Werner Walcker-Mayer:
Biographie und Schriftenverzeichnis
Werner Walcker-Mayer
wurde am l. Februar 1923 in Ludwigsburg geboren. Von 1939 bis 1942
machte er in der renommierten Orgelbauwerkstatt Wilhelm Sauer (Frankfurt
an der Oder) die Orgelbauerlehre. Nach Arbeits- und Militärdienst
übernahm er im Mai 1945 die Werksleitung des Familienbetriebes E.F. Walcker
& Cie. • Orgelbau in Ludwigsburg, dem damals sein Großvater, Dr.
h. c. Oskar Walcker, vorstand.
1947 erlangte
Walcker den Meisterbrief, und 1948 - nach dem Tod von Oscar Walcker -
übernahm er in fünfter Generation die Orgelbauwerkstatt, die 1780
Johann Eberhard Walcker gegründet hatte. 1953 wurde er zum vereidigten
Gerichtssachverständigen für Orgelbau bestellt. 1957 gründete er eine
Schwesterfirma in Guntramsdorf (Österreich).
Um der seit
jeher bestehenden Verbindung von Wissenschaft und Orgelbau, von Theorie
und Praxis eine kontinuierliche und effiziente Basis zu geben, rief Walcker
1965 die Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung ins
Leben, die seitdem regelmäßig Colloquien zu musikwissenschaftlichen
und insbesondere organologischen Themen durchführt. Außerdem hat die
Stiftung zahlreiche Stipendien zur orgelwissenschaftlichen
Grundlagenforschung vergeben, deren Resultate der Orgelwissenschaft zu
wichtigen Erkenntnissen verhalf.
Mit der
Gründung der Musikwissenschaftlichen Verlagsgesellschaft im Jahre 1967
legte Walcker einen weiteren Grundstein zur Verbreitung
wissenschaftlicher Forschung und ihrer Ergebnisse. Schon bald genossen
sowohl die Stiftung als auch die Verlagspublikationen internationales
Renomee; heute zählen sie zu den wesentlichen Komponenten der
Orgelwelt. Auch die umfangreichen Walcker-Hausmitteilungen, die von 1949
bis 1967 erstmals von Walcker herausgeben wurden und seit 1992 erneut
publiziert werden, bilden ein wichtiges Orgelinformationsforum.. Denn
neben der anschaulichen Darlegung der eigenen Arbeit enthalten die
Hausmitteilungen zahlreiche Beiträge zu allgemeinen künstlerischen,
spieltechnischen und musikalischen Themen.
Aber es ist
nicht nur die wissenschaftliche und publizistische Förderung
organologischer Fragestellungen, die den gewichtigen Teil seiner
Tätigkeit ausmacht; im Zentrum der persönlichen Arbeit Walckers steht
das einzelne Instrument, das stets individuelle und neue Zugangsweisen
verlangt. Dabei spielt es für ihn keine Rolle, ob es sich um ein neues
Opus oder um die Restaurierung eines bereits existierenden handelt.
Besonders deutlich hat Walcker
dieses Interesse bei der Rekonstruktion der römischen Orgel von
Aquincum demonstriert. Für seine wissenschaftliche Beschäftigung mit
dem aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. stammenden Instrument und den daraus
gewonnenen historischen und technischen Ergebnissen verlieh ihm die
Albert-Ludwig- Universität Freiburg i. Br. 1980 den Ehrendoktortitel.
Bis heute sind
unter der Leitung von Werner WaIcker-Mayer über 3000 Orgeln für das
In- und Ausland gebaut worden. Darunter befinden sich zahlreiche
einzigartige Instrumente wie der Neubau der Freiburger Praetorius-Orgel,
die fahrbare Orgel für die Peterskirche in Rom, die erste Orgel in
einem buddhistischen Tempel (Tokio), Orgeln im Ulmer Münster und im
Konzertsaal der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, die
avantgardistischen Orgeln in St. Peter in Sinzig und im Großen Saal des
Fryderyka-Chopina-Konservatoriums in Warschau.
Zu den
bedeutensten Orgelrestaurierungen, die Walcker durchgeführt hat, zahlen
die Konzertorgel der Firma Wurlitzer in Berlin, die Orgel in St. Paul in
Strasbourg, die Orgel im Zagreber Dom, die Orgel im Kloster Guadalupe
(Provinz Caceres, Spanien).
Schriftenverzeichnis
(Auswahl)
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Die
Gestaltung des Orgeltisches, 1968 |
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Die
römische Orgel von Aquincum, 1970 [auch als englischsprachige
Ausgabe]. |
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Die
Orgel der Reger-Zeit (1974) |
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Walcker-Orgeln
in Polen, in: Organy i Muzyka Organowa, Band V, Gdansk 1984, S.
119-138. |
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Grundlagen
des heutigen Orgelbaus, in: WaIcker-Hausmitteilungen Nr. 43(1992),
S. 22-35. |
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Vision
über eine Orgel, in: WaIcker-Hausmitteilungen Nr. 44 (1992), S.
5-9. |
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Orgelbau im
Wandel [Gespräch mit Hans-Heinrich Raab], in:
WaIcker-Hausmitteilungen Nr. 44 (1992), S. 17-27. |
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Orgelbau
Angster, Pecs/Ungam, in: WaIcker-Hausmitteilungen Nr. 45(1993), S.
13-16.
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