NEWS en COSTA RICA

 

 

 

 

 

 

Costa Rica boscosas carreteras

07.Dez.2008

Klangaufnahmen und Bilder aus der Schyven-Orgel in Santo Domingo - auf aeolineBlog -das ist außerhalb San José und die zweite Schyven-Orgel hier in Costa Rica. Ebenfalls ein rein mechanisches Instrument, mit ca. 18 Register. Das muss ich noch rekonstruieren, weil auch hier erhebliche Extensionen sind, welch die echte Registeranzahl etwas verschleiern.

Eine wunderschöne Kirche hat uns heute morgen (wir haben hier noch Samstag, während es in Deutschland gerade 5:20 am Sonntag morgen wird) empfangen, bei herrlichstem Sonnenschein und bummeligen 28 Grad Celsius. Die Orgel hat funktioniert aber natürlich klangliche Mängel. Die Zungen sind völlig unspielbar. Dennoch konnte ich einige interessante Klangaufnahmen machen, besonders die Streicher sind schön, aber auch der Principal 8' - Montre 8'. Und natürlich eine feine Flûte harmonique 4' mit Extension 8', eine interessante Idee die Sub - bzw Superkoppel mechanisch zu realisieren, aber eben auf Kosten der Pfeifenstellung. Denn dadurch müssen die Töne zusammengefasst nebeneinander stehen, was ganz erheblich Schwierigkeiten wie Durchstecher und Stimmungsprobleme verursachen. Die "Spanischen Reiter" auf Stöcken und Eicheschleifen sind fabrikmässig vorgefertigt, während noch zusätzliche "Ausweichbohrungen" von fremder Hand eingefügt wurden.

 

Das war schon eine gewaltige Überraschung in unserer Schyven-Orgel eine durchschlagende Zunge zu finden.  Mit Sicherheit ist es noch niemandem aufgefallen, weil gerade dieses Register sehr mängelbehaftet ist und kaum Interesse findet, während die daneben liegende Clarinette schon großen Zuspruch findet - das aber ist eine Weikersheimer, die tatsächlich eines der schönsten Solostimmen in San José ist. Die nun hier auf unserem AeolineBlog vorgestellte, originale Schyven-Stimme ist das Cor anglais 8', ein sehr zurückhaltend intoniertes, durchschlagendes Zungenregister, das bisher noch nicht intoniert ist. Aber nun eben einmal mit verschiedenen Fotos hier vorgestellt wird.

 

Das Pedalpfeifenwerk der Schyven-Orgel habe ich nun auch auf unserem aeolineBlog aufbereitet. Ich denke, dass wir bald ein paar Klangproben folgen lassen können.

Der Erzbischof von San José, Hugo Barrantes, will sich unbedingt am kommenden Montag die Orgel ansehen und dazu ein ansprechendes kleines Privatkonzert hören. Wir sind gespannt, ob unser Organist, Jorge Alvarado Bravo, die richtigen Register ziehen wird.

ein feedback, das man gerne hört: Sehr geehrter Herr Walcker, ich bin vor drei Wochen über den Suchbegriff "Hans Henny Jahn" auf Ihre Webseite gestossen und bin begeistert von der Fülle an Informationen, die ich dort gefunden habe. Die Tiefe und Breite der Inhalte auf Ihrer Webseite ist einmalig und bevor ich zu meiner Frage komme, möchte ich Ihnen ganz herzlich für Ihre Arbeit und Ihr Engagement danken. Besonders begeistert war ich von den unzähligen Naturfotos, die eine besondere Beziehung zur Natur und ihrer Stofflichkeit ausdrücken. Vielen Dank auch dafür. (...)

 

In ganz Costa Rica hat sich inzwischen die Reparatur der Schyven-Orgel in der Kathedrale herum gesprochen, und wir haben dort bereits vier weitere Anfragen, große Orgeln zu reparieren oder zu restaurieren. Das ist bei einem Land mit insgesamt 19 Orgeln eine  sehr hohe Erwartungshaltung. Wenn man dabei bedenkt, dass die beiden alten Walcker-Orgeln aus dem 19.JH da noch nicht eingerechnet sind, und es passt gut mit unseren weiteren Aktivitäten in Mittelamerika und nach Brasilien zusammen.

Pablo Fonseca, Redakteur der größten Tageszeitung des Landes, La Nacion, erzählt mir heute anlässlich eines Interviews für die nächste Samstagausgabe, dass sich ein großer Wandel im Lande in Sachen Orgelkultur seit 2007 entwickelt hat, der durch die Deutsch - Französische Kulturaktion ausgelöst wurde. Orgelkonzerte sind hier wieder gefragt, was Jahre vorher uninteressant war. Was hier in Costa Rica noch fehlt sind Organisten, die etwas europäisches Hintergrundwissen haben und einschlägige Orgelliteratur spielen können. Aber auch wenigstens ein ausgebildeter Orgelbauer, der gewissenhaften Service führen kann, fehlt. Das erste Problem stellt eine Möglichkeit für junge Europäer oder US-Organisten dar, sich mit diesem Land anzufreunden, das zweite wäre zu lösen, indem eine interessierte Person aus Costa Rica hier bei diesen anfallenden Arbeiten mithilft, um dann auch gründlich  theoretisch ausgebildet zu werden.  Hans Miller, 007JB, TresRios ist unsere offizielle Kontaktadresse für Costa Rica.  Es ist daran gedacht, möglichst bald eine spanisch-sprachige Internetseite zu verfassen und auf unsere Motivationen hier in Mittel- und Südamerika hinzuweisen.

 (Bild: visitors today, left Pablo Fonseca, right Juan, Hans Miller)

19.Nov
18.Nov

Neues aus Costa Rica: hierzu haben wir die Schyven-Orgel und meine Berichte dazu auf unseren walcker-Blog verfrachtet mit neuen Erkenntnissen und weiteren Arbeits- und Studienergebnissen. Außerdem gibt es auf aeolineBlog einen Beitrag über die Bombarde 16' der Schyven-Orgel. Nochmals: es ist nicht in meinem Sinne, dem guten Ruf der Schyven-Orgeln einen Konter zu verpassen, sondern es ist eher als "theoretischer Verbesserungsvorschlag" gedacht. Ich bin vollständig davon überzeugt, dass dieses Instrument bei entsprechendem Reparaturaufwand eine hervorragende Konzertorgel wird - davon aber sind wir noch weit, weit entfernt.

Auf Einladung des belgischen Botschafters Baron Gillés de Pélichy wurde ich heute von Frau Dr. Monar, der Stellvertreterin des deutschen Botschafters in Costa Rica, ins Palais der belgischen Botschaft in San José geleitet, und konnte dort drei Stunden in einem herrlichen Garten an der großartigen Feier zum 150 jährigen Bestehen dieser Botschaft teilnehmen. Grund der Einladung war meine Arbeit an der belgischen Schyvenorgel, die natürlich hier in Costa Rica ganz große Aufmerksamkeit erregt. Neben fast allen Botschaftern, die in Costa Rica akkreditiert sind, waren weitere Personen aus Wirtschaft und Kultur zugegen, die mich interessiert  nach dem Fortgang der Arbeiten  an der Orgel in der Catedral Metropolitana befragten. Sowohl der argentinische wie der brasilianische Botschafter waren hervorragend über diese Orgel informiert und wünschten mir viel Glück für diese Arbeiten. Dem englischen Botschafter, einem Schotten, konnte ich eine geografische Neuigkeit übermitteln in Sachen Schottland, er kannte nicht "Tomintoul", eine Kleinstadt auf den Highlands, wo wir im Sommer nächstes Jahr eine Walcker-Orgel aus 1903 restaurieren. Der Baron de Pélichy hat in seiner Rede ausdrücklich die deutsche Initiative in Sachen "belgischer Orgel" hervorgehoben, und augenzwinkernd auch eine deutsche Finanzierung der Sache begrüßt,  "das ist halt Europa" , was nun aber nicht ganz den Tatsachen entsprach. Am Rande sehr hintergrundreiche Gespräche mit einflussreichen deutschen Einwanderern, die hier Gott + die Welt seit Jahrzehnten kennen gelernt haben und wissen wohin man sich in der Not wenden muss. Vom spanischen Botschafter wurde ich aufgefordert, die beiden spanischen Instrumente in Costa Rica zu benennen und in einer deutsch-spanische Kulturinitiative in  eine vergleichbaren Aktion herzurichten, wie das vor einem Jahr mit der deutsch-französischen Initiative geschah. Man sieht also, dass Europa in Mittelamerika sehr viel von Orgelbau und seiner alten Orgelkultur wiederbeleben möchte und sich zweifellos damit auch identifiziert.  Nach drei Stunden "Diplomatie" war ich aber gottfroh wieder in meine Orgel einzukehren.
16.Nov
Erster Reisebericht aus Costa Rica, wo neben der Muncipal-Orgel auch ein weiteres Instrument vorgestellt wurde, das ich durch Zufall gefunden habe. "Ich glaube es ist aus Belgien", sagte der Pfarrer, aber dann war ich höchst erstaunt ein wundervolles Instrument einer berühmten Firma zu finden. Zwar unspielbar, aber sicher ist es ein nur üblicher Aufwand, diese Orgel wieder herzurichten. Wir werden für den Pfarrer noch eine Dokumentation erstellen, damit er eine Grundlage zum Spendeneintreiben in der Hand hat, die wir dann auch hier vorstellen wollen.

Feedback zum Bukarester Heft: Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer, mit großer Freude habe ich die spannende Dokumentations-Broschüre der Orgel Ihres Urgroßvaters in Bukarest erhalten und bedanke mich bestens. Mit großem Interesse habe ich das spannende Heft in einem Stück durchgelesen und denke, dass das sicher auch eine gute Referenz für künftige Bewerbungen um ähnliche Arbeiten sein dürfte?! Das müssen ja schon sehr bewegende Momente für Sie gewesen sein, so direkt auf den Spuren des bedeutenden Vorfahren zu wandeln!? Wahrscheinlich aufgrund der persönlichen Verbindung noch ungleich spannender und erfüllender als die Arbeit an den Orgeln anderer bedeutender Meister. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie noch in ähnlicher Weise an anderen alten und mittelalten Walcker-Orgeln arbeiten dürfen und bleibe in diesem Sinne und in Vorfreude mit Ihnen der Wiedereinweihung dieses meisterhaften Stücks Walckerscher Orgelbaukunst beiwohnen zu dürfen und mit besten Grüßen von Luxemburg nach Costa Rica, Martin Doll

Sehr geehrter Herr Walcker-Mayer, herzlichen Dank für die Zusendung des gelungenen Heftes der renovierten Orgel im Atheneum. Und ebenfalls ein anerkennendes Dankschön für Ihren unermüdlichen "ehrenamtlichen" Einsatz rund um die Orgel! Mit besten Grüßen L.Z

14.Nov

Halbe Reise, wird man am Ende des Tages gefragt - das ist in good old Germany 2:00 früh und hier in San José  19:00Uhr, ob man denn nicht vollständig gereist sei? Jeder Orgelbauerlehrling wird spätestens am dritten Tag seines Auszubildendendaseins darauf hingewiesen, dass die "Halbe Reise" das Wichtigste im Leben des Orgelbauers ist. Nicht gemeint ist, dass man mitten auf dem Atlantik abspringt. Um was handelt es sich dann ? Es dreht sich darum, dass alle Trakturelemente bei "halber Reise" den optimalen Zustand von 0 oder 90 Grad zum bewegenden Teilglied erreichen.  Ein Winkel, der 8 mm Gang macht wird so reguliert, dass er nach 4mm Reise mit beiden Schenkeln exakt 90 Grad zu den bewegenden Abstrakten steht. Eine Horizontalwippe befindet sich also erst bei halber Reise genau horizontal. Wird eine Traktur außerhalb dieses Grundsatzes von der halben Reise reguliert, so hat man in der Regel Probleme bei den Trakturelementen, weil "Würgeeffekte" an den Angriffsspunkten entstehen.

San José- first contact - eine Lebendigkeit in dieser Stadt, die regelrecht überpulsierend und aufputschend für vom jetlag getrübte Sinne sein kann. Weniger die "Schyven", die schon gehörig ihre Probleme kund getan. Sehr gute Qualität des Ausgangsinstrumentes, sehr schlechte Wartung und Reparatur der letzten hundert Jahre - überhaupt keine Basis-Regulierung der Mechanik, die an ursprüngliche Grundlagen erinnern würde. "Halbe Reise" kennt man hier nicht, nur g a n z  falsche. Wenig funktionierendes Material, am wenigsten die Barker, die über Fußpistons die Koppeln betätigen sollen. Blas- und Singgeräusche in der Orgel, die an verstorbene Orgelbauer gemahnen. Die Begeisterung, mit der wir hier angetrieben werden, muss sich letztendlich im Material niederschlagen. Morgen wohl Kontaktaufnahme mit Weikersheimer - alle Baumärkte hier sind schon abgegrast. Es scheint, als habe die ganze Stadt den Artikel über die Arbeiten an der Orgel gelesen: alle wissen, dass es nun bald wieder gute Orgelmusik in der Stadt gibt, nur der Orgelbauer, der arbeitet noch an seiner Hoffnung.

11.Nov.2008 CHAPTER II of COSTA RICA

inzwischen gut in Costa Rica gelandet, finde ich eine wichtige Email vor, die mich auf einen Fehler meinerseits aufmerksam macht in Bezug auf die von Willem Tanke bespielte Orgel. Es handelt sich nicht um eine Marcussen, sondern um die Adema-Orgel in der Kathedrale St. Bavo zu Haarlem. Dank an Erik van der Heijden für die Aufklärung. Das ist ein gigantisches Instrument, das u.a. wieder beweist, dass in Holland einfach die besten Orgeln versammelt sind. Nochmals, Gratulation nach Haarlem, Gratulation an Willem Tanke, von dem ich zwischenzeitlich ebenfalls Nachricht bekommen habe, wo wir erfahren, dass zwei Videos von ihm mit Messiaen auf Youtube sind: http://www.youtube.com/v/lZfkUgazCtM und  http://www.youtube.com/v/rbNKxRims1s .

Ich selbst habe mich inzwischen mit der Schyven-Orgel in San José beschäftigt, und erfahren, dass die Presse sich am Sonntag  aktiv um die Sache gekümmert hat, mit Bildmaterial aus der Orgel. Hier haben wir tagsüber schönsten Sonnenschein bei 28 Grand Cels und immer eine gute Tasse Costa Rica- Cafe in der Hand, da brennt nichts an. Und neben lockeren Tangorhythmen sind tiefe Gebete unsere ständigen Begleiter, um das vorgegebene Arbeitsziel nicht aus den Augen zu verlieren.  Orlando hat uns bereits in der Kathedrale besucht: drei Orgeln im Lande haben Initiativen losgetreten, die voraus sagen, dass wir nicht das letzte Mal hier waren. Ole - nun fehlen nur noch die mit karibischen Drinks bewaffneten und hüfteschwingenden girls, um den Orgelbaueralltag auf ein lockeres   Niveau "after Bukarest" anzuheben.

10.Feb 2008

New organ for Coronado:

 we have done four suggestions of installation of new organs to the church municipality.

Of one of these organs we see on the sketch which I have provided yesterday. This is a 16 stop organ with two manuals and pedal, which is more than double size of the present organ. In the next days we will hear more about the thoughts of these project.

09.Dez.

the very different colours of COSTA RICA (154 pictures)
this my friends was my  last and not my easiest work on the sign of Costa Rica.

Some days we had a little time for the outlook, some pictures and I will hope the most of them are made by the way.

I love these Costa Rica blue houses, the stoned faces, the vulcano-fog and the different greens left and right of all the way.

From about 800 pictures I choosed this 154pictures, nobody knows why. (gwm)

Doku Costa Rica PDF

Costa Rica Diary PDF

23.Nov.

Diplomatische Grüße aus Belgien :

Ständige Vertretung

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Liebe Frau Monar, Ich danke Ihnen für den fundierten Bericht Herrn Gerhard Walcker-Meyers über die beiden Schyven-Orgeln, die in der Kathedrale von San José und der Sank Isidrio-Kirche in Coronado stehen, welche er freundlicherweise während seines Aufenthalts in Costa Rica begutachtet hat. Ich hoffe, dass eines Tages eine belgische Initiative erlauben wird, zumindest die Orgel der Kathedrale wieder funktionstüchtig zu machen, was, laut Herrn Walcker-Mayer, kein gravierendes Problem darstellen sollte. Falls Sie die Gelegenheit haben, zögern Sie bitte nicht, dem prominenten Orgelbaumeister meinen herzlichsten Dank auszusprechen.

Hochachtungsvoll

Baron Olivier Gillès de Pélichy

Botschafter

Chère Doctora Monar,

 Je vous remercie pour le rapport établi par M.Gerhard Walcker-Mayer sur les deux orgues Schyven, respectivement à la Cathédrale de San José et à l’église San Isidro à Coronado, qu’il a eu la bonté d’examiner, lors de son passage au Costa Rica. J’espère qu’un jour une initiative belge permettra de remettre au moins l’orgue de la Cathédrale en état, ce qui selon M.Walcker-Mayer ne devrait pas poser de problème majeur.

Si vous en avez l’occasion, n’hésitez pas à transmettre à l’éminent facteur d’orgues mes très vifs remerciements.

 Veuillez recevoir, Chère Doctora, l’expression de ma considération très distinguée.

 Baron Olivier Gillès de Pélichy
Ambassadeur

17.Nov
Costa Rica und kein Ende. Nun endlich habe ich Zeit gefunden eine zusammenfassende Dokumentation der 7 Orgeln, die ich entweder besichtigt oder an denen ich gearbeitet habe zu erstellen. Bitte fordern Sie Ihr Passwort für die PDF-Dokumente hier an: send_pdf@walcker.com
11.Nov

Notizen am Rande des Vulkans (1)  als PDF. Tagebuchaufzeichnungen während des 3wöchigen Aufenthalts in Costa Rica. Ein geplanter 2.Teil wird in nächsten Tagen geschrieben und hochgeladen.

 

Sanatorió - Das Sanatorió Dr. Carlos Durán am Fuße des Volcán Irazú (bei Cartago, Costa Rica), gebaut im Jahre 1915 als Leprastation, später dann für psychisch Kranke und schwererziehbare Kinder eingerichtet, wurde im Jahre 1973 aufgegeben - zur gleichen Zeit wurde die Walcker-Orgel in Sinzig gebaut. Seit dieser Zeit steht das Sanatorió leer. Oder besser gesagt, entwickelt sich in diesen Räumen etwas, das wir auch bezeichnen können als: "hier holt sich die Natur wieder zurück, was ihr einst genommen". Für viele Jungendliche ist diese verlassene Krankenanstalt ein mystischer Ort, der unheimliche Kräfte gebunden hat. Ich habe aus dem Besuch dieser "vergeistigten Unruhe" eine Orgelvideo gemacht, das das Unheimliche und den ästhetischen Verfall verbindet. Dazu war ein Orgelstück so wichtig wie nie, denn dieses Stück verbindet die Mystik der Stätte mit einer uralten Klage des Menschen an Gott: "die Anklage einsam sein zu müssen", das zeitlose und ewige Meer des wogenden, fragenden Orgelklanges, die Mixtura von Szathmary. Das nun wohl beste Orgelvideo auf dem Internet: Sanatorió.wmv (40MB 10min) (wer dieses Video aus welchen Gründen auch immer nicht empfangen kann, der hat die Möglichkeit es hier in etwas reduzierter Form zu sehen)

10.Nov

letzter Artikel der la natión auf deren Server in Costa Rica  mit Bilder und ausführliches Video (4:06 min)  von den Arbeiten Gerhard Walcker in Cartago und Bertrand Cattiaux an der Cavaillé-Coll Orgel in Heredia. Außerdem gibt es dort ein MP3-file vom Konzert (aufgenommen mit der Kamera) ( Escuche la “Tocatta XII” de Georg Muffat interpretada por la organista francesa Anne-Gaëlle Chanon en el órgano de la iglesia Don Bosco el 1.º de noviembre de 2007) wo jeder nachprüfen kann, wie es sich mit dem Klang jener besagten Multiplexorgel verhält. Wahrlich eine Superleistung einer Zeitung in einem Lande, das von uns in kulturellen Dingen belächelt wird. Nur sage mir einer, wo es solch ein Angebot bei deutschen Zeitungen gibt. (Für den Orgelvortrag Pfeifenklang mit Glocken, musste ich schnell zwei Oktaven der ausgebauten Klaviatur im I.Man wieder einbauen, diese waren natürlich noch nicht bearbeitet)

 

My dear Gerhard,

I see you already got the last article in "La Nación" What can I say after your visit to Costa Rica...  it was like an "opium dream".  The French-German project opened a very important platform to ignite a joint effort to rescue the organs in this country. Thank you very much for the tuner.  I truly appreciate your present.  These days after the concert in Grecia I have been very busy at the store. I hope everything will go fine in Bucarest.  Meanwhile I send you some pictures.  Yours,   Orlando

 

von Frau Anne-Gaëlle Chanon (2) haben wir ein zweites Video aus dem Konzert in Grecia gemacht, wo die durchdringende 3 fache Mixtur sehr gut zur Wirkung kommt. Hierzu werden wir auf Vorschlag eines Orgelfreundes in nächsten Tagen eine kurze Zusammenfassung der Mixturen bei romantischen Orgeln  machen

6.Nov

erfolgreiche Heimreise aus Costa Rica. Bei unserer 24stündigen Heimreise aus Costa Rica habe ich heute morgen noch Alexander in Mannheim angetroffen, der bereits wieder auf dem Weg nach Bukarest war, wo ich mich ebenfalls in zwei Tagen wieder hinwenden werde. Also es geht von einem Flugzeug ins andere. Ein ausführlicher Reisebericht und einige Orgel-und Klangdokumentationen aus Costa Rica werden im Laufe der nächsten Tage hier noch gezeigt werden.

Erste Rückblende: Als Kosmopolit findet man nicht schnell einen ausdefinierten Standpunkt. Die Beurteilung von solchen Ländern wie Costa Rica oder Bulgarien, die sich in vielen Details ähneln, braucht Zeit, braucht andere Maßstäbe, als jene mit denen wir hier in Deutschland gerade die Welt neu zu vermessen beginnen. Das quirlige Aufkochen neuer Begehrlichkeiten in Kultur und Kunst ist gerade in solchen fernen Ländern uns Deutschen oft eine Prise zu scharf und zu würzig aufbereitet, um ad hoc akzeptiert zu werden.

Aber es ist da.

Europa und Deutschland, das sind in Bulgarien wie in Costa Rica in jedem Falle die "Leader", Vorbilder, denen man nacheifert. Die USA und vor allem die Chinesen sieht man hier mit völlig anderen Augen: Ameisen, die etwas weg tragen und dann etwas Konsumierbares zurück bringen, das nur gegen blanke Rechnung zu haben ist. Das keine Identifikationsmöglichkeit in sich birgt.

Costa Ricaner bekennen sich oft und gerne zu ihrer "Bananenrepublik", wo alles drunter und drüber geht, wo Disziplin immer etwas Zweitrangiges ist, und die karibische Sonne vom Osten her mit einem Glas feinsten Papaya- und Mangosäften lächelnd winkt, zum Hüfteschwingen läd, wo immer aber auch ein Papagei dazwischen quatscht und für Unordnung sorgt.

Orgelmusik ist hier exotischer als der Tanz regenwälderischer Brüllaffen auf einem geweihten Altar.

Die Orgel aber ist für die tief katholisch orientierte Mittel- und Oberschicht in Costa Rica ein starkes Symbol, das zurück nach Europa deutet. Und unter diesem Europa versteht man oft etwas Anderes als wir Eingeborenen. Und wie ernst es den Costa Ricanern immer auch um die Orgel sein mag, zunächst einmal lässt er Zeit verstreichen, lässt er seine Orientierung an der Natur, am Wald, am Kaffee, an den Bananenstauden zur Geltung kommen, lässt wachsen. Lässt den Willen anderer geschehen, bevor er selbst tätig wird. Dabei kann es geschehen, dass die Natur sich über die Zivilisation beugt und sie zurück holt zu sich.  Materiarchalisch, die Große Mutter, die einst gab, holt nun, was sie greifen kann. Sie kann so zur Unheilbringerin werden. Auch dies konnte ich in Costa Rica sehen.

Man könnte hier stehen bleiben und sagen, hier ist unsere Welt, und dort in Centralamerika ist eben jene. Beide lassen sich nicht vereinbaren. Aber dann wären wir am Ende des Gesprächs. Wir tauschen noch Geldnoten aus und werden dabei sprachlos.

Aber der Anfang ist immer dort, wo man redet, über Unterschiede, über Anpassungen, über unbedingte Identifikationen und über das Leben. Dort, so meine ich, sind wir nun angelangt. (gwm)

 

Das Video Anne-Gaelle Chanon an der WalckerOrgel Op 470, das Pierre Lauwers auf mehrere Foren in England, Frankreich und Belgien verlinkt hat wurde in nur wenigen Stunden über 200mal herunter geladen. Das, so meine ich, und sein begeisterter Kommentar zu "Grecia" auf unserem Blog, zeigt, dass wir doch auch einige Freunde nun der Costa Ricanischen WalckerOrgel in Europa gefunden haben.

04.Nov

Heutiger Artikel der la Nación im PDF-Format

Anne-Gaelle Chanon an der WalckerOrgel Op 407 in Grecia/Costa Rica, ein 3minuten Video, bei der unsere Aeoline gegen ein Motorrad ankämpft, Messiaen gegen Straßenlärm. Ein wunderschönes Dokument, das uns die hervorragende Künstlerin mit einer ansprechender Interpretation zeigt (wmv 17MB)

NEWS(2) Costa Rica: Nach den beiden Konzerten der französischen Organistin Anne-Gaelle Chanon auf den  WalckerOrgeln in San José und Grecia, haben wir hier in Costa Rica eine Orgelbegeisterung erlebt, wie kaum zu erwarten war. Die Spitzenorganistin im zarten Alter von 25 Jahren, die es fertig brachte auf einer 4registrigen Multiplexorgel einen grandiosen MAX REGER "Introduktion und Passacaglia in d-moll" zu servieren, den kein Organist besser hätte spielen können, und die ihr unglaublich virtuoses Spiel mit einer excellenten Registriertechnik kombinierte, hat in Costa Rica ihre feste Anhängerschaft gefunden. Kein mir bekannter Organist hätte diesen Versuch gewagt. Man sieht also, dass es junge international interessierte Organisten gibt, die viel wagen, viel können, und dann auch viel gewinnen.  Als Orgelbauer ist man besonders dankbar, wenn es Organisten gelingt, die Eigenheiten und hier besonders, die Begrenztheiten jener kleinen Orgeln vollständig auszureizen und im Programm berücksichtigt zu finden. Chanon hat hier ein sagenhaftes Gefühl bewiesen. In Grecia zum Beispiel spielte sie MESSIAEN "V-Les enfants de Dieu" mit unserer neu angeblasenen Aeoline, was ein unheimlich schönes Klangspiel ins Kirchenschiff ergoss. Wir haben einige Videos gemacht, die wir gelegentlich hier vorstellen. Ein ganz großer Dank an die Botschaft der Republic Francaise, die so ein ganz großes dynamisches Talent gefördert hat und der Orgelmusik in Centralamerika wieder weite Wege geöffnet hat. Und natürlich senden wir auch unseren Dank an den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, der die Initiative in dieser Orgelbegegnung ausgelöst hat und mit großer Begeisterung das Geschehen verfolgt hat. Das war Kulturarbeit wie es sein soll.

Heute erscheint in der größten Tageszeitung des Lande ein ganzseitiger Artikel über die Arbeit der Orgelbauer in Costa Rica, den wir ebenfalls zeigen werden. Außerdem hat die Zeitung eine Bilder- und Videoseite zu diesen Arbeiten gemacht. Ein kleinerer Artikel erschien vergangene Woche. Von den anderen Artikeln erhalten wir demnächst die Links

Mein Besuch in der Catedral in San José, wo eine unspielbare 35 reg. mech. Schyven-Orgel, rund 100 Jahre alt, ihr Dasein fristet, wird hier ebenfalls dokumentiert, da dieses Instrument wohl die größte und bedeutendste Orgel in Costa Rica ist. Und die, sollte sie endlich fertig gestellt werden, eine historische kulturelle Perle des Landes sein wird.

Auch die WalckerOrgel in Cartago wurde spielfertig an die Gemeinde übergeben, wo während des Gottesdienstes die Orgel wieder nach Jahren der Entsagung gespielt wurde. Ich wurde vor zum Altar gebeten. Dort wurde mir als Geschenk eine "Schwarze Madonna", das Heiligtum der Pilgerstätte, zum Andenken an die Stadt feierlich übergeben. "Mein Haus, das ist auch Ihr Haus", sagte Pater Christian zu mir vor versammelter Gemeinde.

01.Nov

NEWS(1) Costa Rica: Vorträge von Bertrand Cattiaux und Gerhard Walcker in der Bibliothek in Santa Ana vor rund 40 Zuhörer mit anschließender Diskussion, die sich dann tief in Einzelgespräche verzweigte. Anwesenheit der Botschafter aus Frankreich und Deutschland. Es ist geplant einen "Orgelverein Costa Rica" zu gründen. Einbau von neuen Tastenbelägen in den dreimanualigen Spieltisch der Walcker-Orgel in Cartago, nachdem dort die Orgel wieder spielbar gemacht wurde, unter Mithilfe von Bosco Ramirez und Hans Miller, einem ehemaligen Fabrikbesitzer, dessen Vorfahren aus Deutschland stammen. Besuch des "Deutschen Vereins in San José" wo endlich ein "Wiener Schnitzel" verzehrt werden konnte. Treffen mit Werner Bansbach, Inhaber des größten Musikalienhandels in Costa Rica und der größten Musikschule des Landes. Der Vater von Werner Bansbach kam im Auftrag der Firma Walcker im Jahre 1937 nach Costa Rica, wo er er sich niedergelassen hat. Die Orgel in Cartago u.a. hat Bansbach an Walcker vermittelt. Heute abend erstes Konzert an einer überholten  WalckerOrgel in Don Bosco, San José. Zum Konzert am Samstag in Grecia, so versicherte mir Botschafter Holger Fink, wurde der Präsident Costa Ricas und Nobelpreisträger, Oscar Arias von Deutscher und Französischer Botschaft geladen, man rechnet fest mit seinem Kommen.

 

Cartago keys who knows Karthago, knows that this city was hidden three times from the Roman. At the end this Karthago never was found. This keys I found in Cartago remembers me on this poesie from Bertold Brecht. We organbuilder, and I mean us organbuilder who are like the Werner Herzogs "Fitzgeraldo" who never will let die this Karthago or this Cartago. So the first step after visiting Cartago was a phonecall to Germany: "send as quick as possible new plates for this dammed console in Cartago." Here you see on three pics the story of a three manual console. Now, that means now at the end of thursday, we are sure, that some organist will find the way to this console. And the first organist we find, who will play tomorrow for the first funeral. The last symbol we got.

30.Okt

Europäer im Land: der Artikel der größten Tageszeitung in Costa Rica, La Nación, wurde von Susanne Klink ins Deutsche übersetzt, und aus dem man erkennen kann wie groß die Erwartungen der Menschen hier sind, ihr europäisches Erbe zu erhalten. Morgen Mittag haben wir in Santa Ana (wo sich wohl der Name Santana abgeleitet hat) einen Informationstag, bei dem in der Bibliothek der Stadt sowohl der Franzose Bertrand als auch ich einen Bildervortrag abhalten werden mit anschließender Debatte um die Orgel im Land. Sowohl Fernsehen und weitere Pressetätigkeiten werden sich i.L. der nächsten Tage dort an der Cavaillé-Orgel in Heredia und bei mir in Cartago bemerkbar machen. Aber auch in den Kirchenmagazinen und Zeitungen erscheinen Berichte über unsere Tätigkeiten hier in Costa Rica. Von den Kirchen erwarten wir natürlich nun weitere energische Schritte zu unternehmen, um ihre Instrumente in einen ordentlichen Zustand versetzen zu lassen. Daran nämlich hat es in den vergangenen 40 Jahren gehappert. Der Anstoß aus Frankreich und Deutschland sollte seine Wirkungen nicht verfehlen.

28.Okt

San José, Colegio Don Bosco – WalckerOrgel Opus 3589. Bj.1958 Diese Multiplexorgel ist die einzige voll funktionsfähige Orgel, die ich in Costa Rica vorfand. Sie ist vollständig in Eiche gefertigt und mit Bootslack geschützt. Ihr Klang ist etwas Typisches der 50er Jahre, wo alles Schreiende und Laute noch außen vor gelassen wurde. Sie hat eine geradlinige und einfache "Hebelmagnet-Konstruktion" die einfach gewartet werden kann. Und - last not least - hat dieses Multiplexsystem für Orgeln dann ihre guten Gründe, wenn man keine großen Räume mit Klang füllen muss. Unser walckerBlog enthält neben Links und Bild auch ein Kurzvideo mit etwas Klang.

 

Arbeit an oxidierten Zungen neu auf unserem AeolineBlog. Bei einigen Orgeln treten besonders bei hoher Luftfeuchte oder Wasserschäden bei Zungen jene berüchtigten „Oxidationen“ auf, die für viele Orgelbauer zu einem großen Problem werden können. Insbesondere dann, wenn vorher „Fachleute“ daran gearbeitet haben, welche schon erhebliches Material zerstört haben. (letzte Erfahrungen aus Colegio Don Bosco - Op.3589, Bj 1956, die nun wieder eine vorzügliche Zunge besitzt, eine Trompete die sich changierend zu einer Oboe weiterentwickelt, und auf der wir nun am 1.November ein Konzert gespielt von Anne Gaelle Chanon hören dürfen)

 

Konzert der französischen Organistin Anne Gaelle Chanon in Grecia, an der WalckerOrgel Opus 470, das Instrument ist weiter unten beschrieben, an der wir eine Aeoline aus dem Tiefschlaf geholt haben. Und das mich veranlasst hat, auf die Frage eines Reporters "what would you like to say to our maintenance people?" - zu sagen: Never touch the Aeoline!

 

Umzug nach Cartago - am Rande des Vulkans  Momentan sind wir im Begriff wieder einmal zusammenzupacken und zur dritten Orgel, der WalckerOrgel Opus 3589, Bj. 1958 mit 31 Reg und elektropneumatische Kegelladen, zu ziehen, um dort eine geplante Spielbarkeit des Instrumentes zu bewerkstelligen. (links mein neues Domizil in Tresrios, bei den Millers, die aus Schwendi bei Ulm stammen)

Dass Cartago am Rande des Vulkans liegt, haben wir bereits an den Tastenbelägen der Orgel gesehen - jene, einst weißen Kunststoffbeläge hatten pompeijische Farbenpracht angenommen. Dass Cartago auch Regenfälle bereit hält, auch das haben wir an der Orgel gesehen, die einen halben Meter unter Wasser stand, und an der auch Taucherfreunde ihren Spaß gehabt hätten. Dass aber Cartago ein exquisites Ingenieurswesen beherbergt, das aus einem Orgelmotor, der bereits mehrfach die letzten Ölungen erhielt, wieder einen gebrauchsfähiges Wesen erschaffen kann, das haben wir in Gebeten an den Herrn erhoffend erbeten, aber nicht zu glauben gewagt. Nun, heute werden wir sehen, welche Wirkung Gebet und Ingenieur gezeugt haben.

Hierzu ein paar Sätze nachgetragen: Tatsächlich wurde der Motor wieder instand gesetzt. Seine Leistung von vorher 50mmWS wurde auf die erforderlichen 125mmWS hochgetrimmt. Wir haben auch heute am Samstag morgen noch rund 20 Membranas angefertigt, da nur eine begrenzte Anzahl mitgenommen wurde, und gehen davon aus, dass dieses Instrument in der bedeutendsten Kirche Costa Ricas, einer Wallfahrtskirche, die im August über 2 Millionen Pilger als Besucher zählt, am Dienstag wieder nach Jahren der Entsagung spielbar sein wird. Wir hoffen, dass sich Bischof und Pfarrcollegium dazu entschliessen können, diese wichtige Orgel restlos herzurichten.

25.Okt.

Presseaufgebot für Orgelkultur in Costa Rica. Mit einem großartigen Aufgebot der größten Tageszeitung in Costa Rica "La Nación" und der zweitgrößten Zeitung "La Republica" wurde die Kulturarbeit der Deutschen und Französischen Vertretungen in Costa Rica gewürdigt. Bertrand Cattiaux, der französische Orgelbauer, der die Cavaille Coll-Orgel in Heredia repariert, erschien auf der Titelseite der "Nacion". Im Innern der beiden Blätter wurden Artikel über die Orgelsituation und die Arbeiten auch von unser Seite ausführlich dargestellt. Bereits nächste Woche werden weitere und tiefgehendere Berichte über die Arbeit der Orgelbauer aus Frankreich und Deutschland in der Tagespresse vorgenommen. Man kann also konstatieren, dass diese "eingeschlafenen Roots" zur europäischen Kultur wieder neues Leben gewonnen haben. Das überaus große Interesse und die außerordentlich starke Begeisterung aller beteiligten Menschen um jenes Kulturprojekt beflügelt die Arbeit an diesen Instrumenten. Neben vielen "alten" Freunden, die ich neu in Costa Rica kennen lernen durfte, war es für mich eine sehr schöne Erfahrung mit Bertrand Cattiaux  mich ausgetauscht zu haben, der unheimlich interessante Restaurierungen in Frankreich getätigt hat und dort über 4 Jahre mit Arbeit versorgt ist.

Bei einem Empfang des Deutschen Botschafters in dessen von Palmen, Bananenstauden und Papageien umringten Villa am Rande San José's, bei dem alle am Projekt beteiligten Personen geladen waren, wurde offenbar wie großartig diese Verbindung von Europa nach Costa Rica wirkt. Der Botschafter selbst, Volker Fink, Stuttgarter, der nur wenige Blocks weiter von meiner Merzschule in Stuttgart seinen Schulunterricht genossen hat, ist zutiefst von dem Orgelprojekt ergriffen und man spürt schon, dass nur so eine wirklich tiefgreifende Arbeit an unserer geliebten Orgel in einem solchen Land wie Costa Rica erfolgreich vorangetrieben werden kann. Wir werden so in der kommenden Woche neben zwei Orgelkonzerten eine Menge an Publicity-Arbeit und Besprechungen mit Orgelliebhaber aller Couleur führen und ich bin mir sicher, dass dieses knapp dreiwöchige Orgeltreffen für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird.

Hier der Zeitungsartikel auf dem Server von "Nación" "http://www.nacion.com"  und hier ist eine regelrechte Ausstellung von Fotografien über die Orgelarbeiten der Nación zu besichtigen.

 

New Redundant pipe Organs from Great Britain:

   M052 Bishop 1893, 2 manuals 11 stops

   M104 Sweetland 1896 2 manuals 12 stops

24.Okt

Grecia - WalckerOrgel Opus 470, Baujahr 1886, neu auf unserem WalckerBlog.Die gepanzerte Gottesburg – eine Arche Noah aus Eisen. Das Gotteshaus in Grecia wurde um 1880 in Belgien aus Stahlteilen gefertigt und nach Verschiffung nach Costa Rica in Grecia wie einst der Eiffelturm installiert.

22.Okt

for our friends in Costa Rica:  We got some interested reflections from European people of our pages, showing some impressions of organs in Costa Rica. Especially we had nearly 230 visitors on Palmares Opus 402 till today. That will say: "Costa Rica with its Great Old Organs from Europe shall become member of traditionall Organ Music Society", therefore we will work.

21.Okt
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Palmares Costa-Rica - WalckerOrgel Opus 402, Bj1881 neu auf unserem WalckerBlog. Wenn man von Grecia einige Kilometer auf der Panamericana, der längsten Autostraße der Welt, nach Norden fährt, also in Richtung Alaska, wo die Straße irgendwo im Eis endet, dann kommt man an Palmares vorbei, und dann kommt man zu einer Walcker-Orgel, die wie eine keusche Prinzessin, alle ihre Reize über 125 Jahre bewahrt hat: eine so geformte Viola di Gambe 8', davon habe ich etliche Male geträumt, gehört habe ich sie nie, bis auf den heutigen Tag. Einen zarten Strich, einen Ton, der an Süße und gleichzeitiger Herbheit kaum noch übertroffen werden kann, der zart sägend im Kirchenschiff seinen Zauber auslöst und trunken hinab zum Altar fällt, wie im deutschen Herbst ein Eichenblatt zu Boden sinkt, fast schwerelos, und dabei immer noch singend, tönend, wieder aufschwebend. Palmares, das dürfte sicher sein, wird sich mir als ganz herausragendes Orgelwerkchen mit Erinnerungen an Costa Rica verbunden bleiben.

Notstand in Costa Rica wegen Überschwemmungen
Wegen ausgedehnter Überschwemmungen nach tagelangen Regenfällen hat die Regierung von Costa Rica landesweit den Notstand ausgerufen. Regenzeit hält mindestens noch diese Woche an. Dennoch ist erstaunenswert, wie die Costa Ricanische Bevölkerung mit dem Regen umgeht. "Regen ist schön", sagte mir ein junger Helfer während wir im Dauerregen zur Kirche schlendern.

18.Okt..

Das erste Mal aus Amerika : hiermit haben wir das erste Mal einen Eintrag in unsere Internetseite aus Mittelamerika und hier aus dem Hause von Orlando Vega in Grecia vollbracht. In wenigen Minuten werden wir an die historische Walcker-Orgel dort in Grecia aus dem Jahre 1886 herantreten und sind schon sehr gespannt darauf. Jedenfalls ist Costa Rica und seine freundliche Bevölkerung etwas ganz außergewöhnlich Ansprechendes. Hier auf dem letzten der drei Bilder mit Orlando Vega, der einer der begeistertsten Orgelliebhaber ist den ich je gesehen habe, an der Walcker-Orgel in Grecia, die, wie auch die Walcker-Orgel in San Jose vollständig spielbar ist, was in Südamerika in jedem Falle eine untypische Situation darstellt. Hinzu kommt, dass der klangliche Zustand mehr als jede Erwartung zu hoffen wagte, gut ist. Eine sehr große Begeisterung wird auch durch die Deutsche Botschaft in Costa Rica vermittelt, die mit allen beteiligten Personen unheimlich engagiert in das "Orgelprojekt" eingestiegen ist. Wir haben bereits eine weitere Einladung hier in dieser Sache vom Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Volker Fink, und sind in jedem Falle alle sehr gespannt, wie das "Orgelprogramm" in der Costa Ricanischen Bevölkerung aufgenommen wird.

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