Dominikus Trautner an der Walcker-Orgel im Dom zu
Riga
WERKE von
REGER - KARG-ELERT - REUBKE
mottete CD 13121
1. Max Reger
- Variationen und Fuge über "Heil, unserem König, Heil"
2. Max Reger
- Melodia, op.59,11
3. Max Reger
- Siegesfeier, op. 147,7
4. Max Reger
- Passion, op. 147,4
5. Max Reger
- Ostern, op. 147,5
6. Sigfried
Karg-Elert - Nun danket alle Gott (Marche triomphale) aus op.66
WELT-ERSTEINSPIELUNG :
7. Sigfried
Karg-Elert - Improvisation über den engl. Choral "Näher mein Gott zu dir"
komponiert anlässlich des Untergangs der "Titanic" am 15.4.1912
8. Julius Reubke
- Trio Es-Dur
9. Julius Reubke
- Sonate c-Moll, "Der 94. Psalm"
Gesamtspielzeit
69:07
mein Kommentar :ein 54seitiges Booklett in deutsch
und englisch führt in das Wesen der Orgel und der Komponisten und ihrer
Orgelwerke ein. Hervorragende Gestaltung mit farbigen Bildern, darunter
der von mir erstellte Text in deutsch
und in englisch, für den mir übrigens
sehr nobel von Mottete, 10 Stück der CD's kostenfrei zugeschickt wurden.
Auch der Organist Pater Dominikus Trautner, der nun für Motette drei CD's
auf der Walcker-Orgel in Riga eingespielt hat, wird textlich und mit
schönem Foto am Spieltisch der Orgel vorgestellt. Die Welt-Ersteinspielung
von Karg-Elerts Improvisation "Näher, mein Gott zu dir" begeistert über
alle Maßen : aufwühlende Leidenschaften und stilles Irren. "Nun danket
alle Gott" von Karg-Elert habe ich kürzlich an einer anderen Orgel gehört,
und jetzt ist mir klar geworden, welche Orgeln dafür erforderlich sind und
vor allem welche Stereoanlagen dafür erforderlich sind, um diese schönen
runden Bässe mit oder ohne Zungen adäquat wiedergeben zu können. Diese
Orgel, so hat es mir vor kurzem ein Orgelbauer mitgeteilt, interessiere
ihn vor allem im Bereich der Flöten und Streicher, weniger im Klang des
Prinzipalaufbaus der letztendlich bei solchen Orgeln immer irgendwie
"klassisch" sein muss. Eine interessante Idee, die durch Mensurenstudium
und -Vergleiche ihren Wahrheitsgehalt finden wird. An dieser CD wird sehr
schön weitgehend das Klangspektrum der Orgel aufgezeigt. Reubkes 94.Psalm,
das wird das Stück sein, welches ich mir unendliche Male zu Gemüte führen
werde. Hier auf dieser CD hat man in der Tat die richtige Orgel dafür und
das Klangmaterial, das bei vielen anderen Einspielungen, mögen sie
technisch noch so gut bespielt sein, schlicht und einfach fehlt.
Spieltisch
Ansicht (original) der Orgel
unser Preis incl. Porto und Verpackung € 14.--
Vox humana Nr.25
CD-Rezension
Dominikus Trautner
an
der Walcker-Orgel im Dom zu Riga
Max Reger (1873-1916) erlangte nach
anfänglichen Misserfolgen vor allem mit den ,,zwölf Stücken, op. 59"
erstmals einen beträchtlichen Erfolg. Viele dieser Stücke, davon das
,,Melodia" auf dieser CD ertönt, wurden bis in die USA populär. Ein seltenes
Zeitdokument entstand im Frühjahr 1901 anlässlich des Todes von Königin
Victoria von England: ,,Variationen und Fuge über,,Heil, unserm König,
Heil", der englischen Nationalhymne. Die ,,Siegesfeier", ,,Passion" und
,,Ostern" sind Spätwerke Regers. Letztere zwei geben mit ihrer offenen Form
und freien Choralverarbeitung eine Vorstellung davon, wie Reger selbst
improvisiert hat.
Sigfrid Karg-Elert (1877-1933) übernahm
drei Jahre nach Regers Tod dessen Lehrstuhl für Komposition in Leipzig. In
seinem ,,Nun danket alle Gott" ist eine tänzerische Artikulation und Diktion
vorgegeben. Die Improvisation über ,,Näher mein Gott zu dir!" schildert die
dramatische Situation der untergehenden Titanic. Die fünf Strophen werden
jäh unterbrochen vom Aufschrei der ersten Textzeile des Chorals ,,Aus tiefer
Not schrei ich zu dir", bevor die letzte Strophe ,,grandioso e maestoso"
anhebt und mit einem vierfachen Pianissimo mystisch verklingt. Diese
Aufnahme ist eine Welt-Ersteinspielung, ein eindrückliches Dokument, von
Dominik Trautner hervorragend interpretiert.
Das Orgeltrio in Es-Dur von Julius
Reubke (1834-1858) ist ein kleines Werk, das er in seinen Anfängen
komponierte. Die Orgelsonate c-moll ,,Der 94. Psalm", die Reubke beim 3.
Merseburger Domkonzert am 17. Juni 1857 selbst auf der Ladegast-Orgel des
Domes uraufführte, ist eine symphonische Dichtung, die in jener Zeit
entstand, als Reubke bei Liszt wohnte. Die Orgelsonate übertrifft an Dichte
der Aussage und Verarbeitung nicht nur die Liszt'schen Orgelwerke, sondern
auch alle anderen zeitgenössischen Orgelkompositionen. Daher kann man Julius
Reubkes ,,94. Psalm" als möglichen Endpunkt dieses Stils ansehen.
Die CD ist ein sehr schönes Dokument
der Komponisten, die mit den Orgeln von Eberhard Friedrich Walcker vertraut
waren. Sie gibt einen authentischen Einblick in die Welt der deutschen
Orgelsymphonik. Pater Dominikus Trautner OSB ist seit 1978 Mönch der
Benediktinerabtei Münsterschwarzach, wo er als Kantor und Organist wirkt. Er
hat auch einen Lehrauftrag für Gregorianik an der Musikhochschule in
Wurzburg und machte CD-Einspielungen in Riga, Münsterschwarzach und im
Kloster Banz. Sein Spiel wirkt sehr ausgeglichen, mit einem großen Atembogen
und gefühlvollem Musizieren.
Esther Rickenbach CH-Goldau