progressio harmonica. Laux, der die die großen Liszt-Opera souverän spielt, nutzt den Registerfundus vom massiven Tutti bis zum zartesten ppp, das man ohne Nachregulieren kaum noch hört. Dass er „unhistorisch" (im Hinblick auf Liszt, nicht auf die Orgel) auch die Walze nutzt, schadet den Stücken nicht: Die Kühnheit und visionäre Größe der Musik werden offenbar. Und das man 1927 auch großartige Orgeln bauen konnte, wird nach dieser Aufnahme auch niemand mehr bestreiten können. Wir wünschen uns weitere Einspielungen!

Martin Weyer

 

 

 

Impressum : 

Besitzer : Orgelbau Gerhard Walcker-Mayer

G. Walcker-Mayer (gwm) gewalcker@t-online.de

Telefon 0049 6805 - 2974 oder 0049 170 9340 126

Telefax 0049 6805 91 3974