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von Regers "Inferno" zu
Ligetis "Volumina" + "Couleé"
drei
Beispiele mit Heinz Wunderlich
und eine grandiose Toccata
vom Meister aller Toccaten
Gerhard Walcker-Mayer April 2007 |
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Wer Max Regers Musik verstehen will, als
Nichtmusiker, und was sind wir Orgelbauer denn anderes als jämmerliche
Klappstuhl-Metaphysikanten, immer laut mit irgendeiner Rassel beschäftigt,
eines Nachbarn Weinberg von dunklen Krähen zu befreien, --also, wer Regers
Musik verstehen will, der muss erst einmal hinaus in den Wald. Und mit
dieser "von Welt vollgesogenen Brust" setzt man sich in die dunkelste
gotische Kirche, die man finden kann, und in der eine alte! verdunkelte!
tiefgründige! Orgel (in keinem Fall ein quietschiges Urgeli) spielt, und wenn es sein
muss, eine Orgel mit hundert 8Füssern, tief und rauchig muss sie sein, ein
Gemälde von Böcklin soll sie beschreiben oder besser zart umschreiben
können -- und nun hört man - hört man- und hört Max Regers INFERNO ---! und
erbleicht!! |

Marke "Reger" |
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[nur
so! - alles verzimbelte Gekreische oder fehldisponierte Teiltongewinsel
unserer VDO-Ingenieure und nach Zeigefinger-Mensuration ausgerichtetes
DIN-Orgelgenorm für halbhörige Flachköpfe - auf den Jahrmarkt damit!
Man sehe sich die Blüten von "Reger-Orgeln" an, die wieder im Umlauf sind,
obwohl der Schwäbische Karneval, wo noch mit Falschgeld bezahlt werden
durfte, längst vorüber ist. Eine elementare Grundtönigkeit ist einfach
Voraussetzung, um expressiv musizieren und hören zu können. Völlig anders
verhält es sich beim impressionistischen Klanggemälde. Ein Grund warum man
zwischen Édouard Manets und Ernst Ludwig Kirchners Malstil wohl
unterscheidet kann analog zu
Charles-Marie Widors und Regers Musik.
Es ist immer eine
Frage der Palette gewesen***. Die heutigen Orgel-Paletten, bunt bemalte
Pralinenschachteln, werden zudem noch dem heutigen Gesellschaftsproblem
gerecht "nicht hören zu können" indem man "Lautstärke" zugibt anstatt
"Wärme". Ein weiteres Manko: wenn
man Expressionismus mit der Ratio angeht, da kommt immer etwas
"deutsch-lehrerhaftes" dabei heraus, etwas Gepredigtes, Lutherales,
Königsberger Klops. Man denke nicht nur an jenen pfälzerischen
Mathematiklehrer, der über Orgel wie über ein Dünndarmkarzinom doziert.
Begriffe werden da laut, statt Musik. Ein Adorno-Walzer. Oder "Gott-behüte" wenn uns Göteborg irgendwann etwas
über "Reger - und seine Orgeln" erzählen wird, also ein Konvolut aus
Excel-Tabellen über uns ausschütten wird, wenn wir also Musik uns zuführen,
indem wir in binären Zahlen denken - wir endlich bei Pape-Rehn-Friedrichs angekommen
sind.] |
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Und wenn dann der Abend angebrochen ist, die
Blaue Stunde, das ist unser Einführungsbild rechts oben, dort wo Wahrheit
und Trug sich mischen als seien es Kräuter mit schwerem Wein, und man den Dritten
Gesang Dantes wie Nebelschwaden jenseits des Styx durch sein langsam dahin
dämmerndes Bewusstsein ziehen lassen kann. Dann erst! -erst dann kann man
den nachfolgenden Worten lauschen, die nur noch eine kleine unbedarfte
Zugabe zu dieser großen, makellosen, endlosen Musik sein dürfen. Reger wird
wohl der letzte Musiker gewesen sein, der die Endlosigkeit, das Ewige, den
unendlichen Raum, noch einmal seelisch zu erfassen suchte. |
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Wer es zu
Dante Alighieri
(1265 - 1321) geschafft hat, der hat einen Doppelschritt getan, einmal ins
florentinische Mittelalter und vielleicht ohne es zu wissen in die deutsche
Romantik, die jenen Dichter der "Göttlichen Komödie" tief verehrte.
"Dante ist der Vollender der katholischen Kirche" meint Friedrich
Nietzsche und setzt seinen "Zarathustra" gegen die "divinia commedia".
Zarathustra ist der, welcher Wahrheit "schafft" und sie nicht "sucht", wie
es Dante auf seiner Fahrt tat. Die in Terzinen geschriebene, oder besser
gesagt "komponierte" Dichtung Dantes, die Pilgerfahrt oder nur die Wegsuche
eines Verirrten, beginnt mit der Bewusstwerdung der Verfehlung. Die
großartigste Dichtung des Mittelalters hebt an mit den Zeilen, dass wir uns
in des Waldes Nacht wiederfinden, was nichts anderes heißt als, in der Welt
sind wir, aber noch unbewusst und unwissend. Angestrebt wird vom
mittelalterlichen Menschen nur eines, die Seligkeit. Die Seligkeit aber ist
"Gott schauen zu dürfen" und diese Dichtung soll ihm dazu verhelfen. |
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Ein
Zufall ist, dass genau heute vor 707 Jahren, also im Jahre 1300 Dantes
Dichtung erstmalig in Erscheinung trat. Damit haben wir eine kosmische Zahl
erwischt, die sowohl Makro- wie Mikrokosmos beinhaltet . Mit der Sieben
beginnt eigentlich der Heilsweg des "Wegsuchenden", der von Gott
entfremdeten Seele. Er bekommt sieben "piccatas" (Hauptsünden) von einem
Engel auf seine Stirn getrieben, die er einzeln abbüßen muss. Wir kennen als
Symbol die 7 Planeten, es ist die Summe der himmlischen 3 und der irdischen
4, bei Augustinus stand die Sieben für "universitas", "totus", "perfectio" -
die 7 Wochentage, hier also spielt der Zeitbegriff elementar mit hinein,
als deute die 707 direkt auf den heutigen Tag. Auch im Märchen spielt die 7
(Geißlein, Zwerge, Meilenstiefel u.a) eine entscheidende Rolle, die immer
Totalität verspricht. In der Antike gab es die 7 Weltwunder, 7 Weltweise, 7
Tore Thebens. In der Gnosis repräsentiert die 7 das Schicksal. In jüd. und
christl. Religion ist der 7. Tag Gott zu weihen. 7-armiger Leuchter ist der
7-fache Glanz der Sonne. Das Vaterunser enthält 7 Bitten. Die Sieben deutet
auf das Göttliche wie auf das Infernale.
Womit wir zum weiteren Thema kommen. |

Dante Alighieri (1265-1321)
italienischer Dichter und Philosoph |
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Max
Reger,** der um 1901 die Infernofantasie op.57 komponiert, in
expressivem Stil, also seine Wiesbadener Zeit hinter sich gelassen
hat, die aber im Werk seinen Ausdruck fand. Diese "ungeheure Entladung
seelischer Spannungen", was etwas anderes ist als "impressionistisches
Klanggespinst" oder "Dreiklangsgemüse", ist nach B-A-C-H ein weiteres großes
Werk, wie man von Heinz Wunderlich hören kann, er hat damit vielleicht sein größtes
Orgelwerk geschaffen. "Immer kühner werden Regers Modulationen, immer
verzweigter seine Harmonien und chromatischen Alterierungen - auch die
Phrasenbildung wird differenzierter, verunklart dadurch, dass die
Melodiebögen sich über scheinbar zusammenhanglose Akkordfolgen weithin
spannen und daher zunächst zerrissen rezitativisch wirken" so sagt es
Fritz
Stein zur Infernofantasie. Der vereinsamte moderne Mensch zur Zeit der
Jahrhundertwende, das ist ein Bild Eduard Munchs welches sich allegorisch
mit dem "Inferno" verbindet. Das titanische Aufbäumen gegen feindliche
Schicksalsgewalten, der Zusammenbruch in trostloser dumpfer Verzweiflung.
Und hier erfolgt die Rückblende ins Mittelalter
zur Komödie Dantes, wo die Unseligen vor der Hoffnungslosigkeit fassungslos
zu stehen kommen. Und zwar im Dritten Gesang, wo die
Verdammten nach der Überfahrt erkennen, dass es endgültig zu spät ist, dass
sie nie die Seligkeit erfahren werden, dass sie keine Chance mehr haben
"Gott zu schauen". Mittelalter trifft auf die Moderne. In diesem Moment
der Fassungslosigkeit ertönt der bis 1902 noch nie aufgeführte,
dissonante, grauenvolleste Akkord der ganzen Musikgeschichte, der "Schrei"
des Regerschen Inferno; der bei der
Uraufführung 1902 im schweizerischen Basel zu einem eklatanten Skandal
führte.
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Fin de siècle: Zwischen Symbolismus und Expressionismus kann das Werk
Edvard Munchs eingeordnet werden. "Der Schrei" von 1893 beschreibt ein aus
der Erkenntnis der Einsamkeit des modernen Menschen geborenes Gefühl
melancholischer Verzweiflung. |
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Hier der
Infernale Schrei MP3 (aus der
Fantasia op.57) des Dante-Reger Infernos, das uns die gewaltige Spannung vor
Augen führt die Max Reger als erster Komponist in Musik zu fassen vermochte.
Und hier ein Auszug aus der Fantasia, der die ungeheuren Spannungsbögen im
Verlaufe jenes titanischen Aufbäumens aufzeigt
Auszug op57.mp3 |
Max
Reger an der Walcker-Orgel im Leipziger Konservatorium |
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Heinz Wunderlich, mit dem ich einige Male in "Dantes Inferno" war,
dort ging es wesentlich gemütlicher zu, als im vorigen Absatz, denn "Dantes
Inferno" das ist
eine der etwas höherwertigeren "Pizzerias" in Hamburg Großhansdorf, erläuterte mir
bei jedem Besuch, vor und nach den Mahlzeiten, sehr farbig und beschaulich die Situation in der sich Reger
zur seiner Zeit befand. Und die genau dieser Ausdrucksweise in der
Danteschen Szene des Infernos im Dritten Gesang entsprach."Vor sich die
Seligen sehen, wie sie dahinschwinden - das ist die Engelsmusik - und das
unabänderliche Schicksal in alle Ewigkeit verdammt zu sein - das ist dieser
Akkord." Der Schrei Edvard Munchs" in Musik gesetzt. |

Karl Straube an Heinz Wunderlich über dessen Darstellung Max
Regers Opus 57
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Die
obigen Musikbeispiele stammen von Heinz
Wunderlich an der Tzschöckel-Orgel in Schwäb. Hall, bei der, wie Wunderlich
versicherte, die Bass-Struktur der Orgel aus den alten EFW-Pfeifen stammen,
und die der Orgel das Grundgerüst geben. Ohne Regers Lebenszeit und Dantes Inferno zu
kennen, ist diese Musik schlichtweg unverständig. Natürlich handelt es sich
hier bei Regers Komposition auch nicht um Programmmusik, wie bei der
Neudeutschen Schule. Hier hören wir das erschütternde Ringen eines Einsamen
mit den dunklen Gewalten, das kündende Selbstbekenntnis des noch nicht dreißigjährigen Regers, der hier seinen Orgelstil zu höchster
Meisterschaft entwickelt hat. (Fantasie und Fuge über B-A-C-H op.46 im Jahr
1900 und Symphonische Fantasie und Fuge op.57 im Jahr 1901, uraufgeführt
1902 in Basel, Münster von Karl Straube). Man spürt Regers expressive
Ausdruckskraft, sein Drang seelisch erleben zu wollen und seine innere
schöpferische Berufung die an Bachs Religiosität anknüpft.
Karl Straube,
1899 Kantor in Wesel und kurze Zeit später Thomaskantor in Leipzig, erkennt
unmittelbar Regers Genie und wird dessen "bedeutendster Orgelspieler der
Jetztzeit". Straube war Wunderlichs Lehrer, der ihm bezeugt hat, dass er,
Wunderlich,
einer der ganz Wenigen war, der diese Komposition verstanden und sinngemäß dargestellt hat.
Heinz Wunderlich ist sich bewusst, dass diese schwierigen Orgelstücke nur von
wenigen Organisten richtig gespielt werden können. Das ist der
Grund warum er auf die Grundlage dieser Komposition hinweist, denn ohne diesen
Zusammenhang zu kennen, wird es vielleicht ein virtuos oder technisch toll
gespieltes Stück sein, aber eben nicht die ausdruckgsgemäße Darstellung. |

Schwäb. Hall Orgel der EFW-Orgel - Neubau durch Tzschöckel mit alten
EFW Pfeifen
(EFW Opus 24/27 Bj. 1839, III/39 - beschrieben v. Goethe ARS ORGANI 2/1981
und Moosmann S86) Das Instrument wurde 1927 von Walcker nach Plänen des
Stgtt-Stiftsorganist Strebel umgebaut auf 47 Reg. Tzschöckel baute unter
Verwendung von 32 Registern der alten Walcker-Orgel ein neues Werk im Jahr
1980 mit 61 Registern)
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"Weh
euch, verworfne Seelen, wehe! Nicht hoffet je zu sehn das Paradeis, hinüber
bring ich euch zum Strande in ew'ge Finsternis und Eis" - das hat Reger also
gehört, und vielleicht war diese Stimme Charons der Grund warum er die
"Hoffnungslosigkeit" am Ende seiner Wiesbadener Zeit mit dem Elternhaus in
Weiden tauschte. Und mit Heinz Wunderlich haben wir einen Zeitzeugen, der
direkt über Karl Straube zu Max Reger zurückreicht, der mit dieser Musik zu
uns redet und uns ihre Geschichte erzählen kann. "Die ungelösten Spannungen,
die den Charakter des ganzen "Regerschen Infernos" bestimmen", so Heinz
Wunderlich, "das Inferno zählt zu den technisch anspruchsvollsten Kompositionen der
gesamten Orgelliteratur". An den beiden Klangbildern rechter Hand
erkennt man, wie sich das Inferno dynamisch präsentiert: die Fantasie
mit extremen Laut-Leise Kontrast während wir ein lückenloses, schulmäßiges
Crescendo bei der Fuge sehen. |

Klangbild der Fantasie

Klangbild der Fuge |
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Musik des 20.JH,
soweit sie Anspruch darauf erhebt, Geist und Wesen dieses Jahrhunderts
künstlerisch zu formen und auszudrücken, begreift sich als "Neue Musik".
Mit der "Ars nova" des Philipe de Virtry (1325) , die mit
Palestrina und Orlando di Lasso ihr Ende findet und nun
der "nuove musiche" (ab 1600) , ein Begriff der italienischen
Renaissance, erkennen wir einen 300 Jahresrhythmus der großen
Musikgestaltungen, wovon die letzte mit Tonika, Dominante und Subdominante,
in regelhafte Abfolge gebracht, das Gerüst aller europäischer Musik vom
Barock bis zur Romantik darstellte. Das "Neue" also, das mit Reger um 1900
begann, und das erste Kulminationspunkte in Schönberg und Ligeti fand (alle
drei kann man als Expressionisten bezeichnen) dürfte im Gebiet der
Klangfarbe zu suchen sein. Vielleicht wird es noch einige Jahrhunderte
dauern, bis man zur Definition schreitet. |
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Ligetis Volumina, ein Orgelstück das alle Orgelliebhaber irgendwoher kennen,
das aber kaum vom Inhalt her näher bekannt ist. Auch hier lauschen wir den
Worten Wunderlichs, der Seite an Seite mit György Ligeti als Kollege in
Hamburg unterrichtet hat und der sich mit Ligeti in Sachen
Orgel-Kompositionen ausgetauscht hat. Über Ligeti gibt es zwei wichtige
Bücher, die ich vorneweg vorstelle: "Wolfgang Burde - György Ligeti - eine
Monografie" und "Martin Herchenröder - György Ligetis Orgelwerke".
(siehe
hierzu auch unser PDF über die Ligeti-Orgel ) |
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Zunächst möchte ich noch etwas anderes vorausschicken, das mir besonders bei
der Lektüre "Dantes Komödie" aufgefallen ist. Alle Dichtung und Musik ist nicht mit einem
einzigen und
bestimmbaren Motiv oder Sinn hinterlegt, sondern sie hat einen "Polysensus",
d.h. einen mehrfachen Sinn. Bei Dante ist es ein poetischer, ein politischer,
ein allegorischer, ein moralischer, ein ästhetischer Sinn. Wie bei einem
Traum die Symbolik sehr vielschichtig sein kann, und er für viele Deutungen
offen ist, ohne je vollständig erfasst zu sein, so trifft dies bei Dantes
Komödie genauso treffend oder unzutreffend zu.Ebenso ist es bei den hier gezeigten
Musikstücken von Reger und Ligeti. Fassen wir also Regers
"Inferno" nicht zu eng, und glauben wir nicht daran, dass nur dieses eine
Motiv der "entfahrenen Seligkeit" hier seine Form gefunden hat, sondern dass
hier sehr viele und auch andere Beweggründe
eingewirkt haben, die nie endgültig belegt sein werden. Ein enges
Ausdefinieren solcher "seelischer" Erfahrungen ist durch das "Wort" oder
noch besser gesagt durch den "Begriff" einfach nicht möglich, weil dann
tatsächlich nicht zu komponiert werden bräuchte, da man es ja mit Worten
sagen könnte.
Das "Wort" gebrauchen die Musikwissenschaftler, weil sie unfähig sind zu
komponieren und oft nicht einmal fähig Musik darzustellen. Der Musiker redet
nicht - er sagt es mit seiner Musik. Ein Grund, warum wir von Heinz
Wunderlich keine Bücher erhalten werden.
Alles Klassische zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es weit
vielschichtiger ist als für bestimmte Zwecke gefertigte Werke. Hier spielen
u.a. irrationale Komponenten eine Rolle, die wir lebendig mit allen Fasern
unseres Lebens erfahren können und es ist hier nie eine einfache und glatte
Sache etwas auszudeuten. Durch die Deutung aber kommen wir dem
Opus näher. |
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So
ist es auch mit Ligetis "Volumina". Ligeti sagt selbst "Volumina" sind
Gestalten wie in den Chirico-Bildern und er benutzt dazu den Hinweis auf
"einen Bildhintergrund ohne Vordergrund" was mit der Metapher "Räume ohne
Inhalt" irgendwo wiedergegeben wird. Begriffe wie "Klangraumkomposition",
und Ligetis Erläuterung "Raum suggerieren, imaginärer Raum, strebe ich an",
und die Orgel, die ja durch die unterschiedliche Plazierung von Pfeifen eine
"Klanginstallation per se" ist, bereiten den Gedanken vor, Raum und Zeit zu
verschmelzen. Und genau hier an diesem Punkt höre ich eine Erläuterung, die
sehr einfach und deutlich ist, von Heinz Wunderlich "Volumina, das ist die
Entstehungsgeschichte des Universums, beginnenden mit dem Urknall der vor 20
Milliarden Jahren verursacht wurde, endend mit dem
langsamen Aushauchen, Abblasen, der ausgeschalteten Orgel, den letzten
Bewegungen". Hier beim "Urknall" haben wir das Aufeinandertreffen von Raum
und Zeit, die ab diesem Zeitpunkt wirken, und wir haben die Determination,
das heißt die Unumkehrbarkeit eingetretener Ereignisse und ihre weitere
Entwicklung. Wir haben die Abhängigkeiten aller Elemente im System. Innerhalb von
Volumina hört man
die einzelnen Entwicklungsstufen der Welt bis zu ihrem
Ende, so Wunderlich. Ligeti sagt weiter über Volumina:"Die gesamt
musikalische Tradition wird bei mir einerseits negiert, spielt
unterschwellig aber doch immer mit. Irgendwo aber, unter der Oberfläche,
gibt es Reste der gesamten Orgelliteratur. Irgendwo spürt man
Barockfigurationen, aber ganz verschlungen, Liszt und Reger und der
romantische Orgelklang spielen ebenfalls unterschwellig mit." Die Notation
von Volumina, ein Grund warum das Werk auch für viele Orgel-Laien Beachtung
fand, ist keine grafisch aufgepoppte Geschichte, sondern völlig der Sache
angemessen und eine geniale Notenschrift, wie Wunderlich ausführte.
Volumina - der Anfang - der Urknall mp3
Volumina - Ende - das Aushauchen - Abgestellte Motor mp3 |

VOLUMINA : Zu Anfang des Stückes ist der Motor ausgeschaltet. Zuerst den
Cluster mit Händen und Unterarmen niederdrücken, dann den Motor einschalten.
Wegen der großen Zahl der eingeschalteten Register baut sich der Klang
allmählich - der Luftdruckzunahme gemäß- auf. Es entsteht ein
unregelmäßiges Crescendo mit Stockungen (Kampf zwischen Motorleistung und
Luftverbrauch) bis zum größten ffff Ligetis in der
Notenschrift der Volumina vorangehender Text. Obwohl wir es hier von Ligeti
gesagt, mit einer physikalischen Welterklärung zu tun haben, sind aber damit
auch bei der Volumina keinesfalls alle Deutungsmöglichkeiten erschöpft. |
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Notenbild von Couleé
Das
schwierigste Stück aber der ganzen Weltliteratur der Orgelmusik, so
Wunderlich, ist Couleé, ebenfalls von György Ligeti.
Dieses Stück, das Gerd
Zacher im Juli 1969 an der Walcker-Orgel in der Basilika in
Seckau/Steiermark uraufführte, und bei dem Juan Allende-Blin als Registrant
assistierte, wirft naturgemäß auch für den Hörer Schwierigkeiten auf. Die durchgehenden
rasenden Achtelbewegungen wirken zusammen mit blitzschnellen gleitenden
Übergängen und Verwischungen von harmonischen Konturen, die Herchenröder
vergleichbar von "Heisenbergschen Unschärferelationen" bezeichnete. Die
Windreserven der Orgel werden genutzt, ein unendliches Fliessen der
musikalischen Erscheinung in der Zeit zu zeigen. "Gefrorene Zeit" hat es
Herchenröder tituliert. Der Unterschied aber von Ligeti zu Stockhausen,
Xenakis, Cage o.a. war immer der, organisch wachsen zu lassen und nicht
ingenieurhaft zu planen.Vielleicht das der Grund für seinen Erfolg. Die Etüde "Couleé ist nach Wunderlich extrem
schnell zu spielen, so dass deren Einzeltöne kaum mehr wahrzunehmen sind.
Bei aller Schnelligkeit soll jedoch der Eindruck der Bewegung bis in die
Grenzen der Hörbarkeit erhalten bleiben, so dass stehender Klang vermieden
wird. Es ist ein physikalisches Experiment.
Wunderlich spielt "Couleé" in Hamburg St. Jakobi 1976.MP3
<<Internetseite
Ligeti>> |
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Heinz Wunderlich***
aber wollen wir nicht verlassen, ohne ihn selbst in seiner besten Disziplin
zu hören. Auf der Kemper-Orgel in der Hauptkirche St. Jacobi Hamburg
hat er 1976 eine Toccata improvisiert, die umwerfend ist.
Wunderlich Toccata mp3. |
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Weitere Orgel- und BachCDs, die mir
Heinz Wunderlich mit auf den Weg gab waren, "J.S.Bach - Goldberg-Variationen
- Heinz Wunderlich am Cembalo - organum Records" - "Bach - Dritter Teil der
Klavierübungen "Heinz Wunderlich an der Flentrop Orgel der Grote of Onze
Lieve Vrouwe Kerk" - "Heinz Wunderlich an der Silbermann-Orgel von 1742 in
der Ev. Kirche Fraunreuth, aufgenommen vom MDR 1955", eine wunderschöne
Darstellung von Werken Bruhns, Buxtehude, Pachelbel.
Heinz
Wunderlich " Die Bedeutung der Orgelwerke Max Regers und Ihre
Interpretation" (pdf)
Heinz Wunderlich " David
- Schüler" (pdf)
Heinz Wunderlich "Karl Straube als
Orgelpädagoge" (pdf)
Heinz
Wunderlich "Zur Interpretation der Orgelwerke v. Johann Seb. Bach" (pdf)
Heinz Wunderlich Diskografie (pdf)
Heinz Wunderlich
Orgelwerke (pdf)
Heinz
Wunderlich Studenten und last not least, aber sehr lesenswert
(pdf)
Karl Hermann Koch
"Mein Orgelunterricht bei Heinz Wunderlich" (pdf) |
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gwm
6.4.2007 |
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dargestellte
Musikbeispiele stammen aus |
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MAX
REGER ORGELWERKE - Heinz Wunderlich an der Tzschöckel Orgel in St. Michael
Schwäbisch Hall - organum classic OGM 240024 Organum Musikproduktion
Postfach 1332 D-74603 Öhringen
www.organum-classics.de eine ganz
ausgezeichnete CD, die in keiner Orgelsammlung fehlen sollte! (gwm) |
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HEINZ WUNDERLICH - an der Kemper-Orgel der Hauptkirche St. Jacobi Hamburg -
Konzertmitschnitt am 22.Juni 1976 - Strawinsky, Ligeti, Wunderlich |
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Literatur zu
Reger |
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H.J. Busch "Max Reger und die Orgel
seiner Zeit" Musik und Kirche 1973 |
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H. Klotz "Zur Wiedergabe von Regers
Orgelmusik" Musik und Kirche 1966 |
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Fr.Högner "Max Reger und die Deutsche
Orgelbewegung" Ars Organi 1968 |
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H. Haselböck "Max Reger als
Orgelkomponist" Österr.MusikZeitung 1973 |
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H. Lohmann "Bemerk.zur Interpret. von
Regers Orgelmusik" Musik und Kirche 1973 |
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R. Walter "Max Reger und die Orgel um
1900" Musik und Kirche 1973 |
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H. Wunderlich "Zur Bedeut. und
Interpret. von Regers Orgelmusik" Musik und Kirche 1973 |
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H.Wirth
"Reger" rororo Bild-Monographiene 1973 |
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F.Stein
"Max Reger, sein Leben in Bildern" Bibl.Inst.
Leipzig 1941 |
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F.Stein
"Max Reger" Akad.Verlagsanst. Athenaion
Potsdam 1939 |
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Gerard Bunk "Begegnung mit
Max Reger" 1957 (pdf) |
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Werner Walcker-Mayer " Die Orgel der
Regerzeit" |
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Literatur zu
Ligeti |
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W. Burde "György Ligeti - eine
Monografie" Atlantis, 1993 |
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M. Herchenröder "György Ligetis
Orgelwerke" Das Orgelforum, 1999 |
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Fußnoten - Erläuterungen |
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Impressionismus
- in der Musik wurde diese Bezeichnung des
Malstils auf Cl. Debussys Jugendwerk ca,1887 angewandt. Später auf M.Ravel,
O.Respighis, M.de Fallas u.a. gebräuchlich. Hat Bedeutung i.d. Musik aber
erst in der Gegenüberstellung zum Expressionismus. Stilmerkmale des
musikalischen Impressionismus sind statische, afunktionale Harmonik, in
ornamentale Motiven kreisende Thematik und raffinierte
Klangfarbenmischungen. Analogiebildung zur Malerei. Dient auch als
Gegenüberstellung von Expressionismus als "deutscher"Stilhaltung, in der
sich die Ungebrochenheit der Ausdruckskraft manifiestiert, während
Impressionismus ein "passives Hingeben" an bloße Sinnreize Ausdruck des
"französischen Wesens"sei. Kommt auch in chauvinistischer Polemik zum
Ausdruck. Heinz Wunderlich bezeichnet "die Franzosen" durchweg als hörsam
eingängige "Impressionisten", denen Reger als "Expressionist", der viel
schwerer aufzufassen ist, gegenüber steht. |

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Expressionismus
- musik. Expressionismus bezeichnet
Kompositionen oft der Wiener Schule, freie Atonalität. Um einen
größtmögliche Intensität des Ausdrucks zu erreichen, überdehnten Maler
Formen, verzerrten die Perspektive, lösten die Farben aus ihren natürlichen
Bindungen an die Dinge der Außenwelt. Dieses Verfahren bescheinigt Heinz
Wunderlich dem Komponisten Reger. So gesehen ist "der Schrei" (1893)
Edvard Munchs vergleichbar des "Inferno" von Max Reger. Allerdings
wurde Expressionismus in Zusammenhang mit Musik erst ab 1920 gebraucht,
wobei die Aufgabe der Tonalität die tradierte Syntax außer Kraft zu setzen, als
wichtigstes Charakteristikum galt. Schönberg, der von bestimmten
Musikwissenschaften als typ. Expressionist beschrieben wurde, er wurde von
Reger als "Gehirnmusiker" negativ belegt. |
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Reger, Johann Baptist Joseph
Max, (1873-1916) 1890 Schüler von
H.Riemann. Seit 1891 entstanden die ersten später veröffentlichten Werke.
Berühmtheit erlangte Reger vor allem durch seine Kompositionen für die
Orgel. Da er nur über eine rudimentäre Pedaltechnik verfügte, konnte er
jedoch die meisten seiner Orgelwerke nicht selbst spielen. Auch in den
Bereichen der Kammermusik, der Lieder, der Chor- und der Orchestermusik hat
Reger Bedeutendes geleistet. Reger hatte nachhaltigen Einfluss auf die Neue
Wiener Schule, und er war in den 1920er Jahren der am häufigsten
interpretierte zeitgenössische Komponist im deutschsprachigen Raum. Der
Reger-Schüler Hindemith bezeichnete Reger als „den letzten Riesen in der
Musik; ohne ihn wäre ich gar nicht denkbar!“. Der 15jährige Sergej Prokofiew
saß im Publikum, als Reger 1916 in Sankt Petersburg ein Konzert gab, teilte
Jahre später mit, dass er von der Wirkung des Werkes fasziniert war.
Regers Wirkung v.a. auf die komponierenden Zeitgenossen war allerdings nicht
unumstritten (Strawinsky fand seine Musik ebenso abstoßend wie die
Erscheinung des Komponisten) Regers Komposition werden auch von ihm selbst,
als schwierig beschrieben – schwierig sowohl für die Interpreten als auch
für die Hörer. Vor allem die Werke der mittleren Schaffensperiode zeichnen
sich durch eine extreme Aufweitung der Tonalitat – so in der „Symphonischen
Fantasie und Fuge“ op.57 für Orgel oder der „Violinsonate C-Dur“
op. 72 – aus, wie sie zuvor noch nicht erreicht wurde.
Regers Variationswerke zählen neben denen Bachs, Beethovens und Brahms' zu
den bedeutendsten dieser Gattung, und auf dem Gebiet des Kontrapunkt hat
Reger mit der „chromatischen Polyphonie“ Einzigartiges geleistet. Er gilt
als wichtiger Verfasser von Fugen und anderen polyphonen Genres.
In
seinen letzten Schaffensjahren bemühte sich Reger um eine Vereinfachung des
Satzes zugunsten größtmöglicher Klarheit und Subtilität. Die „Sturm- und
Trankjahre“, wie Reger sie bezeichnete, waren vorüber, und Reger deklarierte
seinen Personalstil nun als „freien Jenaischen Stil“ (Reger erhielt einen
Ruf als Universitätsmusikdirektor in Leipzig und lebte ab 1915 in Jena). In
diese Schaffensperiode fallen die berühmtesten Werke, wie z.B. die „Mozart-Variationen“
op.132, in welchen er das bekannte, von Mozart selbst bereits variierte
Thema der Klaviersonate A-Dur KV 331 verwendet, oder auch das
„Klarinettenquintett A-Dur“ op.146, sein letztes Werk. |
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György Sándor Ligeti
(1923-2006)Komponist ungarisch-jüdischer
Abstammung und später auch österreichischer Staatsbürger. Ligeti gilt als
einer der großen Komponisten des 20. Jahrhunderts und als ein Erneuerer der
Neuen Musik. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch die
Verwendung seiner Musik als Filmmusik in 2001: Odyssee im Weltraum von
Stanley Kubrick.
Zitate von
GyörgyLigeti
„Die Frage war, entweder zurückzukehren zu helleren, diatonischen
Konstruktionen oder vorwärts in Richtung einer vollkommenen Verwischung. Ich
wählte den zweiten Weg. Die verschiedensten rhythmischen Strukturen werden
so überlagert, dass sie zusammen eine homogene Klangmasse bilden.“
–
GyörgyLigeti in conversation with Péter Várnai“, 1983, S. 39
„Verstehen Sie, was Sloterdijk sagt? Schaum! Nichts! Ich halte nichts von
diesen Schwätzern und Pseudowissenschaftlern. Die ganze französische
Philosophie von Derrida und Lyotard bis Lacan mischt die Psychoanalyse
und Mystizismus. Julia Kristeva, Paul Virillo, Gilles Deleuze: alles leeres
Geschwätz.“
–
György Ligeti, 2003 |
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Heinz Wunderlich (*1919) in Leipzig, studierte an der dortigen
Hochschule für Musik Orgel bei Prof. D.Dr. Karl Straube. Mit 16
Jahren wurde er wegen außerordentlicher Virtuosenbegabung in die Klasse bei
Karl Straube aufgenommen. In Komposition und Chorleitung bei Prof. D.
Johann Nepomuk David, in Orchesterdirigieren bei Prof. Dr. Max
Hochkofler. Nach kurzer Tätigkeit an der Leipziger Markuskirche war er
15 Jahre Kirchenmusiker an der Moritzkirche in Halle. 1947 wurde er Dozent
an der Hochschule in Halle für Orgel, Cembalo und Theorie. Als
Propsteikirchenmusikwart hatte er 200 Kirchengemeinden - auch als
Orgelsachverständiger zu verwalten.1950 Ernennung zum KMD. 1958 Berufung als
Nachfolger von Michael Schneider für die Orgelprofessur in Detmold
und gleichzeitig an die Hauptkirche St. Jacobi Hamburg. Er entschied sich
dann für die Jacobikirche, wo er bis 1982 als Kantor und Organist wirkte und
die Kantorei St. Jacobi gründete. Als Orgelvirtuose konzertiert Wunderlich
auf allen Kontinenten, 24 Touren führten ihn allein durch die USA. |
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